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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Stadtwerke jubeln über satten Gewinn - Sechs Millionen Überschuss
Zwischenüberschrift:
Eine Million Besucher: Bäder auf Erfolgswelle - Ein Liter pro 100 - Mit gutem Gefühl Bus fahren - Mehr eigener Strom - ,,U wie unschlagbar"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Stadtwerke Osnabrück wandeln zwischen Jubel und Jammer: Sechs Millionen Überschuss stehen für 2006 auf der Anzeigetafel. Das ist deutlich mehr als im Vorjahr. Aber die geplanten Eingriffe der Bundesnetzagentur In den Strommarkt bereiten dem Stadtwerke-Vorstand Kummer.

,, Immer am Ball" hat der Stadtwerke-Vorstand den Geschaftsbericht 2006 betitelt. Traditionell bettet die stadteigene Aktiengesellschaft ihre Zahlen in ein buntes Umfeld ein - als Rezeptesammlung etwa oder, wie jetzt, als Anspielung auf das fußballerische Sommermärchen in 2006. Und wie beim Fußball liegen im Geschäft der Stadtwerke Jubel und Jammer dicht beieinander.

Zunächst das Jubeln: Mit einem Jahresüberschuss von 6, 13 Millionen Euro übertrafen die Stadtwerke das Ergebnis von 2005 um 3, 63 Millionen Euro. In fast allen Bereichen seien die Umsatzerlöse gestiegen, sagte Stadtwerke-Vorstand Manfred Hülsmann. Hinzu kommen Einmaleffekte, ausgelöst durch Zuschüsse aus anderen Jahren, die jetzt in der Bilanz zum Tragen kommen. 3, 1 Millionen Euro des Gewinns überweisen die Stadtwerke an ihre Gesellschafterin, die Stadt Osnabrück. Der Rest des Überschusses geht in die Gewinnrücklage der Stadtwerke.

,, Das vergangene Jahr war nicht einfach für uns", sagte Hülsmann. Die Rahmenbedingungen im Energiemarkt hatten sich drastisch gewandelt. ,, Aber wir haben ein kompetentes und motiviertes Team, das mit Spielfreude und einer klugen Taktik zum Erfolg gekommen ist."

Jetzt zum Jammern: Der Grund sind die von Hülsmann genannten veränderten Rahmenbedingungen auf dem Energiemarkt. Die Netznutzungsentgelte sind von der Bundesnetzagentur geändert worden. Das bedeutet: Das Geld, das ein Versorgungsunternehmen seinen Kunden für die Nutzung des Stromnetzes in Rechnung stellen darf, ist reguliert. Die Stadtwerke verlieren dadurch Einnahmen, die sie aber durch effektivere Arbeit weitgehend ausgleichen konnten.

Aber die nächste Herausforderung steht bevor: die sogenannte Anreizregulierung. Ab Januar 2009 sollen alle Energieversorger nur noch soviel Netzentgelt verlangen können wie der Beste in der Branche bundesweit. Die Stadtwerke nicht nur in Osnabrück sehen sich gegenüber den Riesen RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW benachteiligt. Ein Gemischtwarenladen wie die Stadtwerke Osnabrück sei mit den auf Energie konzentrierten und renditeorientierten Konzernen nicht vergleichbar, sagt Manfred Hülsmann. Richtig ware es nach seiner Meinung, den Durchschnitt zum Maßstab zu machen. Diese Forderung unterstützen alle im Rat vertretenen Parteien. Die Politiker wollen auf die Landesregierung Einfluss nehmen, dem Gesetz im Bundesrat nicht zuzustimmen.

Der Verbraucher spürt von diesem Gerangel zunächst wenig. Die Senkung der Netzentgelte ist ein Grund, dass die Endpreise konstant geblieben sind. Langfristig konnte die Anreizregulierung aber schwere Folgen haben, die Oberbürgermeister Boris Pistorius ausmalte: Die kleinen Stadtwerke verschwanden vom Markt, den sich die Großen dann teilten - zu Lasten der Verbraucher. Ein Nachtrag zum Jubeln: CDU-Fraktionsvorsitzender Fritz Brickwedde lobte wie die anderen Fraktionssprecher die Arbeit der Stadtwerke-Mitarbeiter: ,, Sie machen einen tollen Job."

