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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zeuge einer neuen Epoche
Zwischenüberschrift:
Das Städtische Elektrizitätswerk an der Liebigstraße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Marie-Luise Braun Osnabrück. Der Bau sprach für große Wertschätzung: Hinter einer gotischen Fassade aus Backstein mit Zwillingsfenstern und Verzierungen wurde in dem Gebäude an der Liebigstraße 22 zu Beginn des 20. Jahrhunderts Strom erzeugt. Hier stand das Städtische Elektrizitätswerk.
1882 errichtete Thomas Alva Edison (1847–1931) das erste öffentliche Elektrizitätswerk in New York. 18 Jahre später war es auch in Osnabrück so weit. Die " Allgemeine Electricitätsgesellschaft" (AEG) ließ die erste Stromzentrale der Stadt erbauen. Seit März 1896 hatte der Bürgerverein den Bau gefordert. Errichtet wurde er nicht allein von der AEG: Das Berliner Unternehmen war für den Einbau von Maschinen und Elektronik verantwortlich, die Stadt finanzierte das Haus, dessen Dach später ausgebaut wurde.
Ab dem 1. September erzeugten zwei Dampfmaschinen mit jeweils 120 Kilowatt Leistung Strom, den sie durch ein zunächst noch kleines Netz schickten. Nur wenige Osnabrücker konnten damals das Licht von Kerzen und Öllampen mit dem elektrischer Lampen tauschen: Mit 3352 Glühlampen startete die Hasestadt ins elektrische Zeitalter. Sie gehörten vor allem Kaufhäusern, Geschäften, Cafés und Hotels, die sich für ihre Kunden ins rechte Licht setzen wollten. Zu den ersten Stromabnehmern des E-Werks zählte auch das Kaufhaus Schäffer am Nikolaiort.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Technik eine so große Wertschätzung entgegengebracht, dass das E-Werk auf Postkarten abgebildet wurde. Architektonisch war das Gebäude jedoch ein Rückgriff auf alte Zeiten: Der Bau ist geprägt von Renaissancemotiven und Elementen der norddeutschen Backsteingotik des 14. Jahrhunderts.
Die Bilder zeigen das Haus von der Klosterstraße aus. In der Bildmitte mündet die Sandbachstraße in die Kreuzung. In dem Gebäude auf der rechten Bildhälfte befand sich zum Zeitpunkt der Aufnahme die Schlachterei von Emil Keip. Der Schlachter schaut neugierig aus der Tür seines Geschäfts und beobachtet den Fotografen.
Die AEG baute die Leistung des E-Werks immer weiter aus. 1905 wurde die Anlage um zusätzliche 330 Kilowatt erweitert, 1907 kam eine 500-Kilowatt-Turbine hinzu.
Von dem alten Gebäude sind nur noch der Kopfbau und das Treppenhaus erhalten. Genutzt wird es heute von den Stadtwerken, die hier die Netzleitstelle betreiben. Sie dient der Überwachung der Versorgungsnetze für Strom, Wasser, Gas und Blockheizkraftwerke.

Bilduntertitel

Den technischen Fortschritt repräsentierte das Elektrizitätswerk, das 1900 von der " Allgemeinen Electricitätsgesellschaft" (AEG) an der Liebigstraße errichtet worden war. Diese Ansichtskarte stammt aus der Zeit um 1905. Foto: J. H. Evering. Das Bild ist dem Buch " At-Osnabrück" entnommen, erschienen im Verlag H. Th. Wenner.

Nur noch der Kopfbau und das Treppenhaus des Elektrizitätswerks stehen heute an der Liebigstraße 22. Fotografiert wurde es von der Klosterstraße aus. Foto: Michael Hehmann
Autor:
Marie-Luise Braun


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