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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Saubermänner: Erst viel Lob, dann Hartz IV
Zwischenüberschrift:
Projekt Iäuft im September aus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Rainer Lahmann-Lammert

OSNABRÜCK. Ihr Werkzeug ist die Unratzange. Damit heben sle auf, was andere auf die Straße geworfen haben. Zur Freude von Passanten und Geschäftsleuten halten sie jeden Nachmittag die Innenstadt sauber. Aber nur bis zum 14. September. Dann müssen sich die vier von der Spätschicht wieder auf Hartz IV einstellen.

Jeden Tag füllen Jürgen Neebuhr und Andreas Schulz, Mathias Stegemann und Lutz Hundert acht große Mülltonnen mit mehr oder weniger unappetitlichen Hinterlassenschaften, die sie von der Strafte auflesen. Von vielen Seiten bekommen sie Anerkennung für ihre Arbeit, auch von Martin Donnermeyer, dem Chef des städtischen Abfallwirtschaftsbetriebes: ,, Das Projekt hat sehr gut eingeschlagen, die Präsenz dieser Mitarbeiter wird von der Bevölkerung gut aufgenommen."

Der Abfallwirtschaftsbetrieb fungiert zwar als Arbeitgeber fur die vier Saubermänner, ihr Lohn kommt allerdings aus der Arbeitsverwaltung. Mit dem Projekt sollte Hartz-IV-Empfängern eine neue Perspektive geboten werden. Es war aber von Anfang an auf neun Monate befristet.

Jetzt läuft die Uhr langsam ab, und die Stadt hat kein Geld, um die vier Männer weiterzubeschäftigen. Vorarbeiter Jürgen Neebuhr (49) ist frustriert: ,, Man fällt in ein Loch, ohne Perspektive. Die finanzielle Einbuße ist gewaltig!" Als Fachkraft für die Lagerwirtschaft hat er früher gearbeitet, bis er vor zwei Jahren arbeitslos wurde und schließlich von Hartz IV leben musste.

Den anderen erging es ähnlich. Zwei der vier Manner hatten eine Stelle als Ein-Euro-Jobber, als ihnen die neue Aufgabe angeboten wurde. Obwohl sie es jeden Tag mit Hundekot, plattge-tretenen Pommes frites und Flaschenscherben zu tun haben, machen sie ihren Job gerne.

In Schreiben an Oberbürgermeister Pistorius und andere Stellen hat sich Jürgen Neebuhr dafur eingesetzt, dass die Stadt das Projekt übernimmt und die Arbeitsplätze erhält. Aber dafür gibt es keinen Etat. Weil der zusätzliche Reinigungsservice so gut ankommt, gibt es im Abfallwirtschaftsbetrieb Oberlegungen fur eine Fortsetzung unter anderen Bedingungen, wie Werkleiter Martin Donnermeyer bestätigt. Aber die Art der Finanzierung werde noch diskutiert, sagt er, am besten sei eine kostenneutrale Lösung. Denn eine Gebührenerhöhung für die Haushalte in Osnabrück sei nicht gewollt. Keine guten Aussichten für Jürgen Neebuhr und seine Truppe.

Bilduntertitel:
Bald wieder ohne Job: Jürgen Neebuhr. Andreas Schulz, Mathias Stegemann und Lutz Hundert. Foto: Jörn Martens

Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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