User Online: 1 | Timeout: 19:44Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Der Kuckuck ist kaum mehr zu hören
Zwischenüberschrift:
Vogelart stirbt aus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Gerhard Kooiker

OSNABRÜCK. Wo zum Kuckuck ist er denn geblieben? Der Vogel, der seinen Namen ruft und den man aus glücklichen Kindertagen kennt, Iässt sich in und um Osnabrück kaum noch blicken. Sehr selten oder gar nicht mehr hört man im Frühjahr die bekannten ,, Kuckuck, kuckuck"- Rufe.

Der Kuckuck ist in vielen Regionen Deutschlands kaum mehr zu sehen. In einigen Gebieten ist er bereits ausgestorben. Man muss leider davon ausgehen, dass der Brutbestand des Kuckucks inzwischen auch in Osnabrück erloschen ist. Ein seltener und unregelmäßiger Brutvogel war er schon in den vergangenen beiden Jahrzehnten. Die faunistische Atlaskartierung 2000-2003 erbrachte nur noch vier Nachweise rufender Männchen draußen in der Feldflur von Hörne, Darum und Lüstringen/ Natbergen.

Damals wurde schon befürchtet, dass er unmittelbar vor dem Aussterben steht. Nun ist es wohl so weit, trotz intensiver Suche gelang in diesem und im vergangenen Jahr keinen Reviernachweis mehr. Die wenigen rufenden Kuckucke zogen rasch weiter. Kuckucke werden üblicherweise durch die Zählung rufender Männchen erfasst, die sich länger an einem Ort aufhalten.

Der Kuckuck stellt sich dort ein, wo seine Wirtsvogel brüten. Daher sagt ihm die halboffene Landschaft mit Feldgehölzen und Hecken, mit lockerem Baum- und Buschbestand in Verbindung mit röhrichtbestandenen Graben und Stillgewässern am meisten zu.

Der Vogel ist schon ein merkwürdiger Gesell. Legt seine Eier einfach in fremde Nester und schert sich einen Deibel um die Aufzucht seiner Kinder. Das überlässt er den Wirtsvögeln. In den meisten Fällen handelt es sich um Sumpfrohrsanger, außerdem Rohrammern, Teichrohrsanger, Wiesenpieper, Heckenbraunellen und Bachstelzen. Insgesamt ist in Osnabrück jedoch sehr wenig über seine Wirtsvogelarten bekannt.

Dem Wirtsvogel treu

Doch diese Strategie führt in eine Sackgasse, wenn die Wirtsvogel im Bestand abnehmen. Jedes Kuckucksweibchen bevorzugt nämlich nur eine bestimmte Wirtsvogelart und kann nicht auf andere Arten ausweichen. Man spricht hier von Wirtstreue. Gibt es zum Beispiel weniger Sumpfrohrsänger, weil ihre Lebensräume schrumpfen, so stehen immer weniger geeignete Wirtsvogel zur Verfügung. Die Kuckucksweibchen können dann nicht einfach ihre Eier in die Nester anderer Vogelarten legen.

Überdies gelten als weitere Rückgangsursachen die intensive Landwirtschaft, die Ausräumung der Kulturlandschaft und Veränderungen im afrikanischen Winterquartier. Wenn man den Kuckuck schätzt, so profitieren auch seine Wirtsvögel, das kann aber nurüber den Biotopschutz gelingen.

Bilduntertitel:
Bald lebt er vermutlich nur noch im bekannten Kinderlied: der Kuckuck. Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


Anfang der Liste Ende der Liste