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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Fürsorge mit Haus, Garten und Stall
Zwischenüberschrift:
Die Voß'schen Armenhäuser an der Hasemauer
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Ältere Menschen, die nicht mehr für den eigenen Lebensunterhalt sorgen konnten, waren früher in Armenhäusern untergebracht. Dort hatten sie einen Wohnplatz und wurden verpflegt. Unsere heutige Zeitreise führt zu den ehemaligen Armenhäusern an der Hasemauer.

Armenhäuser entwickelten sich in der Frühen Neuzeit (15. bis 18. Jahrhundert) aus den mittelalterlichen Spitälern und Hospizen. Sie nahmen lediglich verarmte Bürger der eigenen Stadt auf, Fremde wurden abgewiesen.

Finanziert wurden die Armenhäuser in der Regel durch Stiftungen reicher Bürger sowie durch Zuschüsse von Stadt und Kirche. Gehörte zum Armenhaus ein Garten oder ein landwirtschaftlicher Betrieb, waren die Armen verpflichtet, hier mitzuarbeiten.

In Osnabrück lag die Armenfürsorge bis 1810 fast ausschließlich in privater und kirchlicher Hand. Finanziert wurde sie seit 1570 auch über die Stiftung des Domvikars Heinrich Voß, dessen Nachlass zur Unterbringung von Armen verwandt wurde. Waren die Bedürftigen bis 1750 in einem Haus an der Martinspforte untergebracht, so nutzte die Stiftung anschließend die Häuser an der Hasemauer 12-15. Es sind die drei hellen, eingeschossigen Gebäude in der rechten Hälfte der alten Aufnahme.

Im Inneren der Häuser gab es jeweils eine Diele (12 Quadratmeter) mit einer offenen Feuerstelle, eine Stube und zwei Kammern von jeweils sechs Quadratmetern. Im Hinterhof stand den Bewohnern ein kleiner Garten mit Schuppen und Stall zur Verfügung.

Die Armenhäuser standen entlang der ehemaligen Stadtmauer und damit an einem Ort. der nicht zur ersten Adresse einer Stadt gehörte. Mit der Entfestigung der Stadt zu Beginn des 19. Jahrhunderts sollten diese Viertel aufgewertet werden - nach dem Beispiel der Ringstraßenarchitektur in Wien.

Die Veränderungen sind auf der historischen Aufnahme bereits zu sehen: Im Vordergrund deuten die Bäume die neu angelegte Promenade an, im Hintergrund steht ein mehrstöckiges Gebäude.

Geblieben ist lediglich der Verlauf der Straße. Auf dem Gelände der früheren Armenhäuser stehen inzwischen mehrstöckige Wohnhäuser.

Bildunterschrift 1: An der Hasemauer lagen die drei eingeschossigen Armenhauser (rechts), in denen die Stiftung des Domvikars Heinrich Voß ab 1750 Bedürftige unterbrachte. Das Bild nahm Rudolf Lichtenberg im Jahr 1927 auf.

Foto: Rudolf Lichtenberg

Bildunterschrift 2: Mehrstöckige Wohnhäuser liegen heute auf den Grundstücken an der Hasemauer 12-15.

Foto: Jörn Martens
Autor:
Marie-Luise Braun


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