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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Willkommen in der Stadt der tausend Ideen
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Die Umwandlung der Britenflächen kommt in Schwung - Verwaltung präsentiert erste Überlegungen
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Originaltext:
Ein Standort, drei Alternativen: Wie dereinst die Nutzung an der Sedanstraße aussehen wird, ist noch völlig ungewiss. Die abgebildeten Möglichkeiten sind lediglich Überlegungen, die die Verwaltung zu Papier gebracht hat. um den Denk- und Planungsprozess anzustoßen. Wunsch ist allerdings, in dieser Premiumlage in erster Linie Wohnraum zu schaffen.

Willkommen in der Stadt der tausend Ideen

Die Umwandlung der Britenflächen kommt in Schwung - Verwaltung präsentiert erste Überlegungen

Von Dietmar Kröger

OSNABRÜCK. Es ist eine Herkulesaufgabe, die die Stadt in den kommenden Jahren zu bewältigen hat: 160 Hektar Fläche suchen eine Nachnutzung, wenn die Briten 2009 abgezogen sind. " Eine große Aufgabe, aber auch eine große Chance für die Stadt", sagt Oberbürgermeister Boris Pistorius.

Nun beginnt die Zeit der Ideen. Noch ist nichts konkret, aber es darf gedacht werden, und das auch laut. Denn selbst wenn von den demnächst zur Verfügung stehenden 160 Hektar nach Abzug von Grün- und Infrastrukturflächen nur etwa 50 Prozent für eine Nachnutzung für Gewerbe und Wohnen übrig bleiben, so wird Osnabrück doch eine Veränderung erfahren, die über das bislang Erlebte weit hinausgeht.

Das alles kann und soll nicht von heute auf morgen geschehen. " Dieser Prozess wird meine Amtszeit (der OB ist für acht Jahre gewählt, Anm. d. Red.) bei Weitem überschreiten", sagt Pistorius. Wolfgang Griesert ergänzt, dass selbst Städte wie Münchenüber zehn Jahre brauchten, um selbst deutlich kleinere Flächen zu vermarkten und einer neuen Nutzung zuzuführen. Und Minden habe in diesem Jahr die letzte Fläche von insgesamt 140 Hektar verkauft, die 1994 durch Truppenabzug frei geworden sei.

Die Stadt wird keinen direkten Zugriff auf die Areale haben. Kasernen und große Teile der Wohnungen befinden sich in Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Der Bima wird es obliegen, Kasernengelände, Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser zu veräußern. Allerdings - und auf diese Feststellung legt Pistorius immer wieder großen Wert - ist es die Stadt, die die Planungsrichtlinien festsetzt.

Selbstverständlich werde man sich an den Interessen möglicher Investoren orientieren müssen, sagt Pistorius. Gleichwohl liege die letzte Entscheidung bei der Stadt, welche Nutzung an welcher Stelle realisiert werde.

Am Standort Westerberg mit den drei Kasernen Prestatyn Barracks (ehemalige Metzer-Kaserne), den WoolwichBarracks (ehemals Von-Stein-Kaserne) und den Belfast Barracks (einstmals Scharnhorst-Kaserne) scheint eine teilweise Nachnutzung konsequenterweise auf Universität und Fachhochschule zuzulaufen. Beide Hochschuleinrichtungen seien schon beim Land als Kostenträger vorstellig geworden, so Pistorius, der sich auch einen Wissenschaftspark oder eine ähnliche innovative Nutzung an der Sedanstraße vorstellen könnte. " Seit mehr als hundert Jahren hat die Stadt hier jetzt erstmals die Möglichkeit, planerisch aktiv zu werden", erinnert Pistorius an die lange Kasernengeschichte der Standorte, die vor den Briten von der Wehrmacht genutzt wurden.

