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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Eine Fahrspur für alle Busse reicht nicht aus
Artikel:
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Originaltext:
Zu den Leserbriefen von Herrn Bergstermann und Herrn Gebhardt " Besser wären drei Spuren je Fahrtrichtung" (Ausgabe vom 2. April) mit Bezug auf den Artikel " Drei Fahrspuren auf dem Neumarkt" (Ausgabe vom 28. März).

" Herr Bergstermann schreibt zu Recht, dass drei Fahrspuren in jede Richtung besser wären. In anderen Städten hat man die auch eingerichtet, wo immer es möglich war, um den Verkehr zu bewältigen, aber in Osnabrück ist man der Ansicht, durch Verringerung der Fahrspuren den Verkehr genauso abwickeln zu können. Die hieraus resultierenden verkehrsmäßigen Auswirkungen hat Herr Gebhardt in seinem Leserbrief bereits sehr zutreffend dargestellt. Da ich jahrzehntelanger Busbenutzer bin und in den letzten 20 Jahren mit dem Osnabrücker Umwelt-Abo fahre, möchte ich aus meiner Sicht als Fahrgast einmal Stellung nehmen. Den Plan, auf einer Fahrspur der einzigen West-Ost-Hauptverkehrsachse mit einem Verkehrsaufkommen von zirka 24000 Fahrzeugen pro Tag auch noch einen zentralen Busumsteigeplatz einzurichten, halte ich in hohem Maße für problematisch und sehr gefährlich für Fahrgäste und Fußgänger, aber auch für Radfahrer. Begründung:

1. Wenn die langen Gelenkbusse von der Johannisstraße in die Seminarstraße einbiegen sollen, müssen sie vorher weit nach rechts ausholen, um die Kurve nehmen zu können. Das bedeutet, dass sich auf dem entsprechenden Teil des Gehwegbereiches dann keine Fußgänger befinden dürfen. Wie man den dort vorhandenen starken Fußgängerstrom beim Herannahen eines Busses jedes Mal stoppen will, erscheint mir schleierhaft.

2. Um in die Lyrastraße einbiegen zu können, muss die dort vorhandene lange Fußgängerinsel entfernt werden, um den Bussen das Linksausscheren zu ermöglichen, weil sonst die Rechtskurve nicht befahren werden kann. Folge: Gefährdung der Fußgänger durch Fehlen der Mittelinsel.

3. Beim Rechtsabbiegen in den Neuen Graben müssen die Busse ebenfalls weit nach links ausscheren, wobei sie noch den ersten Teil der in Gegenrichtung verlaufenden Fahrspur beanspruchen werden. Folge: Wahrscheinlich wird ein Zurücksetzen der Ampel erforderlich, was aber den gesamten Verkehr einschließlich der stadtauswärts und der in den Kamp einfahrenden Busse behindert.

4. In der Mittagszeit halten bis zu zehn Busse allein vor dem Landgerichtsgebäude. Wenn die künftig alle auf der Fahrspur am Neuen Graben halten sollen, wird der Platz dafür kaum ausreichen. Bestimmte Haltepositionen für die verschiedenen Linien werden illusorisch bleiben, da sich die Busse wegen Platzmangels immer aneinanderreihen müssen. Damit wird ein unzumutbarer Zustand für alle Fahrgäste geschaffen, insbesondere aber für ältere Menschen, Rollstuhlfahrer und Frauen mit Kinderwagen. Folge: Eis entsteht ein ständiges unübersichtliches Durcheinander, weil die Fahrgäste immer an einer langen Schlange von Bussen entlanglaufen müssen, um den richtigen zu finden. Dass dabei unablässig die Fahrer angesprochen werden und diese verständlicherweise genervt reagieren, ist eine alte Erfahrung aus der Praxis. Da nötige Rangierabstände wohl kaum eingehalten werden können, wird sich die Abfahrt mancher Busse verzögern, was zu Verspätungen führt. Schon heute treffen viele Busse mit Verspätung ein, was für Umsteiger unattraktiv und mit großen Zeitverlusten verbunden ist.

5. Der Platz vor dorn Landgericht wurde im wahrsten Sinne des Wortes verschenkt, während auf dem Wöhrl-Abschnitt eine qualvolle Enge entstehen würde. Ob sich dann für diese Immobilie noch jemals ein Investor finden wird, wenn die gesamte Schaufensterfront ständig von Bussen verdeckt wird, erscheint sehr zweifelhaft. Und die Idee, die schöne Fassade des Neumarkt-Carrees, die ein ansprechendes, großstädtisches Flair ausstrahlt, noch durch ein Gebäude davor zu verstecken, kann wohl nur aus Schilda stammen - oder doch aus Osnabrück?"

Wilfried Lichtenberg
Pommersche Straße 28
Osnabrück

Bildunterschrift: Konzeption Neumarkt: Schon allein wegen der Gelenkbusse hält ein Leser die vorgeschlagene Lösung für problematisch.

Foto: Gert Westdörp
Autor:
Wilfried Lichtenberg


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