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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Das Alte Rathaus war ein Kaufhaus
Zwischenüberschrift:
Heute steht an der Südwestecke des Marktes die Stadtbibliothek
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Marie-Luise Braun
OSNABRÜCK. Ein Rathaus, das genau genommen keines war, steht heute im Mittelpunkt unserer Zeitreise. Das ,, Alte Rathaus" an der Südwestecke des Marktes war ein Kaufhaus, das schon 1383 zum ersten Mal durch eine Urkunde belegt ist, also fast 100 Jahre vor dem Bau des " neuen" Rathauses.

An der südöstlichen Ecke des Marktes stand das ,, Alte Rathaus", also dort, wo heute die Stadtbibliothek zu finden ist. Seine Fläche maß etwa 40 Mal 13 Meter und reichte weit in die heutige Krahnstraße hinein. Im Erdgeschoss des Hauses befanden sich die Stände der Fleischer und Bäcker, im ersten Stock die der Tuchhändler.

Später wurde hier der große Gewandhaussaal eingerichtet. Es war neben den Kirchen der größte Saal der spätmittelalterlichen Stadt. In ihm fanden bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts die jährlichen Ratswahlen am 2. Januar statt. Möglicherweise wurden auch einige Sitzungen des Rates abgehalten. Als Rathaus im eigentlichen Sinne, also als Sitz der städtischen Selbstverwaltung, kann das Gebäude allerdings nicht bezeichnet werden.

Diesem Zweck dient das ,, neue" Rathaus ein paar Schritte weiter. Es wurde 1512 nach 25 Jahren Bauzeit fertiggestellt. Um den Sandsteinbau mit der reprasentativen Fassade errichten zu können, wurden die Bauten abgerissen, die zuvor zwischen Marktstraße und Marienkirche gestanden hatten. Außerdem wurde der Friedhof aufgegeben.

Erstmals per Urkunde belegt ist ein Osnabrücker Rathaus im Jahr 1244. Es stand an der Kreuzung von Bier- und Krahnstraße mit Heger Straße und Markt.

Zurück zum Alten Rathaus: 1903, zum Zeitpunkt der Aufnahme des historischen Fotos, stand neben ihm ein Gebäude aus dem 19.Jahrhundert, in dem sich städtische Dienststellen und die Sparkasse befanden. Zuvor standen hier zwei Renaissancebauten, das Legge- und das Akzisehaus, die zwischen 1619 und 1622 errichtet worden waren. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg bestimmt heute ein langgestreckter 50er-Jahre-Bau den Blick an der Stelle. In den oberen Etagen ist heute die Stadtbibliothek mil der Kinder- und Jugendbibliothek untergebracht. Im Erdgeschoss warten ein Kiosk, eine Boutique und ein Friseur auf Kundschaft.

Eine erste Volksbibliothek hatte der hannoversche Rittmeister a. D. Eberhard Friederich 1869 in seiner Wohnung am Petersburger Wall eröffnet. Später zog sie in einen Raum im Alten Rathaus um. Die Sammlung wurde erweitert, und am 4. März 1902 wurde schließlich in der Hakenstraße 12 die ,, Städtische Bücher- und Lesehalle zu Osnabrück" eröffnet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Bücherei zum Behelf im ehemaligen Offizierskasino am Neuen Graben untergebracht. Später zog sie in das Haus um, in dem heute das Remarque-Zentrum untergebracht ist. In den 90er Jahren wechselte sie an ihren heutigen Standort.

Bilduntertitel:
Um 1903 fotografierte Rudolf Lichtenberg das Alte Rathaus am Markt. Das Bild ist ein Dokument, das auch einiges über die Kleiderordnung jener Tage aussagt.

Die 50er Jahre lassen grüßen: Heute steht die Stadtbibliothek an der Stelle. wo früher das Alte Rathaus den Blick bestimmte. Foto: Jörn Martens
Autor:
Marie-Luise Braun


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