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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein Kaufhaus mit Tanzorchester
Zwischenüberschrift:
Das ehemalige Gösling′sche Haus am Nikolaiort
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. An den Nikolaiort führt die heutige Zeitreise. Der Blick fällt auf die östliche Seite des Platzes. Rechts geht es in die Große Straße, links zum Domhof. Am rechten Bildrand ist die Herrenteichsstraße zu sehen. Zur Zeit der historischen Aufnahme führte die Schwedenstraße links am Haus vorbei. Heute geht sie als Unterführung hindurch.
" Original Singer Nähmaschinen", " Bremer Cigarren" und Lederwaren gab es einmal im Gösling′schen Haus am Nikolaiort 1–2. Benannt war das Gebäude nach der Firma C. G. Gösling Söhne.
Als Rudolf Lichtenberg das Gebäude um 1902 auf Fotoplatte bannte, werden nur die oberen beiden Stockwerke genutzt. Das Erdgeschoss des maroden Hauses wurde umgebaut. Einige der Arbeiter beobachten den Fotografen. Und die Schüler haben dazu auf der Kutsche in der Bildmitte Platz genommen.
1910 öffnete in der ersten Etage des Gösling′schen Hauses das Kaiser-Café. Es war bis zum Zweiten Weltkrieg mit seinem Tanzorchester und Kabarettaufführungen ein beliebter Treffpunkt Osnabrücker Bürger. Nebenan, nur durch die schmale Schwedenstraße getrennt, stand Düttings Hotel " Berg Aetna". Auf der Hauswand wurde noch Werbung für eine Weinhandlung gemacht. Beide Häuser wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört.
Das Gebäude, das heute auf dem Grundstück mit der Nummer 1–2 steht, ist der Architektur des damaligen Hauses nachempfunden. Lange Zeit hatte zuvor ein nüchterner Bau dort gestanden, der von Fensterbändern geprägt war. In den 70er Jahren zog das Sportfachgeschäft Gleixner in das Haus ein, im März 1996 wechselte es in die Pagenstecherstraße.
Im gleichen Jahr ließen die Immobilien-Kaufleute Egon Geerkens und Dr. Theodor Bergmann das Gebäude umbauen. Es sollte dem Kaufhaus Hettlage auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes etwas Gleichwertiges gegenübergestellt werden. So berichtete damals die " Neue Osnabrücker Zeitung". Zehn Millionen Mark investierten die beiden Besitzer. Im Inneren wurde eine Markthalle mit " mediterranem Flair" eröffnet. Hier fanden sich Gastronomie-Betriebe, und der Sender Hit-Radio Antenne betrieb ein Studio.
Doch das Konzept ging nicht ganz auf. Von den Betroffenen wurden überzogene Mietverträge als Grund genannt die Besitzer monierten, dass von den Bauunternehmen Fristen nicht eingehalten worden waren.
1999 zog die französische Kosmetik-Kette " Sephora" in das Gebäude ein. Doch auch sie schloss bald wieder: Ende 2001 der Konzern begründete diesen Schritt mit dem " veränderten Konsumklima" nach dem 11. September 2001 schlossen sich überraschend die Türen. Seit einigen Jahren warten die Betreiber des Café-Restaurants Riva hier auf hungrige Gäste, nebenan hat McDonald′s eine Filiale eröffnet.

Bildunterschrift 1: Ein Geschäftsgebäude war das Gösling′sche Haus, das früher am Nikolaiort 1–2 stand. Die Kundschaft konnte Nähmaschinen, Zigarren und Lederwaren erwerben.

Foto: Rudolf Lichtenberg

Bildunterschrift 2: Auf hungrige Gäste warten heute die Betreiber der beiden Restaurants am Nikolaiort 1–2.

Foto: Jörn Martens
Autor:
Marie-Luise Braun


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