" Grünes Ypsilon für den Westerberg", " Sedan Quartier" oder " Nordhang Westerberg" lauten die klangvollen Namen für drei von vielen denkbaren Entwürfen einer Nachnutzung der drei Kasernen. Allen gemein sind ausgedehnte Grünflächen, die die Bebauung auflockern. Damit aber erschöpft sich auch schon die zum heutigen Tage festzuschreibende Intention der Verwaltung. Grün soll an allen frei werdenden Standorten eine große Rolle spielen. Wie die verbleibenden Flächen genutzt werden, ist aber noch völlig (diskussions-) offen.

In den kommenden Tagen werden wir die einzelnen Standorte der britischen Truppen vorstellen.

Organisation

Die Gesamtkoordination für die Umwandlung der britischen Militärflächen für eine zivile Nutzung (Konversion) liegt beim Oberbürgermeister gemeinsam mit dem Vorstand Städtebau. Grün und Umwelt, dem Fachbereich Städtebau, dem Fachdienst Bauleitplanung. Gearbeitet wird in zwei Gremien: der Lenkungsgruppe Konversion und dem Projektausschuss Konversion. Die Lenkungsgruppe übernimmt unter Vorsitz des OB die strategische Projektsteuerung. Mitglieder sind die Bundesanstalt für Immobilienbesitz, das britische Verbindungsbüro, die Wirtschaftsförderung und aus der Verwaltung der Stadtbaurat Wolfgang Griesert. Vertreter der Fachbereiche Umwelt und Städtebau sowie des Referats für Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung.

Der Projektausschuss Konversion tagt in der Regel nicht öffentlich unter dem Vorsitz des OB. Ihm gehören die Ratsmitglieder Fritz Brick-wedde. Anette Meyer zu Strohen und Claudia Welp (alle CDU). Alice Graschtat. Uwe Görtemöller und Ulrich Hus (alle SPD) sowie Volker Bajus (Grüne) und Dr. Thomas Thiele (FDP) an. Ebenfalls im Projektausschuss vertreten sind die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und das britische Verbindungsbüro.

Belfast, Prestatyn und Woolwich Barracks säumen die Sedanstraße und bieten allein an diesem Standort ab 2009 auf 18.8 Hektar Raum für innerstädtische Entwicklung. Fotos: Stadt Osnabrück

Der große Neuanfang

Die Bürger sind gefragt

In seiner Sitzung vom 2. Mai 2007 hat der Projektausschuss Konversion das Konzept zur Öffentlichkeitsbeteiligung beschlossen. Dieses Konzept ist zum Herunterladen auf der Webseite der Stadt hinterlegt. Daraus ergibt sich folgende Konzeption: Auf der gesamtstädtischen Ebene wird es vorrangig um die Information und Diskussion von Projektthemen gehen. Ein Einstieg erfolgte gestern Abend mit der Auftaktveranstaltung im Haus der Jugend (siehe nebenstehenden Bericht). Daneben spielen als Informationsmedien die Lokalpresse und das

Internet (dieses wird auch als Beteiligungsinstrument eingesetzt) eine Rolle. Auf Stadtteilebene werden Projekt bezogen zum Beispiel Planungswerkstätten angeboten. Zudem ist die Einrichtung eines Beirates für Konversion vorgesehen. Dieser soll vorrangig ein Forum und eine Einbindungsmöglichkeit für die Akteure sein, die nicht die klassischen Zielgruppen von Bürgerbeteiligungsinstrumenten sind und die sich aufgrund ihrer Funktion mit den unterschiedlichsten Facetten der Konversionsplanung auseinandersetzen. Dazu könnten unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Polizei oder der Stadtsportbund gehören. Je nach Projekt- und Planungsstand ist es möglich, dass die Besetzung des Beirates phasenweise flexibel gestaltet wird. Nach den Sommerferien könnte der Beirat erstmalig tagen.

Grundsätzlich gilt: Je konkreter die Planung wird, je mehr Strukturkonzepte. Bilder et cetera für einen Planbereich vorliegen, desto ergebnisonentierter kann ein Beteiligungsprozess ablaufen.

