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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Trafostation im Festungsturm
Zwischenüberschrift:
Das Ratsgymnasium und der Plümersturm
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Ganz gemütlich konnten die Osnabrücker 1913 den Schlosswall vor dem Ratsgymnasium und dem Plümersturm queren, denn damals gab es nur wenige Autos. Heute regeln Ampeln den zeitweise lebhaften Verkehr.

Auf dem Foto von 1913 ist zwar ein Fahrzeug zu sehen - es ist jedoch als Staffagefigur wie auch die beiden Spaziergängerinnen in das Bild hineinmontiert.

1906: Nur ein paar Jahre bevor die alte Aufnahme entstand, öffnete das Ratsgymnasium an dieser Stelle seine Pforten. Zuvor hatte die Schule ihren Platz am Domhof, wo heute das Theater steht. Seit 1817 gingen hier Lehrer und Schüler zum Unterricht. Doch auch dies war nicht der erste Standort der 1595 vom Stadtrat gegründeten Gelehrtenschule. Sie befand sich 222 Jahre lang hinter der Marienkirche.

Das heutige Gebäude wurde im Stil der Neorenaissance errichtet, womit auf die Gründungsgeschichte der Schule Bezug genommen wurde.

Im Zweiten Weltkrieg blieb das Ratsgymnasium weitgehend von Bomben verschont. Nach dem Wiederaufbau erhielt es einen Anbau, dessen schmale Seite am linken Bildrand der aktuellen Aufnahme zu sehen ist. Der Eingang des Ratsgymnasiums ist auf dem aktuellen Foto zu sehen. Er befindet sich in dem überdachten Treppenaufgang rechts neben dem Plümersturm.

Dieser Turm sollte nach Plänen des Magistrats beim Bau des Gymnasiums abgerissen werden. Einige Ratsherren beschimpften den Plümersturm sogar als " Ungeheuer", " Verschandeler" und " Verkehrshindernis".

Doch der damalige Stadtbaurat Lehmann setzte sich mit seinen Plänen zum Erhalt des Turms durch. Ein richtig fester Wehrturm wird der Plümersturm nicht gewesen sein: Statt Schießscharten befinden sich nur kleine Fenster in dem Gebäude. Sie sind allerdings heute fast vollständig durch rankenden Wein verborgen. Der Turm diente vermutlich als Wachturm, um Schmugglern auf die Schliche zu kommen, die die an den Stadttoren fällige Akzise für ihre Waren einsparen wollten.

Ursprünglich trug der Plümersturm den Namen " Wulfesturm". Sein heutiger Name bezieht sich auf den Stadtbauaufseher Plümers, der im 20. Jahrhundert darin gewohnt haben soll. Heute befindet sich im Plümersturm eine Trafostation der Stadtwerke.

Bildunterschrift 1: Neorenaissance trifft Mittelalter: das Ratsgymnasium und der Plümersturm im Jahr 1913.

Foto aus dem Buch Alt - Osnabrück 3. erschienen im Verlag H. Th. Wenner

Das Ratsgymnasium heute.

Foto: Michael Hehmann
Autor:
Marie-Luise Braun


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