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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein Haus mit besonderen Freiheiten
Zwischenüberschrift:
Der Adelshof von Moltke zu Wulften an der Süsterstraße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK

An der Süsterstraße 3 lag der Adelshof von Moltke zu Wulften. Dieses Foto wurde vor 1930 aufgenommen. Foto: Bruno Lichtenberg

Ein Wohnhaus steht heute an der Stelle des Adelshofs. Daneben ist die Turnhalle der Grundschule St. Johann zu sehen. Foto: Klaus Lindemann

Ein Haus mit besonderen Freiheiten

Der Adelshof von Moltke zu Wulften an der Süsterstraße

Von Marie-Luise Braun

OSNABRÜCK. Um 1800 nahmen Adelshöfe ein Sechstel des Osnabrücker Stadtgebietes ein. Zu ihnen zählte der Hof Moltke zu Wulften an der Süsterstraße 3. Erbaut wurde der Hof im 14. Jahrhundert.

Die Adelshöfe wurden vornehmlich an der Haken-, Kommenderie-, Süster- und Goldstraße und später in der Nähe des Schlosses errichtet, das im ausgehenden 17. Jahrhundert gebaut worden war.

Wegen der Beteiligung an den städtischen Verwaltungsaufgaben und der Betrauung mit landesherrlichen Ämtern siedelte sich der Landadel in der Stadt an. Seine Höfe waren zum Teil mit besonderen Rechten oder Freiheiten ausgestattet wie Jagdreohten oder der Steuerfreiheit.

Anfang des 17. Jahrhunderts war der Adclshof an der Süsterstraße Schauplatz religiöser Streitigkeiten der besonderen Art: Damals wohnte hier der Kanonikus zu St. Johann, Johann Cord von Amelunxen zu Gesmold, mit seiner Frau. Ihr zuliebe hatte er auf seine geistlichen Pfründen verzichtet. Da sie aber der protestantischen Lehre zugetan war, kam es " infolge religiöser Meinungsverschiedenheiten zwischen den Eheleuten häufig zu tätlichen Auseinandersetzungen", wie Rudolf vom Bruch 1930 in seinem Buchüber die Rittersitze des Fürstentums Osnabrück schrieb.

Im Jahr 1697 erwarb der Fürstbischöflichc Geheime Rat Gustav Bernhard von Moltke zu Wulften den Adelshof und baute ihn aus. Die Architektur dieses Ausbaus wies daraufhin, dass die Baumeister des Fürstbischöflichen Schlosses auch beim Bau des Hofes beteiligt gewesen sein müssen.

Nachdem noch einige Male die Besitzer des Anwesens gewechselt hatten, kaufte die Familie des Lederfabrikanten Wiemann um 1930 den Adelshof Moltke zu Wulften.

Heutzutage stehen anstelle des Adelshofes ein Wohnhaus und die Grundschule St. Johann an der Süsterstraße. Von der Schule zu sehen ist die bunt besprühte Turnhalle. Über ihr ragt im Bildhintergrund einer der Türme von St. Johann auf. Die Kirche wurde 1100 gegründet und später mehrfach umgebaut.

Nur wenige Schritte weiter gibt es auch heute noch einen früheren Adelshof an der Süsterstraße: Es ist der Hakenhof, in dem das " Sausalitos" zu Cocktails und anderen Leckereien einlädt.
Autor:
Marie-Luise Braun


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