User Online: 1 | Timeout: 12:04Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Was nützt Werbekampagne, wenn der Dreck liegen bleibt?
Zwischenüberschrift:
Zum Artikel "Saubermänner: Erst viel Lob, dann Hartz IV - " (Ausgabe vom 21. August).
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Arbeit gibt es genug, Geld gibt es auch genug. Warum werden dann keine regulären Arbeitsplätze eingerichtet, die der Gesellschaft dienlich sind - jedenfalls mehr als kostenintensive Werbekampagnen? Mit vernünftiger Arbeitsmarktpolitik könnte man eben viel besser für den Standort Osnabrück werben. Denn wo vernünftige, bür-gerbcwusste Politik betrieben wird, möchten vielleicht auch viele gerne leben!"

Elke Turner
Borsigstraße 131
Osnabrück

Bürgermeister ist gefordert

" Ich habe die vier , Saubermänner' schon nachmittags einige Male gesehen und fand die Idee, Arbeitslosen so eine neue Perspektive zu eröffnen, sehr gut. Was ich wiederum nicht verstehen kann, ist, warum man diese vier Männer nun wieder auf die Straße setzt, obwohl sie doch durch ihre Arbeit das Image der Stadt langfristig verbessern können.

Wer macht denn ab dem 14. September die , acht großen Mülltonnen' Dreck weg, die bis dahin von Jürgen, Andreas, Mathias und Lutz beseitigt wurden? Langfristig betrachtet, nutzt einer Stadt doch die Sauberkeit ihrer selbst mehr als Werbekampagnen wie die vor ein paar Wochen angelaufene .- chen'- Kampagne. Was nützt es, am Heger Tor ein riesiges Plakat aufzuhängen mit der Aufschrift , Brandenburger Törchen', wenn doch gleich in der näheren Umgebung ein Teil der acht großen Tonnen herumliegt? Die Besucher und Touristen, die diese Werbekampagne positiv beeinflusst, sind dann doch sicher nicht erfreut darüber, in eine Stadt gefahren zu sein, die ihre Denkmäler publik machen will, aber nicht auf ihre Sauberkeit achtet - also erübrigt sich doch die positive Wirkung der , Weltstädtchen'- Kampagne! Nehmen wir mal an, dass die vier Herren am Tag acht Stunden arbeiten und für jede Stunde 8 Euro bekommen, das wären 256 Euro pro Tag, um die vier zu bezahlen.

Die Werbekampagne hat rund 250 000 Euro gekostet, eine Viertelmillion.

Von diesem Geld hätte man also die vier . Saubermänner' mehr als 980 Tage bezahlen können, das ist wiederum gut drei Jahre lang eine saubere Stadt. Was ist denn hier wohl wirkungsvoller für das Image? Natürlich muss man akzeptieren, dass eine . nur' saubere Stadt nicht unbedingt Touristen anlockt, aber hier hätte man doch einen Kompromiss finden können: weniger Werbebanner und eine längere Beschäftigungszeit für die . Saubermänner'. Vom sozialen Standpunkt her muss man sagen, dass dieses Projekt relativ ziellos initiiert wurde, da von Anfang an klar war, dass die vier Männer nur neun Monate aus ihrer Arbeitslosigkeit befreit wurden und danach wieder Hartz IV beanspruchen würden, um weiterleben zu können. So entstehen Kosten, die zwar geringer in ihrem Umfang sind, aber absolut keinem nutzen. Während dessen eine Weiterbeschäftigung (mit mehr Kosten) ein deutlich besseres Resultat hätte: Für etwas mehr Geld ist die Stadt um acht große Mülltonnen Unrat von ihren Straßen und Wegen erleichtert.

Es ist frustrierend, mitanzusehen, dass der Bürgermeister nicht versucht, einen Kompromiss zu finden, sondern dass ein Abfallwirtschaftsbetrieb sich um diese Angelegenheit mehr kümmert als die eigentlich dafür Zuständigen."

Kersten Aschrich
Knollstraße 74
Osnabrück

Geldmangel in der Stadtkasse

" In der Neuen Osnabrücker Zeitung musste ich mit großem Erstaunen lesen, dass das Projekt der, Saubermänner' ausläuft. Mehr als erstaunt war ich dann über die Begründung für die Beendigung der Maßnahme: . Geldmangel in der Stadtkasse'. Dagegen wird eine, bei den Bürgern von Osnabrück sehr umstrittene, Kampagne über das " Weltstädtchen Osnabrück2 finanziert, die die Stadt höchstwahrscheinlich weitaus teurer gekommen ist als die Beschäftigung der vier Hairtz IV-Reinigungskräfte, dass ist für mich und viele meiner Bekannten nicht mehr nachvollziehbar. Man muss sich wirklich fragen, was Osnabrück attraktiver und ansprechender für Besucher und Bürger macht, eine saubere Innenstadt oder die Kampagne . Weltstädtchen Osnabrück'. Hinzu kommt die Tatsache, dass vier Bürgern der Stadt Osnabrück wieder einmal eine Perspektive geraubt wurde. Hierübersollten sich unser Oberbürgermeister Pistorius und der Rat der Stadt einmal Gedanken machen."

Hans Franke
Robinienweg 19
Osnabrück

Gehälter für die Saubermänner

" Osnabrück in einer 280000-Euro-Kampagne der Lächerlichkeit preisgeben, das können die Regierenden L...].

Wie viel wirklich Gutes hätte mit dem Geld bewirkt werden können, zum Beispiel die Gehälter der , Saubermänner' für einen längeren Zeitraum zu sichern und Kindern von Hartz-IV-Empfängern schöne Ferien mit Freikarten für Schwimmbäder oder den Zoo zu ermöglichen oder ihnen Schulbücher und - materialien zu spendieren. Berichte darüber hätten enorm viel für ein positives Image tun können!"

Elke Osman
Arndtstraße 27
Osnabrück

Bilduntertitel:
Der Bericht in der Neuen Osnabrücker Zeitung über vier " Saubermänner" in der Stadt Osnabrück schlägt Wellen. Viele Leser verstehen nicht, dass ein Projekt, das Hartz-IV- Empfänger in Lohn und Arbeit brachte, aus Geldmangel eingestellt werden soll.
Foto: Jörn Martens
Autor:
Elke Turner, Kersten Aschrich, Hans Franke, Elke Osman


Anfang der Liste Ende der Liste