Das Interesse der Osnabrücker ist groß

Thema Konversion: Über 250 Zuhörer gestern Abend im Haus der Jugend

Infos unter

www.osnabrueck. de

dk OSNABRÜCK. Drangvolle Enge herrschte gestern Abend im Haus der Jugend. Die Stadt hatte geladen, und die Bürger kamen zuhauf, um sich über den Abzug der britischen Streitkräfte und vor allem die ersten Überlegungen zu informieren, wie denn ab 2009 die frei werdenden Flächen genutzt werden sollen. " In Osnabrück ist das Interesse überdurchschnittlich hoch", hatte Stadtbaurat Wolfgang Griesert schon im Vorfeld der Veranstaltung festgestellt, die den Auftakt zu einer intensiven Bürgerbeteiligung darstellt.

Griesert teilte sich das Podium mit Oberbürgermeister Boris Pistorius, dem Fachbereichsleiter Städtebau Franz Schürings, Thomas Rolf, ebenfalls Fachbereich Städtebau, Christopher Linnaker, britischer Verbindungsoffizier, und Hans Jürgen Brunk-horst von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bi-ma).

" Wir stehen am Anfang eines langen, langen Prozesses", leitete Pistorius die Veranstaltung ein. Gleichzeitig betonte er, dass alle Überlegungen zur späteren Nutzung der Britenflächen nur reine Vorüberlegungen seien. Was sich nicht mehr ändern wird, ist der Zeitplan des Abzugs der britischen Thippen, den Linnaker den Osnabrückerngestern Abend präsentierte und der das endgültige Ende der britischen Präsenz in Osnabrück für Anfang 2009 vorsieht. Dann ist die Bima am Zug. Bereits jetzt würden erste Wertermittlungen vor allem für die Wohnungen der britischen Truppen eingeleitet, so Brunkhorst. Wie der Verkauf ablaufe - ob im Block oder einzeln - sei noch unklar. Für die Kasernengelände rechne auch er mit einer längerfristigen Vermarktung.

Mit Beifall bedachte das Publikum die Vorstellung der Bürgerbetciligung durch Franz Schürings, der wie schon zuvor Pistorius versprach, dass die Meinung der Bürger Rat und Verwaltung wichtig sei.

Die derzeitige Nutzung vor allem der Kasernenflächen und die ersten Strukturüberlegungen erläuterte Thomas Rolf. Von freizeitorientierter Nutzung zum Beispiel in den Imphal-Barracks in der Dodesheide über eine reine Wohnbebauung an der Sedan-straße bis zur ausschließlich gewerblichen Nutzung der Kasernen am Hafen reichte die bunte Palette der Möglichkeiten, die auch noch innerhalb eines Standorts verschiedene Varianten aufbot.

Die Verwaltung erntete in der anschließenden Diskussion viel Lob für die geplante Bürgerbeteiligung und ihre ersten Strukturüberlegungen. Kritik gab es erst, als ein Interessenvertreter aus dem Baugebiet an der Walter-Haas-Straße zwischen Imphal-Barracks und den britisch genutzten Mehrfamilienhäusern an der Schlesischen Straße seinem Unmut darüber Luft machte, dass die schon jetzt zu einem großen Teil leer stehenden Wohnblocks nicht Gegenstand der Ausführungen gewesen seien. Er warnte vor einer Ghettobildung in der Do-desheide, wenn die Weitervermietung zu Niedrigpreisen so weitergehe wie derzeit Gleichzeitig kündigte er an, dass es Investoren für die Mehrfamilienhäuser gebe.

Pistorius stellte klar, dass die betroffenen Wohnungen in Privatbesitz seien und der Einfluss der Stadt somit gering. Gleichwohl stehe man mit dem Eigentümer, der Galdbau, in Kontakt, um hier eine verträgliche Lösung herbeizuführen, aber am Ende könne man " dem Eigentümer nicht vorschreiben, was er mit den Wohnungen macht". Er stehe aber bereit, um mit den Anliegern über Alternativen zu diskutieren.

Über 250 OsnabrOcker wollten gestern Abend im Haus der Jugend über den aktuellen Stand der Konversion informiert werden.

Foto: Michael Hehmann
Autor:
Dietmar Kröger


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