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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Brötchentaste ist umstritten
Zwischenüberschrift:
Bremen baut sie aus, Frankfurt schafft sie ab - Und was macht Osnabrück?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
In Zukunft auch in Osnabrück? SPD und Grüne wollen das kostenlose Parken an der Straße abschaffen und denken über Automaten mit der so genannten Brötchentaste nach. In Frankfurt, wo das Foto entstand. ist sie nach einer Probephase wieder abgeschafft worden.Foto: ddp

von Wilfried Hinrichs

OSNABRÜCK. Kommt der Parkautomat mit Brötchentaste? Andere Städte haben damit schon Erfahrungen gesammelt - und zwar sehr unterschiedliche.

Die Brötchentaste ist für jene gedacht, die nur kurz für eine Besorgung halten wollen. Autofahrer ziehen ein Ticket, legen es sichtbar ins Auto und haben dann 15 oder 20 Minuten Zeit. Wer länger parken will, muss die normale Taste drücken und zahlen. Das, so meinen SPD und Grüne, konnte ein Konzept für Osnabrück sein. Sie werden dem Stadtentwicklungsausschuss zur nächsten Sitzung am 15. Februar einen Antrag vorlegen, wonach das Parken an der Straße grundsätzlich wieder Geld kosten soll. Die Verwaltung soll dazu ein Konzept erarbeiten und dabei die Einführung der Brötchentaste prüfen.

Bremen habe damit positive Erfahrungen gemacht und werde die Brötchentaste in weiteren Stadtteilen einsetzen, sagte gestern der Prokurist der Bremer Parkstättenbetriebsgesellschaft Brepark, Frank Brombach. Von April 2004 bis März 2005 wurden 20 Parkscheinautomaten in vier Testgebieten mit der Brötchentaste ausgestattet. Bei den Testgebieten handelte es sich um Stadtteilzentren außerhalb der Innenstadt. Der Park-Umsatz sei in etwa gleich geblieben, sagt Brombach. Der Einzelhandel habe die Brötchentaste einhellig positiv bewertet. Inzwischen sind etwa 45 Parkscheinautomaten mit der Extrataste nachgerüstet worden. Wichtig: Anders als in Osnabrück kostete das Parken in Bremen zuvor 50 Cent für eine halbe Stunde. Mit Brötchentaste ist der Stopp jetzt 20 Minuten kostenlos.

Ganz anders sind die Erfahrungen in Frankfurt: Die Brötchentaste wurde nach einer Testphase wieder abgeschafft. Sie sei von den Autofahrern ,, komplett nicht angenommen" worden, sagte Helmut Dessau, Prokurist der Parkhaus-Betriebsgesellschaft. Das Parken an der Straße kostet in Frankfurt ein Euro pro halbe Stunde. Die Brötchentaste erlaubte 15 Minuten freies Parken. Die Autofahrer haben sie aber kaum genutzt. Über die Gründe spekulieren die Experten. Dessau meint, vielen Autofahrern sei es zu lästig, für einen Kurzstopp erst zum Parkscheinautomaten zu laufen. Andere setzten darauf, nicht erwischt zu werden. Und diese Gruppe der Risiko-Parker hat nach Dessaus Schilderungen schnell gelernt: Wenn sie ein Brötchenticket ins Auto legen und die Zeit überziehen, kann ihnen die Überziehungszeit genau nachgewiesen werden. Ohne Ticket konnen sie sich bei einer Kontrolle rausreden: ,, Aber doch kein Knöllchen, bitte, ich steh doch erst seit drei Minuten hier."

Damit sind wir beim Kernproblem: die Kontrolle. ,, Die Brötchentaste macht nur Sinn, wenn ganz konsequent überwacht wird", meint der Geschaftsführer des Bundesverbandes der Park- und Garagenhauser, Gerhard Trost-Heutmekers. Die Wirkung der Brötchentaste wird nach seiner Meinung überschatzt. Sie sei im Großen und Ganzen ,, eher kein Erfolg".
Autor:
Wilfried Hinrichs


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