User Online: 1 | Timeout: 06:44Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Täglich in die Tropen und zurück
Zwischenüberschrift:
Franz Hawighorst betreut die Gewächshäuser im Botanischen Garten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
fhv OSNABRÜCK." Die größte Gärtnertugend", sagt Franz Hawighorst. " das ist nun mal Geduld und Ausdauer." Denn wenn auch in seinen Gewächshäusern ein Klima wie am Amazonas im tropischen Regenwald herrschen mag: " Das Vegetationsjahr steckt in den Pflanzen, das lässt sich nicht auf den Kopf stellen."

Gute Geister der Wissenschaft

Der Gärtnermeister Franz Hawighorst ist Herr über gut 2500 Quadratmeter Gewächshausflächen im Botanischen Garten der Uni Osnabrück auf dem Westerberg. Geografisch gesehen arbeitet er heute vielleicht am Mittelmeer, morgen in den Wüstengebieten Nord-und Mittelamerikas und übermorgen im Regenwald Brasiliens. Er hantiert mit Zitrusfrüchten und Kakteen, er wartet darauf, dass die Riesen-Seerose Victoria regia auch in diesem Jahr wieder die wunderbare Wandlungsfähigkeit ihrer Blüten von Rosa in einer Nacht zu Rot in der Folgenacht demonstriert oder dass die Früchte der Balsambirne aufplatzen, damit er die reifen Samen ernten kann. " Im Erwerbsgartenbau ist alles automatisiert und durchgeplant. Pflanzen werden heute vermehrt, wie man Brötchen backt." Im Botanischen Garten dagegen seien die Pflanzen noch Individuen, sagt Hawighorst: " Deshalb müssen wir zum Beispiel auch immer noch von Hand gießen." Da braucht es viel Erfahrung und einen geschulten Blick: " Ich habe in jedem Bereich meine Zeigerpflanzen im Auge, die sagen am ehesten, wie der Wasserbedarf so ist."

Ob vom Hüggel oder vom Amazonas: Wenn Biologen von ihren Exkursionen zurückkehren, bringen sie immer Samen oder Stecklinge mit. Dann ist wieder der Gärtnermeister gefordert. Aber bis so eine tropische Frucht endlich keimt, können Monate vergehen. Geduld sei eben die größte Gärtnertugend, so Hawighorst. Ist das neue Gewächs endlich herangewachsen, haben wieder die Wissenschaftler das Wort. Denn erst die Blüte ermöglicht die Einordnung ins System der Pflanzen. Und da konnte es schon mal vorkommen, dass eine acht Meter hohe Palme wieder ausgerodet wurde, weil sie nicht ins Sammelgebiet der Osnabrücker Botaniker gehört. Aber der Platz in den Gewächshäusern ist nun mal knapp - und Konsequenz auch eine Gärtnertugend.

Fotountertitel:

Die ganze Pracht des Südens: Die Frucht der Balsambirne Momordica charantia mit ihren leuchtend roten Samen präsentiert hier Gärtnermeister Franz Hawighorst im Tropengewächshaus.Foto: Gert Westdörp
Autor:
fhv


Anfang der Liste Ende der Liste