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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Selbst im Kindergarten dröhnen die Ohren
Zwischenüberschrift:
Zum 10. Internationalen Tag gegen den Lärm: Wo ist es laut in Osnabrück, und was wird getan?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Immer wieder leuchtet das Ohr rot auf, während die Kinder toben. Das Ohr ist etwa 60 Zentimeter hoch, aus buntem Plastik und hängt in der Kindertagesstätte Schölerberg. Seine Funktion: den Schallpegel messen. Bei 85 Dezibel dB( A) springt es auf ein warnendes Rot um.

Heute ist der zehnte Internationale Tag gegen den Lärm. Neben Autos, Zügen, Rasenmähern und Kneipen können auch Kinder ganz schön Krach machen. Die so genannte Lärmampel hilft, den Kleinen ein Gefühl für Lautstärke zu vermitteln. Denn wie eine Untersuchung ergab, herrschen beim Frühstücken, Malen, und Spielen im Kindergarten Werte über 100 dB( A) vor. Bei einer Dauerbeschallung ab 85 dB( A) aber kann das Gehör bereits ernsthaft geschädigt werden.

" Unser Ohr braucht genauso Ruhepausen wie der gesamte Organismus", klärt Hals-Nasen-Ohren-Arzt Dr. Dirk Staschinski auf. " Wenn wir dem Ohr keine Pausen gönnen, wird es krank." Das betrifft vor allem die Kindergärtnerinnen: " Die Kinder können in andere Räume gehen, wenn es ihnen zu laut ist. Die Erzieherinnen müssen dableiben", erläutert Martina Vogel, Leiterin der Kita Schölerberg. Und Anke Grebe von der Kita Lüstringen stellt fest: " Tinnitus und Hörstürze gibt es häufig in unserem Beruf." Inzwischen beugt man bereits beim Bau vor mit Decken und Wänden aus Lärm schluckenden Materialien. So in Lüstringen: " Das macht sich ganz erheblich bemerkbar", so Grebe.

Lärmvorsorge schreibt auch die Stadt groß. " Bei allen größeren Projekten beziehen wir die Lärmbelastung in die Planung mit ein", sagt Franz Schürings, Leiter des Fachbereichs Städtebau. Denn Straßenverkehr ist nach wie vor Lärmbelastung Nummer eins - sagt die Deutsche Gesellschaft für Akustik. Die Stadt ist dem lauten Übel bisher mit verschiedenen Maßnahmen beigekommen: Flächendeckende Tempo-30-Zonen sorgen für ruhiges Wohnen, ein attraktives Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln sowie gesicherte Fahrradwege und das Fahrradparkhaus am Bahnhof bieten Alternativen zum Auto. Um dem Krach auf der Straße auch mit Fahrverboten entgegenwirken zu können, muss ein weiterer Faktor berücksichtigt werden: der Feinstaub. Wie Charlotte Röttger-Dreisbach von der Verkehrsplanung , erklärt, würde sich die Luftverschmutzung durch das Verbannen des Verkehrs aus einigen Gebieten auf bestimmte Hauptverkehrsadern konzentrieren. Daher müssen Schritte gegen Lärm mit denen für reine Luft abgeglichen werden. Ein spezieller Arbeitskreis kartografiert gerade die Feinstaubwerte von Osnabrück. Erst mit diesen Werten kann endgültig bestimmt werden, wohin der Verkehr dann weichen soll.

Laut ist es nicht nur an Straßen und im Kindergarten. Vor allem Diskotheken strapazieren die Ohren ihrer Besucher. Doch wenn DJ Flynn im Alando auflegt, dann inzwischen mit einem Auge auf den Schallpegel. Denn der Osnabrücker hat den " DJ-Führerschein" gemacht - ein spezielles Seminar vom Bundesverband deutscher Diskotheken und Tanzbetriebe, das auf große Resonanz stößt. " Der Führerschein ist super, um ein Gefühl für die Dezibel-Höhen zu bekommen", erzählt DJ Flynn. Außerdem hat er gelernt, dass er schuld ist, wenn jemand bei seiner Musik das Gehör verliert.

Bildunterschrift
Mit lauter Stimme erklärt Martina Vogel, Leiterin der Kita Schölerberg, ihrem Schützling Michael die Lärmampel: Grün ist m Ordnung, Rot zu laut. Foto: ElviraParton

Auf der Lärmkarte der Stadt lässt sich erkennen, dass es an den Autobahn- und Eisenbahnschneisen am lautesten ist (rot, blau und lila markiert).

Schaubild Stadt Osnabrück
Autor:
Cathrin Mohns


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