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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wasserstoff aus dem Fitnessstudio
Zwischenüberschrift:
Schüler erhalten für geniale Idee den Umweltpreis der Stadt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Radeln für den Kraftstoff der Zukunft: Zwei Osnabrücker Schüler stellen mit Hilfe eines Fitnessgerätes emissionsfrei Wasserstoff her. Für ihre Idee wurden sie mit dem Innovations- und Umweltpreis der Stadt ausgezeichnet.
" Es ist so, als wenn man heute ein Fahrrad herstellen würde, das Benzin produziert", erklärt André Heinrichs (18) das Prinzip der Erfindung. Denn zusammen mit dem 17-jährigen Florian Trost hat er ein handelsübliches Spinning-Rad zu einem Wasserstoffproduzenten aufgemotzt. Tritt man auf dem Trainingsgerät in die Pedalen, werden nicht nur Herz und Kreislauf gestärkt. Das Schwungrad des Geräts treibt über einen Keilriemen eine Autolichtmaschine an, die den dort produzierten Strom in drei Elektrolyseure weiterleitet. Dort wird destilliertes Wasser in Wasserstoff und reinen Sauerstoff zerlegt und über farbige Leitungen in Cola-Flaschen aufgefangen. Die Lichtmaschine sowie eine alte Autobatterie, die als Puffer für überschüssigen Strom dient, stammen vom Schrottplatz. Mit 2000 Euro waren die Elektrolyseure etwas teurer die beiden Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Carolinums bekamen sie von der Schule gesponsert.
Wer auf dem Fitnessgerät eine Stunde lang gemütlich in die Pedalen tritt, erstrampelt sich 41, 4 Liter Wasserstoff, das Benzin der Zukunft. " Das ist allerdings ein altes Spinning-Rad. Mit einem neuen könnte man deutlich mehr produzieren, die haben nämlich größere Schwungräder", sagt André Heinrich. Rund 9000 Fitnessstudios gebe es in Deutschland, meint der junge Erfinder. Stünden in jedem nur zehn der aufgerüsteten Spinning-Räder, käme eine Leistung von 13, 8 Megawatt heraus, errechneten die beiden. Das erste Atomkraftwerk, das in Russland ans Netz ging, schaffte gerade mal fünf Megawatt.
Mit den Kraftstoff produzierenden Spinning-Rädern könnten in Zukunft die Fitnessstudios ihre Mitglieder kostenlos aufnehmen und ihren Gewinn ausschließlich über den Verkauf des Wasserstoffs machen, schwärmen die beiden Schüler. Jetzt suchen sie ein innovatives Fitnessstudio und einen Hersteller für Fitnessgeräte, um ihr ehrgeiziges Projekt voranzutreiben. Denn sie brauchen auch finanzielle Mittel für die Anmeldung internationaler Patente das deutsche Patent ist schon eingereicht.
Seit der Verleihung des Innovationspreises haben die beiden ihre Erfindung sogar noch weiter vorangetrieben und eine Möglichkeit gefunden, den Wasser- und Sauerstoff unter hohem Druck in platzsparenden Flaschen zu speichern. Die dazu nötige Pumpe soll in diesem Fall dann von den Kraftmaschinen im Fitnessstudio angetrieben werden. Ganz ausgereift ist das noch nicht, doch Florian Trost ist optimistisch: " Bis Jugend forscht schaffen wir das!"

Bildunterschrift: Beim Krafttraining die Energie der Zukunft erzeugen: André Heinrichs und Florian Trost sind stolz auf ihre Erfindung, die mit dem Umweltpreis der Stadt ausgezeichnet wurde. Foto: Egmont Seiler
Autor:
klu


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