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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Batterien waren noch nie so begehrt
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Schüler plündern die Stadt beim Sammelwettbewerb des Abfallwirtschaftsbetriebs
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Originaltext:
Begehrliche Blicke werfen Osnabrücker Schüler derzeit auf Batterien jeder Art. Der Abfallwirtschaftsbetrieb veranstaltet einen Sammelwettbewerb, bei dem die erfolgreichsten Klassen und Schulen prämiert werden.

Fotos: Jörn Martens

OSNABRÜCK. Es geschah in Köln: Sie hatten das Auto strategisch günstig geparkt. Den Schatz schafften sie auf einem Rollbrett beiseite. Vorher hatten sie noch um Erlaubnis gebeten. Aber 15 Kilo Altbatterien wollte in der Rheinmetropole niemand haben - nur Line aus Pye.

In Osnabrück wäre dieser Coup nicht möglich gewesen. Als Line in Köln ihre Oma besuchte, war im Hasemetropölchen keine Batterie mehr aufzutreiben. Als die Neunjährige ihre Beute im Kölner Supermarkt in einer Tonne entdeckte, waren in der Heimat die Sammelbehälter restlos durchstöbert. " Osnabrück war da schon ganz leer", erklärt Line.

Seit dem 10. September plündern Schüler die Stadt, sogar das Umland. Und das ist gut so. Osnabrück ist im Sammelfieber. Der städtische Abfallwirtschaftsbetrieb hat einen Sammel Wettbewerb für entleerte Batterien und Knopf/ eilen ausgerufcn, bei dem die Klassen und Schulen mit der größten Menge ausgezeichnet werden. Es winken 250 beziehungsweise 500 Euro. Es zählt die Menge pro Schüler. Die Zwischenstände werden online unter www.awb-osnabrucck.de veröffentlicht. " Das ist derzeit Gesprächsthema. Wir sind überrascht vom großen Interesse und dem überwältigenden Rücklauf", erklärt Organisatorin Anita Maskos.

Weil jedoch auch die in Geschäften ausgestellten Batterieboxen höflich eingesackt werden und dies nicht dem Sinn der Aktion entspricht, wird der kindliche Übereifer inzwischen etwas eingeschränkt. Schließlich werden diese Boxen ohnehin vorschriftsmäßig geleert. Man will stattdessen an die gebrauchten Energiespender, die in Privathaushalten lungern. Abfallberaterin Maskos:., Wir hoffen auf einen fairen Wettbewerb."

Omas, Mütter und Vater klopfen in diesen Tagen oft an die Türen der Grundschulklassen in Pye. Strahlend bringen sie korbweise Batterien vorbei, die die Kinder selbst nicht tragen können. Bis ins letzte Verwandtschaftsglied forschen die Schüler nach Batterien, berichtet Ingrid Michels, Klassenlehrerin der 4a. " Ich bin beeindruckt, dass die Kinder so motiviert sind und das Engagement nicht abreißt." Ihr Schüler Finn (9 Jahre) brachte in Pye den Stein ins Rollen, als er im Juli einen Wettbewerbsvorbericht aus der Neuen OZ zeigte: " Frau Michels, guck mal, da kann man sammeln und noch was gewinnen!" Die Pädagogin meldete die Klasse noch vor den Sommerferien an, nach den Ferien zog die gesamte Schule nach.

An der Realschule Eversburg biegen sich bereits die Regale. " Der ganze Schrank der Klasse 5a war voll", staunt Marcel Stegedirk. Der 15-jährige Batteriebeauftragte hat die Aktion an der Realschule Eversburg initiiert und die Sammelkästen verteilt, die er zusammen mit Ewald Bangert (14) einsammelt. Zuletzt hat die Realschule 310 Kilo abgeliefert. Das hievte sie im Zwischenklassement bei den Schulen auf Platz 1.

Allein 80 Kilo steuerte die 5a bei. Violetta und Karina (beide 11) waren zwei Wochen lang in der Nachbarschaft unterwegs und haben ihre Sammelbüchsen durch die Mehrfamilienhäuser wandern lassen. Weil in der 5a morgens so viele Schüler gleichzeitig ihre Schätze abladen wollen, heißt es um 8 Uhr oft: Schlangestehen vor den Sammelboxen. Inzwischen ist Eversburg abgegrast. Marcels Taktik für die nächsten Wochen: das Einzugsgebiet erweitern.

