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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
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Überschrift:
800 Euro waren von Anfang an unrealistisch
Zwischenüberschrift:
Bödekerstraße: Wie ein Bauprojekt nach einem Architektenwettbewerb seine eigene Dynamik bekam
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
rll OSNABRÜCK. Klare Formen, lebhafte Farben, ansehnliche Preise: An der Bödekerstraße in der Wüste baut die Firma urbania ein Wohnprojekt mit 22 Eigentumswohnungen für Singles und Paare. Von einem Architektenwettbewerb, den die LBS vor drei Jahren veranstaltet hat. Ist nichts mehr übrig geblieben. Auch nicht von den angekündigten Preisen.

Mehr als 800 Euro sollte der Quadratmeter nicht kosten. Das kündigten Vertreter der Landesbausparkasse im Dezember 2004 allen Ernstes an, als der Preis an das Architektenteam Gesche Grabenhorst und Roger Ahrens aus Hannover vergeben wurde. Ein zu ehrgeiziges Ziel, wie heute von allen Seiten eingeräumt wird.

" Das war vor meiner Zeit. Ich weiß auch nicht, wie das zustande gekommen ist", sagt Horst Kannegießer von der LBS in Osnabrück. Er beziffert die Preise für das " Urbaniaquartier" aktuell mit 1850 bis 2050 Euro. So viel koste hochwertiger Wohnraum nun einmal. Und die Planung sei " noch moderner" geworden als beim Wettbewerbsentwurf aus Hannover. Architekt Roger Ahrens aus Hannover, der mit seiner Partnerin Gesche Grabenhorst gerade einen Erweiterungsbau für das Kunstmuseum Celle gebaut hat, hätte das Wohnprojekt in Osnabrück " natürlich gerne realisiert", wie er betont. Nach der Preisverleihung sei die Euphorie jedoch bald verflogen. Der preisgekrönte Entwurf sah für den Komplex an der Bödekerstraße 14 Wohnungen vor mit stattlichen Größen zwischen 135 und 165 qm.

Für die ungewöhnlich niedrige Kostenvorgabe von 800 Euro hat Roger Ahrens eine Erklärung: Im Wettbewerb sei es gar nicht um einen Verkaufspreis gegangen, sondern um eine reine Baukalkulation, ohne Grundstück, ohne Außenanlagen und ohne Honorare für Architekten und Statiker. Wer das seriös hochrechne, komme auf einen Verkaufspreis von vielleicht 1700 Euro.

Offenbar achtete bei der Wettbewerbspräsentation niemand auf diesen feinen Unterschied, sodass die unglaubliche Zahl in den Köpfen hängen blieb. Als es um die Vermarktung ging, bekam das Wohnprojekt ohnehin seine eigene Dynamik. Die LBS holte die urbania ins Boot, die Pläne von Grabenhorst und Ahrens wurden fallen gelassen.

Der neue Entwurf trägt die Handschrift von Philipp Haug und Markus Körte, zwei jungen Architekten aus Osnabrück, die sich zur Bürogemeinschaft " neuland.architekten" zusammengeschlossen haben. Sie gliederten den Komplex in zwei Baukörper mit zwei Eingängen, die L-förmig miteinander verbunden sind. Form und Farbe lehnen sich an die Reihenhäuser an, die urbania in der Nähe baut.

Die Wohnungsgrößen variieren nun zwischen 75 und 95 qm, außerdem gibt es zwei Penthouse-Wohnungen mit 80 und 140 qm. " Klassisch modern" nennt urbania die Architektur, die von den bodentiefen Fenstern bestimmt wird.

Anerkennung zollt Stadtplaner Franz Schürings dem Projekt: " Das Konzept ist städtebaulich und gestalterisch anspruchsvoll", für das Quartier sei es auf jeden Fall ein Gewinn. Dass bei Wettbewerben mit unrealistischen Zahlen hantiert werde, komme schon mal vor: " Man muss das immer kritisch hinterfragen."

Sonntag vor Ort

Am Sonntag informieren die urbania und die LBS ab 11 Uhr auf dem Grundstück an der Bödekerstraße / Ecke Parkstraße über das geplante Wohnprojekt.

Zwei junge Architekten aus Osnabrück haben das Wohnprojekt an der Bödekerstraße entworfen. Baubeginn soll, wenn altes klappt, im Herbst sein.

Sang- und klangtos verschwand der Wettbewerbsentwurf aus Hannover in der Versenkung. Foto: Pentermann
Autor:
rll


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