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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Elektrisches Licht für das Martiniviertel
Zwischenüberschrift:
Oktober 1907: Rauchen für Speisewagenbenutzer in Preußen erlaubt, in Westfalen verboten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Christiana Keller Osnabrück. Im " Osnabrücker Tageblatt" konnte man vor 100 Jahren auch Kurioses lesen, zum Beispiel von der neuen " Raucher-Regelung" auf den Bahnstrecken des Deutschen Reiches.
In den Speise- und Sitzwagen der Deutschen Eisenbahnen galten verwirrende Raucherregelungen, denn in den verschiedenen Ländern gab es unterschiedliche Bestimmungen, die beim Transit in Kraft traten. Durfte man in Preußen nicht im Speisewagen rauchen, so war der blaue Dunst in Westfalen wieder erlaubt. Nur Baden und Württemberg hatte sich dem preußischen Verbot angeschlossen.
Von Berlin nach Stuttgart konnten die Raucher nur zwischen Ritschenhausen und Lauda rauchen. Die Bahn hatte dafür Schilder " Rauchen verboten" angeschafft, die nach Bedarf entfernt werden konnten. Bayern dachte nicht daran, sich irgendeinem Abkommen anzuschließen, und bestand auf seinem " Reservatrecht" wie schon bei den Postwertzeichen. In Bayern war schon damals alles anders.
Aus technischen Gründen und wegen Baufälligkeit waren die Schützenhalle und der Lustgarten abgebrochen worden, nun fehlte es in der Stadt an Versammlungshallen für Schützenfeste und die vielen volkreichen Karnevalsveranstaltungen. Das Kaffeehaus Bellevue und das Restaurant Klushügel planten daher die Erweiterung durch geräumige Saalbauten.
Auch die Wasserversorgung musste erweitert werden, der Hochbehälter auf dem Schölerberg wurde zu klein. In Voxtrup hatten die Stadtwerke bereits sehr schwierige Fundamentierungsarbeiten beendet, denen die oberirdischen Bauten folgen sollten. Die Quellfassungen auf dem Rittergut Sandfort gestalteten sich mühsam, weil zu viel Wasser anfiel. Man erhoffte sich in der Verwaltung, dass aus diesem Gebiet die Wassermengen die Erwartungen überschreiten mögen.
Fortschritte machte die industrielle Entwicklung der Eversheide als " zukünftiger Standort von möglichst vielen Firmen" in der Nähe des geplanten Stichkanals, auf dessen ersten Spatenstich ungeduldig gewartet wurde.
An der Bohmter Straße entstand im Oktober vor 100 Jahren ein weiterer Lokomotivschuppen, während der Verkehr auf der Buerschen Straße durch Straßenarbeiten behindert wurde. Mit viel Aufwand brachte man Basaltkleinpflaster auf.
In Hellern auf dem Hof Meyer zu Heringen konnte erstmals eine der modernen " Kartoffel-Ausgabe-Maschinen" aus Amerika bewundert werden. Trotz des starken Kartoffelkrautes arbeite die Maschine höchst zufrieden stellend, berichtete das " Osnabrücker Tageblattes".
Seit 25 Jahren bestand 1907 die Sparkasse des Landkreises Osnabrück. Auch der Gründer Friedrich Gösling konnte auf verdienstvolle Tätigkeit von 25 Jahren zurückblicken. Eine kleine Feier im erlesenen Kreis fand dazu im Großen Club statt.
Die städtischen Kollegien beschlossen die Einführung einer Gewerbesteuer. Die Steuersätze waren bereits geprüft und für angemessen befunden worden. Als zweiter Punkt wurde die geplante Stromkabelverlegung in den Westen der Stadt beschlossen. Noch vor dem Winter sollten die Häuser im Martini-Stadtviertel, der heutigen vorderen Wüste, und an der Martinistraße elektrisches Licht bekommen.
Vor großem Publikum erfreute Mozarts Zauberflöte Herz und Ohr im Stadttheater. " Besonders günstig" schrieb der Kritiker " schnitt Fräulein Wegener als sternenschimmernde Königin der Nacht ab. Wenngleich auch ihre Stimme bei den hohen Tönen nichtüberzeugen konnte." Darum, so war zu lesen, sei das Publikum auch reserviert und ungewöhnlich kühl gewesen.
Um den 22. Oktober erfreuten sich die Osnabrücker am beliebten Herbstmarkt. Trotz der vielen altbekannten Musikangebote waren es noch mehr Straßenmusikanten, die Lärm in die Stadt brachten. Nie zuvor hatte man so viele Musiker und Krachmacher mit improvisierten Instrumenten gezählt.
Vor 100 Jahren stellte sich die Handwerkskammer Ostfriesland auf eigene Füße und verlegte ihren Sitz nach Aurich. In Osnabrück verblieb der regionale Betrieb für das Osnabrücker Land.

Bilduntertitel:
Autos waren noch die Ausnahme: ein Foto von der Bohmter Straße vor 100 Jahren. In der Nähe entstanden damals neue Lokomotivschuppen.
Autor:
Christiana Keller


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