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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Man kanns einfach nur aus Spaß tun
Zwischenüberschrift:
Verschiedene Spezialkonstruktionen erhöhen für viele die Freude am Radeln
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
nor/ swa OSNABRÜCK. Man kann Fahrrad fahren, um Sprit zu sparen und die Um-welt zu schonen, man kann ts tun, um in der City flott und ohne Parkplatzstress voranzukommen oder um dem Bewegungsmangel et-was entgegenzusetzen. Vor allem kann man Fahrrad fahren aus reinem Vergnügen. Die Hersteller bieten dazu auch noch für jeden Geschmack elne andere Spezialkonstruktion an.

Peter Reichel, der selbst einen Fahrradladen betreibt, schwört in der Freizeit, aber auch auf dem Weg zur Arbeit auf ein Pedersen-Fahrrad. Die Konstruktion des in England lebenden Dänen Mikael Pedersen ist über 100 Jahre alt. Charakteristisch ist der an einem Gurt wie eine Hängematte aufgespannte Sattel. " Das ist bequem", sagt Reichel. Das eigentlich Besondere an einem Pedersen-Rad: Es wiegt deutlich weniger als ein herkömmliches Fahrrad. Der Däne hat durch die aufwendige Konstruktion mit vielen Lötstellen und dünnen Rohren schon vor über 100 Jahren ein Leichtbaurad hingekriegt. " Für lange Touren ist es nicht geeignet", findet Reichel. Aber für die Sonntagnachmittag-Spazierfahrt im Umkreis von bis zu 30 Kilometern sei es ideal. Und dass man mit so einem Vehikel sofort auffällt? Daran haben sich Reichel und seine Frau inzwischen gewöhnt.

Wenn Heiko Nordmann kräftig in die Pedale tritt, können untrainierte Radfahrer nicht lange mithalten mit dem Amateur-Radrennfahrer. Das geht seiner Frau Lydia nicht anders: " Auch wenn er Rücksicht nimmt und normal fährt, ist das für mich schon zu schnell", berichtet sie, " was für ihn eine normale Ausfahrt ist, bedeutet für mich die pure Hetze." Das Paar hat für das Problem allerdings eine Lösung gefunden: ein Tandem. " So kann ich meine Frau nicht mehr verlieren", lacht Heiko Nordmann.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Der Schwächere profitiert auch von dem Stärkeren, denn obwohl beide freilich im gleichen Rhythmus treten müssen, kann der Krafteinsatz variiert werden. " Die Beine hochlegen kann ich natürlich nicht", betont Lydia Nordmann. Allerdings kann sie einfach locker mittreten, während ihr Mann vor ihr mit voller Wattzahl die Pedale in Schwung bringt. Das hat natürlich auch seinen Preis, denn als Sozia ist sie dem Piloten völlig ausgeliefert. " Ich kann nichts machen und auch nach vorne nicht sehen. Ich muss mich voll auf meinen Vordermann verlassen können", erklärt Lydia Nordmann, " dafür kann ich mir aber in Ruhe die Gegend anschauen." Außerdem hat das Paar beobachtet, dass Fußgänger, die oftmals auf Radfahrer schimpfen, Tandemfahrern gegenüber freundlicher gesinnt sind. Der Zweisitzer ist eben ein Hingucker. Weil Rollwiderstand und Stirnfläche, also die Angriffsfläche des Windes, vergleichbar mit einem normalen Fahrrad sind, kann man mit einem Tandem weitaus schneller fahren als mit einem Einsitzer. " Ein normaler Tourenfahrer kommt etwa auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 bis 22 km/ h. Mit dem Tandem sind 30 km/ h kein Problem", rechnet Heiko Nordmann vor. Dementsprechend kann man auch etwas größere Ausflüge in Angriff nehmen, ohne sich völlig zu verausgaben. Etwa 2000 Euro bezahlt man für ein ordentliches Tandem. Beim Kauf sollte man allerdings darauf achten, dass das Größenverhältnis für Vordermann wie auch für Hintermann passt. Peter Berrnhard mag' s gemütlich. Aber sein erstes Liegerad hat er sich vor ein paar Jahren wegen des Rückens gekauft. ,, Wer einmal vom Liegerad-Virus infiziert wurde, den lässt es nicht mehr los", bekennt sich Bernhardt zur flachen Maschine. Vor ein paar Wochen hat er mit einigen Gleichgesinnten eine Liegerad-Gruppe im Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) gegründet. Was macht den Reiz aus, in so einem Liegestuhl mit Pedalen durch die Gegend zu fahren? Für Peter Bernhardt ist es neben der Gemütlichkeit vor allem die schöne Sitzposition. Der Kopf ist oben, man sieht die Landschaft. Seit neuestem ist Bernhardt stolzer Besitzer eines zusammenklappbaren dreiradrigen Liegerades. Und das ist für den Osnabrücker Bequemlichkeit pur: ,, Wenn ich mal eine Pause machen will, bleibe ich einfach stehen und habe meinen Liegestuhl gleich bei mir." Wie gesagt: Man kann aus allen möglichen Gründen Rad fahren - der schönste ist die Freude am Fahren.

Für Liegeradfans und solche. die es werden wollen: Treff jeden dritten Dienstag im Monat. 19 Uhr. Lagerhalle. www.adfc-osnabrueck.de

Bildunterschrift 1: Gemütlich und trotzdem flott: Peter Bernhardt ist passionierter Liegeradfahrer. Mit seinem dreirädrigen Modell hat er den Liegestuhl für die Pause gleich bei sich.

Foto: Michael Hehmann

Bildunterschrift 2: Ungewöhnlicher Anblick: Peter Reichels Pedersen-Fahrrad ist eine über 100-jährige Leichtbaukonstruktion.

Foto: Jörn Martens

Bildunterschrift 3: Gemeinsam treten Lydia und Heiko Nordmann auf ihrem Tandem in die Pedale.

Foto: Mirko Nordmann
Autor:
nor, swa


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