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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Inhalt:
Überschrift:
Medizin vom Mohren
Zwischenüberschrift:
Apotheke an der Johannisstraße wurde 1659 gegründet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Mohrenapotheke gilt als ein wichtiges Gebäude des Osnabrücker Klassizismus. Bis in den Zweiten Weltkrieg stand dieses Gebäude an der Johannisstraße 51-53. Die Aufnahme von Rudolf Lichtenberg stammt aus der Zeit um 1913. Foto: Rudolf Lichtenberg

Medizin vom Mohren

Apotheke an der Johannisstraße wurde 1659 gegründet

Von Marie-Luise Braun

OSNABRüCK. Neun Achsen, drei Vollgeschosse und drei Grundstücke: Wuchtig zeigt sich die Mohrenapotheke auf dem Foto von 1913. Heute wird an dieser Stelle immer noch Medizin verkauft. Doch der Baukörper hat deutlich abgespeckt.

Am 27. Mai 1659 erhielt die Mohrenapotheke ihre Konzession, damals allerdings noch unter einem anderen Namen. Der Bürgermeister und der Rat der Stadt erteilten dem Apotheker Johann Rudolphus Schwarz die Erlaubnis, die " Apoteck uffer Neubenstadt" zu eröffnen.

Mit der Hirsch- und der Ratsapotheke gab es in Osnabrück damals somit drei Apotheken. 1734 erhielt der Ratsapotheker Nicolaus Albrecht Ehmbsen das Recht, die Apotheke in der Johannisstraße 51-53 zu führen. Aus dieser Zeit stammt das Brustbild des Mohren, das die Apotheke über dem Eingang ziert: 1748 wird sie erstmals " Mohrenapotheke" genannt. Kurze Zeit später muss der klassizistische Bau errichtet worden sein, der 1942 von Bomben beschädigt wurde.

Die Mohrenapotheke gilt als wichtiges Bauwerk des Osnabrücker Klassizismus. Die Kunden erreichten das Geschäft über ein paar Treppenstufen im mittig gelegenen Eingang. Das Erdgeschoss gliederten sechs dorische Pflaster, fünf Fenster im Mittelgeschoss waren mit flachen Ziergiebeln geschmückt - eine Besonderheit, die es an anderen klassizistischen Gebäuden der Stadt nicht gab. Durch bogenformige Tore war das Grundstück hinter dem Haus zu erreichen.

Nach dem Krieg konnte die Fassade nicht erhalten werden, und auch die Innenausstattung war verloren. 1946 übernahmen die Apotheker Carl und Erdu Raestrup das Geschäft. Sie ließen ein neues Gebäude auf dem Grundstück Johannisstraße 52/ 53 errichten, dessen Stil an das ehemalige Haus erinnert (linke Bildhälfte). Es ist allerdings deutlich schmaler.

Zeitreise

Mit neuer Fassade und schmaler wurde die Apotheke in den 1940er-Jahren wieder aufgebaut. Das Haus mit Friseur und Imbiss liegt auf dem f rei gewordenen Grundstück. Foto: Klaus Lindemann

Auf dem frei gewordenen Grundstück mit der Nummer 51 steht jetzt ein Haus, in dem im Erdgeschoss ein Friseur und ein Imbiss auf Kundschaft warten.
Autor:
Marie-Luise Braun


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