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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Geld aus Osnabrück für längere Startbahn
Zwischenüberschrift:
Stadt unterstützt den Flughafen-Ausbau
 
"Es gibt zu viele Unwägbarkeiten. Wir sollten vorsichtig sein" Christopher Cheeseman, Ratsherr der Linken
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Beim Thema Metropolregion war es in der Sitzung des Stadtrats noch richtig harmonisch zugegangen. Während der Diskussion um den Ausbau des Flughafens Münster/ Osnabrück (FMO) packten einige Ratsmitglieder dann aber die Verbalaxt aus. Am Ende stand der Beschluss der Mehrheit: Die Stadt unterstützt mit 6.7 Millionen Euro den Ausbau der Start- und Landebahn.

Der Grüne Michael Hagedorn musste sich von Thomas Thiele (FDP) vorwerfen lassen, dass er auch schon mal Urlaub in Kanada gemacht habe. Da sei er ja auch nicht mit dem Kanu hingepaddelt.

Es wurden aber auch Sachargumente ausgetauscht. Während CDU, FDP und große Teile der SPD den Ausbau des Flughafens und das damit verbundene finanzielle Engagement der Stadtwerke und der Stadt unterstützen, regte sich bei den Grünen heftiger Widerstand gegen das Projekt. Der 60 Millionen Euro teure Ausbau der Bahn soll es dem FMO ab 2009 ermöglichen, auch Fernflüge abzufertigen.

Osnabrück beteiligt sich in den kommenden zwei Jahren mit 6, 7 Millionen Euro, die sich Stadt und Stadtwerke teilen. Weitere 1, 7 Millionen Euro hat Osnabrück schon vergangenes Jahr gezahlt.

Für die geplante Metropolregion Münster, Twente und Osnabrück sei die Verlängerung der Startbahn unabdingbar, sagte CDU-Frak-tionschef Fritz Brickwedde. " Die Metropolregion Bremen/ Oldenburg hat und braucht einen solchen Flughafen auch nicht", hielt Hagedorn dagegen. Die Grünen treibt vor allem die Sorge um, dass den Stadtwerken wegen der Zahlung an den Flughafen Geld für Investitionen unter anderem in den öffentlichen Personennahverkehr in der Stadt fehlt. Gleichzeitig würden sich die Zuweisungen des stadteigenen Unternehmens an den Kämmerer verringern, was letztendlich den städtischen Haushalt beeinflusse.

Brickwedde warnte davor, mit einer Entscheidung gegen den Ausbau ansiedlungs-willige Unternehmen zu verprellen, die sich nicht zuletzt wegen der Anbindung der Region an den Rest der Welt für eine Ansiedlung entscheiden würden. Zudem würde sich die Stadt ins Abseits stellen, wenn sie als einziger Gesellschafter eine Finanzierung der Startbahnverlängerung verweigere.

Auch Oberbürgermeister Boris Pistorius (SPD) ist für die finanzielle Mithilfe Osnabrücks. Seit der Gründung des Flughafens vor rund 40 Jahren habe Osnabrück gerade einmal fünf Millionen Euro an Unterstützung gezahlt, rechnete Pistorius vor. Der Nutzen für die Stadt liege aber um ein Vielfaches höher. Für Christopher Cheeseman (Linke) zieht das Argument nicht, dass mit dem Ausbau die Zahl der Arbeitsplätze am FMO stark steigen werde: " 40 Prozent der Arbeitsplätze sind Minijobs." Cheeseman unterstützte wie Wulf-Siegmar Mierke (UWG) einen Änderungsantrag der Grünen: Diese wollten den Beschluss über die Beteiligung Osnabrücks so lange zurückstellen, bis das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über die Zulässigkeit des Ausbaus entschieden hat. Das Gericht hatte vergangene Woche die Revision gegen ein Urteil des Münsteraner Oberverwaltungsgerichts zugelassen, das für den Ausbau grünes Licht gegeben hatte. Der Antrag der Grünen fand aber keine Mehrheit.

KOMMENTAR

Der Weg nach Fernost

Von Jens Buchkremer

Wer nach Gründen sucht für den Ausbau der Start-und-Lande-Bahn am FMO, muss in ferne Metropolen blicken wie Dubai, Bangkok oder Singapur. Die Flughäfen dort entwickeln sich zu den Luftfahrt-Drehscheiben der Zukunft, die Verbindungen schaffen zu aufstrebenden Volkswirtschaften wie China oder Indien. Auch für Unternehmen aus der Region wird ein schneller Zugang zu diesen Märkten immer wichtiger. Was ist da besser als ein nahe gelegener Flughafen, der Direktflüge zu den Drehscheiben in Nah- und Fernost anbieten kann? Die Vorstellung, dass eines Tages Großraumjets vom FMO aus abheben werden, ist so abwegig nicht. Die arabische Fluglinie Emirates fliegt schon heute von Hamburg nach New York. Die Lufthansa hat zuletzt laut überlegt, ihre Langstreckenflüge künftig auch von kleineren Flughäfen starten zu lassen.

Der Ausbau des FMO dient also nicht dazu, betuchten Urlaubsreisenden den Weg zum Badestrand in der Karibik oder ins Sieben-Sterne-Hotel nach Dubai einfacher zu machen. Es geht um Standortvorteile, die entscheidend für die Zukunft der Region sein können.

j.buchkremer@ neue-oz.de
Autor:
jb, dk


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