Die Stimmung ist gut bei den Stadtwerken Osnabrück. Der Geschäftsbericht für 2006. der die Zahlen in das Thema Fußball einbettet, weist einen Gewinn von 6, 13 Millionen Euro aus. Das Foto ist dem Geschäftsbericht für den Bereich Erdgas entnommen. Der Titel:" Anfeuern". Foto: Heese

Eine Million Besucher - Bäder auf Erfolgswelle

Über eine Million Menschen haben im vergangenen Jahr eines der drei Bader genutzt. Mit 1067 800 Besuchern zahlten die Stadtwerke 104 800 Besucher mehr als im vorangegangenen Jahr. Das entspricht einer Steigerung um rund elf Prozent. Damit wurde erstmals seit 1992 wieder die Millionengrenze geknackt. Das Konzept, Schwimmbader mit speziellen Schwerpunkten anzubieten, habe sich bewährt, heißt es im Geschäftsbericht. Die Stadtwerke betreiben das Schinkelbad (Gesundheit), das Moskau (Freibad) und das Nettebad (Spaß und Sport). Besonders das drittgrößte Sport- und Freizeitbad Niedersachens im Nettetal erfreue sich wachsender Beliebtheit. Die Zahl der Sauna-Besucher stieg dort im Jahr 2006 um 25 000 auf 64 500.

Ein Liter pro 100 - Mit gutem Gefühl Bus fahren

Erstmals seit 1992 wieder über eine Million Badegäste.

Die Trinkwasserabgabe ist 2006 um 2, 4 Prozent gestiegen. Das Trink- und Abwasserlabor der Stadtwerke ist als .. kompetentes Prüflabor" ausgezeichnet worden. Nur wenige der etwa 6000 Wasserversorger verfügten über ein vergleichbares Labor, das seine Dienstleistungen jetzt auch anderen Versorgungsunternehmen anbieten kann.

Der Bus hängt das Auto in der Öko-Bilanz deutlich ab: 1m Auto werden 6, 5 Liter Diesel pro Kopf und pro 100 Kilometer verbraucht. Im Bus ist es nur ein Liter, wie Dr. Stephan Rolfes vorrechnete. Ein guter Grund, Bus zu fahren. Dennoch taten es 2006 weniger als im Jahr davor: Die Zahl der Fahrgäste sank von 36, 7 Millionen auf 35, 5 Millionen. Rolfes nutzt aber gern einen anderen Gradmesser, nämlich die Zahl der Fahrten pro Kopf und Jahr. Da liegt Osnabrück mit 213 Fahrten weit über dem Durchschnitt vergleichbarer Städte, der bei etwa 170 Fahrten liegt. Probleme bereiten die sinkenden Landeszuschüsse. Die Lücke muss durch höhere Effektivität geschlossen werden. Der Bau des Betriebshofes und der neue Tarifvertrag hatten die erhofften Effizienzgewinne gebracht, sagte Rolfes. Neue Fahrer, die von der Stadtwerke-Tochter Osnabus eingestellt werden, erhalten weniger Geld als ihre altgedienten Kollegen. Die Personalkosten sind seit sieben Jahren konstant. Die Kunden sind mit Liniennetz, Pünktlichkeit und Sicherheit sehr zufrieden, wie eine Befragung ergeben hat.

Weniger Fahrgäste, aber höhere Effizienz im Nahverkehr.

Mehr eigener Strom - ,, U wie unschlagbar"

Unabhängiger werden durch eigene Stromerzeugung.

Mit ,, E wie einfach" macht ein Billiganbieter den Wechsel des Stromlieferanten schmackhaft. Die Stadtwerke kontern mit ,, U wie unschlagbar". Nach eigenen Angaben verloren die Stadtwerke 120 Kunden an den Konkurrenten, konnten aber gut die Halfte zurückgewinnen. Auch der einstige Preisbrecher Yello-Strom setzte sich nicht durch, wie Manfred Hülsmann sagte. 500 Kunden wanderten zunächst ab, 300 davon kehrten zu den Stadtwerken zurück. Der Strompreis blieb 2006 konstant, dank guter Einkaufspolitik, wie Hulsmann meint. Um konkurrenzfähig zu bleiben, setzen die Stadtwerke auf eine eigene Stromproduktion. Der Einstieg ist gemacht mit der Beteiligung an einem Gaskraftwerk in Hamm-Uentrop. Elf Prozent des Strombedarfs soll dieses Kraftwerk ab 2008 liefern. 70 Prozent kommen dann noch vom Großhandel, 16 Prozent von Öko-Einspeisern (Windkraft, Biogas). Der Rest wird von dezentralen Energieerzeugern wie Blockheizkraftwerken erzeugt. Durch Beteiligungen an Kraftwerken wollen die Stadtwerke bis 2012 ein Drittel des Stroms aus eigenen Quellen speisen.
Autor:
hin


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