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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Bald hat es der Bischof höllisch warm
Zwischenüberschrift:
Nach Umbau Energle-Mix am Dom
Artikel:
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Originaltext:
OSNABRÜCK. Was tut der Bischof, wenn ihm kalt wird? Er zapft die Hölle an. 100 Meter lässt derzeit der Oberhirte des Bistums Osnabrück in die Tiefe bohren, um die dort vorhandene Wärme mittels Pumpen für Dom, Seelsorgeamt, Museum und neu zu errichtenden Chorsaal zu nutzen.

Allerdings handelt es sich hier nicht um einen faustischen Pakt mit dem Teufel, sondern vielmehr um ein ganz modernes irdisches Bündnis, an dem auch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt beteiligt ist. Gestern nun war es so weit, dass die Bauarbeiter die erste von insgesamt 11 Erdsonden in den Boden hinter dem Diözesanmuseum bohrten. Die anvisierten 100 Meter reichen allerdings nicht, um an Fegefeuertemperaturen heranzukommen. Aber immerhin herrschen in diesen Tiefen konstante acht bis 12 Grad Celsius, die von fünf Gas-Absorptionswärmepumpen in Zukunft so aufbereitet werden, dass sie die umliegenden Gebäude heizen und kühlen können.

Allerdings, so Klaus Steinkamp vom Planungsbüro Rohling, reiche die aus der Unterwelt gewonnene wärme nicht für den Spitzenbedarf aus. In Zeiten großer Kälte wird ein Gasbrennwertkessel die Lücke bis zur Wohlfühlwärme auffüllen. Mit der erdwärme können die angeschlossenen räumlichkeiten auch gekühlt werden - ein Umstand, der vor allem dem Diözesanmuseum zugutekommen wird, da so die dort untergebrachten Kunstgegenstände werterhaltenden klimatischen Voraussetzungen geschaffen werden können.

Das Bistum Osnabrück und das Domkapitel wollen mit einem ganzen Bündel pfiffiger Energiesparmaß-nahmen, wirkungsvollerer Heiztechnik und der Nutzung erneuerbarer Energien an den Liegenschaften rund um den Dom einen Beitrag zum Klimaschutz und damit zur Bewahrung der Schöpfung leisten. Fritz Brickwed-de, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), überreichte gestern Domdechant Dr. Heinrich Plock eine Förderzusage über 75 000 Euro. Bereits die Voruntersuchungen hatte die DBU mit 50 000 Euro gefördert.

In Osnabrück wurde aus den unterschiedlichen Gebäudenutzungen und anhand der gebäudespezifischen Merkmale ein abgestimmtes gemeinsames System zur Kälte- und Wärmeversorgung entwickelt, das Energie sparen und Klimabelastungen vermeiden soll. Die Wärme- und Kälteversorgung wird durch ein ausgeklügeltes Management gekennzeichnet sein. 21 Prozent des Jahresenergiebedarfs sollen aus den elf Erdsonden gewonnen werden.

" Weil die derzeitige Domheizung technisch völlig veraltet ist und unser Bauprojekt uns neue Chancen eröffnet, möchten wir mit der neuen Heizanlage einen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung leisten", erklärte domdechant Plock als Bauleiter des Projektes.

Bildunterschrift: Schweres Gerät bohrt sich am Dom in die Erde, um in 100 Meter Tiefe Wärme zu gewinnen.

Foto: Gert Westdörp
Autor:
dk


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