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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wertvolle Grabmale verfallen: Wer hilft?
Zwischenüberschrift:
Förderkreis sucht Sponsoren für Restaurierung auf dem Johannisfriedhof
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Saurer Regen. Vandalismus, minderwertiges Material: Viele Grabmale auf dem Johannisfriedhof verfallen. Der Förderkreis Hasefriedhof-Johannisfriedhof will ausgewählte Objekte restaurieren lassen. Dafür werden Sponsoren gesucht.

Der Kanonikus Clemens Lipper gilt Bauhistorikern als Wegbereiter des Klassizismus in Osnabrück. Sein Einfluss lässt sich zum Beispiel an der Bischöflichen Kanzlei ablesen. Doch während das Gebäude am Domhof strahlt wie eh und je, zerbröselt die frei stehende Grabsäule des Kanonikus auf dem Johan-nisfriedhof mehr und mehr.

Zahn der Zeit nagt

Clemens Lipper starb 1813, das Sandsteinmonument mit der zeittypischen Ziervase gehört also zur ersten Gräbergeneration auf dem damals noch neuen Friedhof. Schon deshalb möchte der Förderkreis das Denkmal sichern und vor weiterem Verfall bewahren. Das gilt auch für Dutzende anderer Monumente, an denen ebenso der Zahn der Zeit genagt hat, auf dem Hasefriedhof gleichermaßen. Schwerpunkt für den Förderkreis ist jedoch zunächst der Johannisfriedhof, dem bislang weniger Aufmerksamkeit zuteil wurde.

Restaurierungsbedürftig ist auch die Grabanlage der Familie Struckmann. Die Schrift auf den beiden Grabpfeilern ist kaum noch zu erkennen, denn das verwendete Material - Baumberger Sandstein und Teutoburger Sandstein - gilt als extrem weich. Ziel einer Sanierung ist es nicht, die Details wiederherzustellen und die Schrift wieder lesbar zu machen, sondern die verblie bene Substanz zu konservieren.

Bleibt die Frage, warum jemand Geld für einen Friedhof spenden soll, wenn zugleich Menschen hungern und Kinder vernachlässigt werden. Auch damit hat sich der Förderkreis befasst. Friedhöfe seien ein " Spiegelbild der künstlerischen, architektonischen, bildhauerischen und handwerklichen Leistungen" ihrer jeweiligen Epoche, sagt die Kunsthistorikerin Ursula Rötrige, ihre Erhaltung müsse langfristig gesichert werden.

Beim Hasefriedhof und dem Johannisfriedhof handle es sich nach heutigem Kenntnisstand um die ältesten kommunalen Friedhöfe in Norddeutschland. Beide seien Kulturdenkmale von besonderem Rang. Aber der Bestand der einzelnen Grabdenkmale, vor allem aus dem Klassizismus, sei akut bedroht. Eine Spende für die Erhaltung der Grabmale sei somit ein Beitrag zum Denkmalschutz.

Sonntag auf dem Friedhof

Am morgigen Sonntag informiert der Förderkreis Hasefriedhof-Johannisfriedhof über Grabmäler, die mithilfe von Spenden restauriert werden sollen. Treffpunkt ist um 15 Uhr an der Kapelle auf dem Johannisfriedhof (Iburger Straße/ Hauswörmannsweg). Bei einer Führung werden zunächst schadhafte Grabsteine vorgestellt. Steinmetz Werner Paetzke wird an einigen Beispielen die notwendigen Restaurierungsschritte erklaren und dabei auf Gesteinsarten, Herkunft und Besonderheiten eingehen. In einem weiteren Vortrag spricht der Historiker Ernst Kosehe über bedeutende Persönlichkeiten, die auf dem Johannisfriedhof begraben sind, und geht auf Besonderheiten zu den einzelnen Grabanlagen ein. Anschließend ist eine Diskussion in lockerer Runde vorgesehen.

Das Spendenkonto

Förderkreis Hasefriedhof-Johannisfriedhof e. V., l Konto 18010 bei der Sparkasse Osnabrück, Bankleitzahl 26550105. Kontakt: Matthias Rinn, Telefon 05 41/ 8 6013 73. friedhof.ev@ arcor.de histonsche-friedhoefe-osnabrueck.de

Bildunterschrift: Dem Zahn der Zeit nicht gewachsen: Die Grabpfeiler der Familie Struckmann auf dem Johannisfriedhof sind aus Baumberger Sandstein (links) und Teutoburger Sandstein (rechts). Sie sollen nach Möglichkeit restauriert werden.

Fotos: Thorsten Wöhrmann
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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