40 von 58 angeschriebenen Osnabrücker Schulen nehmen teil. Innerhalb der ersten zwei Wochen haben Uwe Gademann und Timo Brummer, Fahrer des Abfall Wirtschaftsbetriebs, 8, 5 Tonnen Batterien abgeholt. Die beiden schieben Überstunden, um die gefüllten Sammelboxen zu wiegen. Es gibt mehrtägige Wartezeiten für die Leerung. Niemand hat mit einer so großen Resonanz gerechnet.

" Die Schüler belagern uns und wollen wissen, auf welchem Platz ihre Schule steht und wo wir die Batterien hinbringen", berichtet Brummer. Die leeren Energiespender werden am Piesberg gelagert, ehe die Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien (GRS) sie abholt (siehe weiteren Bericht).

Mit der Aktion soll verdeutlicht werden, dass Batterien nicht in den Restmüll gehören. Dort landen immer noch viel zu viele. " Wir haben Probleme mit den Batterien, weil wir sie mit unserer Anlagentechnik nur schwer aussortieren können", erklärt Roland Elmenhorst, Betriebsleiter der Firma Herhof Recyclingcenter, wo jährlich 90 000 Tonnen Müll aus Stadt und Landkreis aufbereitet werden. " Der Wettbewerb hilft uns ungemein. So kommen die Batterien an die richtige Stelle, und die Umwelt wird geschont", betont Elmenhorst. Daher stiftet Herhof Geldpreise für die Gewinner und denkt nach über eine weitere Unterstützung nach Abschluss der Aktion.

Was passiert, wenn das Wetteifern am 10. Dezember beendet ist? " Wir wollen weiter sammeln und dafür eine feste Box im Eingangsbereich der Schule installieren", meint Marcel. Schließlich geht es um einen Beitrag zum Umweltschutz. " Das sollte auch ohne Preise funktionieren", hofft Vertrauenslehrerin Daniela Krämer, die das Batteriesammeln an der Realschule koordiniert. " Wir machen weiter", sind sich auch die Viertklässler von der Grundschule Pye einig. Nach dem Wettkampf ist ja vielleicht vor dem Wettkampf.

Großandrang an den Rücknahmeboxen: Die Klasse 4a aus Pye lagert die Batterien kistenweise im Klassenzimmer.

Von Heike Dierks

OSNABRÜCK. Es geschah in Köln: Sie hatten das Auto strategisch günstig geparkt. Den Schatz schafften sie auf einem Rollbrett beiseite. Vorher hatten sie noch um Erlaubnis gebeten. Aber 15 Kilo Altbatterien wollte in der Rheinmetropole niemand haben - nur Line aus Pye.

In Osnabrück wäre dieser Coup nicht möglich gewesen. Als Line in Köln ihre Oma besuchte, war im Hasemetropölchen keine Batterie mehr aufzutreiben. Als die Neunjährige ihre Beute im Kölner Supermarkt in einer Tonne entdeckte, waren in der Heimat die Sammelbehälter restlos durchstöbert. " Osnabrück war da schon ganz leer", erklärt Line.

Seit dem 10. September plündern Schüler die Stadt, sogar das Umland. Und das ist gut so. Osnabrück ist im Sammelfieber. Der städtische Abfallwirtschaftsbetrieb hat einen Sammel Wettbewerb für entleerte Batterien und Knopf/ eilen ausgerufen, bei dem die Klassen und Schulen mit der größten Menge ausgezeichnet werden. Es winken 250 beziehungsweise 500 Euro. Es zählt die Menge pro Schüler. Die Zwischenstände werden online unter www.awb-osnabrueck.de veröffentlicht. " Das ist derzeit Gesprächsthema. Wir sind überrascht vom großen Interesse und dem überwältigenden Rücklauf", erklärt Organisatorin Anita Maskos.

Weil jedoch auch die in Geschäften ausgestellten Batterieboxen höflich eingesackt werden und dies nicht dem Sinn der Aktion entspricht, wird der kindliche Übereifer

8, 5 Tonnen haben Uwe Gademann (rechts) und Timo Brummer bisher an Schulen abgeholt.
Autor:
Heike Dierks


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