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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die kleine Pause zwischendurch
Zwischenüberschrift:
Sehr beschaulich: Der Rissmüllerplatz um das Jahr 1930
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Viel schmaler als heute waren die Straßen am Rissmüllerplatz um 1930. Die Fotos sind mit Blick in den Natruper-Tor-Wall (früher Kronprinzenwall) aufgenommen. Rechts liegt die Natruper Straße, links beginnt die Bierstraße. Auf der historischen Aufnahme ist vorne rechts der Beginn der Wallanlagen zu sehen, die zum Hasetor führen. Damals hieß diese Straße Kaiserwall.

Am Wochenende, aber auch zum Feierabend flanierten- die Osnabrücker gern über die Wallstraßen, in die Grünanlagen eingebettet waren. Ein Teil dieser Anlagen ist an den Rändern des historischen Fotos zu sehen.

Dominiert wird die alte Aufnahme von einem der Akzisehäuser, die es an allen Stadttoren Osnabrücks gegeben hat. Die Akzise war eine Steuer, die für die Ein- und Ausfuhr von Waren erhoben wurde. Mit ihr und den Einnahmen aus dem damals städtischen Kohlebergwerk am Piesberg wurde der Stadthaushalt bestritten, bis am 1. Januar 1868 die Gemeindesteuer eingeführt wurde. Die letzte Akzise wurde noch bis 1922 für Bier, Branntwein und Essig erhoben. Dann wurde die Erhebung der Inflation wegen eingestellt. Das Akzisehaus am Natruper Tor wurde aus Verkehrsgründen abgebrochen. Ursprünglich sollte es an einer anderen Stelle wieder aufgebaut werden, doch nach dem 2. Weltkrieg geriet dies in Vergessenheit. Vor dem Akzisehaus nutzen Arbeitsmänner eine Pause, um den Fotografen bei der Arbeit zu beobachten.

Links im Hintergrund des Fotos von Rudolf Lichtenberg ist die Altstädter Volksschule zu sehen. Hier waren nach dem Krieg ein Schwesternwohnheim und die Verwaltung des Krankenhauses untergebracht.

Das Dach des Spitals erhebt sich hinter dem ehemaligen Schulhaus. Erbaut wurde der Klinkerbau 1928 im Bauhausstil, 1931 war er fertiggestellt und galt mit seinem architektonischen Konzept als " rational durchorganisierte Gesundheitsfabrik". Es verfügte bereits über ausgefeilte Kranken- und Speiseaufzüge sowie ein technisch aufwendiges Notrufsystem für Krankenschwestern.

Nach dem Wechsel des Krankenhauses an den Finkenhügel zog im Sommer 1994 die Stadtverwaltung wieder in das sanierte Gebäude ein. Hier wurden das Bürgeramt, die Fachbereiche Soziales und Kultur sowie Grün und Umwelt und weitere Einrichtungen der Stadtverwaltung untergebracht.

Ein Teil der ehemaligen Klinikflächen wurde Mitte der 90er Jahre an die Steigenberger-Gruppe verkauft, die hier im April 1998 das neue Remarque-Hotel eröffnete. Benannt ist es nach dem Osnabrücker Schriftsteller Erich Maria Remarque (1898-1970).

Mehr Platz für den Straßenverkehr bietet der Rissmüllerplatz heute. Links: das Stadthaus.
Foto: Jörn Martens

Urn 1930 stand noch ein Akzisehaus am Rissmullerplatz. Links im Hintergrund ist die Altstädter Volksschule zu sehen, hinter der das Dach des Stadtkrankenhauses hervorragt.
Foto: Rudolf Lichtenberg
Autor:
Marie-Luise Braun


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