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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Tierische Rasenmäher schonen die Natur
Zwischenüberschrift:
Alte Nutztierrassen bewirtschaften schätzenswerte städtische Wiesen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Sie sind Rasenmäher der besonderen Art: Elf Schafe und vier Rinder grasen auf sieben teils schwer zugänglichen Wiesen, die unter Naturschutz stehen. Dazu ziehen sie alle paar Wochen um. Im Vergleich zu ihren technischen Kollegen mähen die Tiere schonend und kostengünstig.

Mobile Beweidung nennt der Verein Weidelandschaften sein Projekt zur Landschaftspflege: Elf Rauwollige Pommersche Landschafe und vier Schottische Hochlandrinder weiden alle paar Wochen auf einer anderen Naturschutzfläche der Stadt.

Mit vier Hochlandrindern hatte der Verein 2005 probeweise sein Projekt gestartet. Jan-Phillip Kunath und Uwe Marderwald hatten die Ausgleichsfläche am Burenkamp von der Stadt gepachtet, um sie mit den Tieren zu bewirtschaften - sprich: Sie sollten das Gras fressen, es damit kurz halten und verhindern, dass die Wiese mit Büschen zuwächst, erklärt Kunath. Er ist erster Vorsitzender des Vereins, Uwe Marderwald sein Stellvertreter.

Die Hochlandrinder machten ihren Job gut, und so vergrößerte der Verein den Bestand um einige Weideflächen und Rinder. Außerdem kamen die Schafe hinzu. Heute bewirtschaftet der Verein etwa 10 der insgesamt 150 Hektar an städtischen Ausgleichs- und Naturschutzflächen, wie Christiane Balks und Ansgar Niemöller von der Unteren Naturschutzbehörde bei der Stadtverwaltung erläutern.

Sechs Rinder leben dauerhaft am Burenkamp, die anderen Tiere grasen abwechselnd auf den sieben verschiedenen Wiesen. Diese liegen südlich von Hellern, nördlich der Autobahn 30, in der Nähe der Ausfahrt Hasbergen/ Gaste und nordwestlich von Atter. Warum nun aber diese besonderen Rinder- und Schafrassen und keine gewöhnlichen Milchkühe? Die Tiere müssen robust und widerstandsfähig sein. So kommt das Rauwollige Pommersche Landschaf auch mit schlechter Witterung gut klar und hat seltener mit Klauen- oder Wurmerkrankungen zu kämpfen als andere Arten. Das schottische Hochlandrind wiegt 200 bis 300 Kilogramm weniger als hochgezüchtete Milchkühe und verursacht damit weniger Trittschäden im feuchten Boden, schildert Kunath. Und sowohl die Hochlandrinder als auch die Landschafe fressen gerne Disteln und Brennnesseln. Die wachsen nämlich vorwiegend auf den geschützten Wiesen. Schwarz-Bunte würden hier wohl nichts zum Fressen finden. Vorteile haben die alten Nutztierrassen auch im Vergleich zu Rasenmähern. Sie stutzen das Gras nicht auf einmal, sondern Stück für Stück ganz im Rhythmus ihres Hungergefühls.

Mehr Licht zum Wachsen

Das Ergebnis: Neben hoch gewachsenen Grasbüscheln stehen kurz gefressene. So können auch Pflanzen gedeihen, die mehr Sonnenlicht zum Wachsen brauchen. Indem die Stadt also ihre Naturschutzflächen mit Tieren bewirtschaftet, sorgt sie für Artenvielfalt. Aber auch wild lebende Tiere werden geschont: Die scharfen Messer der Geräte vernichteten vorher etwa viele Jungfrösche, die im Sommer auf den Wiesen in Atter unterwegs sind, erklären Balks und Niemöller. Mit der mobilen Beweidung hat sich das geändert. Ein weiterer Pluspunkt: Es gibt keine Mahd (Mähabfall) mehr, die entsorgt werden muss. Das spart bis zu 300 Euro pro Hektar im Jahr.

Bildunterschrift 1: Das schwarze Schaf ist in diesem Fall nicht der Sonderling in der Herde, sondern das Jungtier. Die Rauwolligen Pommerschen Landschafe fressen sogar Disteln und eigenen sich damit besonders für das Weiden auf Naturwiesen.

Bildunterschrift 2: Besuch am Burenkamp: Jan-Philip Kunath. Christiane Balks. Uwe Marderwald und Ansgar Niemöller sehen nach den dort lebenden Schottischen Hochlandrindern.

Fotos: Jörn Martens
Autor:
mac


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