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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Jetzt wird der Briten-Abzug sichtbar
Zwischenüberschrift:
Dodesheide: Fast 200 ehemalige Militärwohnungen werden neu vermietet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Ein Schild weist In den britischen Wohnblocks am Limberg den Weg In die Zukunft: " Wohnpark Dodesheide. Preiswert leben und wohnen Im Grünen." Viele Wohnungen in diesem Quartier stehen bereits leer. Die Vermarktung hat begonnen.

Welche Richtung diese Vermarktung nehmen wird, ist allerdings noch nicht absehbar. Klar ist nur, dass es sich bei dem frei werdenden Wohnraum in Osnabrück insgesamt um etwa 1500 Einheiten handelt, von denen nahezu die Hälfte sich in privatwirtschaftlichem Besitz befindet. Die andere Hälfte wird nach dem Abzug vom Bund weiterverwertet.

Da die Briten für die bundeseigenen Wohnungen keine Miete zahlen müssen, kündigen sie wie in der Dodesheide zunächst die für sie teureren privatwirtschaftlich geführten Mietobjekte. Ein Großteil dieser Wohnungen gehört der Gladbau, einem in Möchengladbach ansässigen Wohnungsbauunternehmen, das wiederum einem Investmentunternehmen gehört.

Die Vermietung für die Nach-Briten-Zeit organisiert die Firma Laskowski aus Hasbergen. Geworben wird für den Wohnpark Dodesheide. Im Angebot: 70 Quadratmeter große Wohnungen mit Einbauküche zum Preis von 224 bis 273 Euro plus Nebenkosten. Dafür gibt es Wohnraum in annehmbarem Zustand ohne nennenswerten Komfort.

" Die Hälfte der Wohnungen in der Dodesheide steht leer", schätzt Mike Whitehurst, der britische Verbindungsoffizier. Der Hauptabzug beginnt im kommenden Jahr. Whitehurst geht aber davon aus, dass bis dahin etliche weitere Mietobjekte geräumt sein werden. Wenn in diesem Herbst weitere Truppenteile in den Irak verlegt werden, könnte schon die eine oder andere Familie Osnabrück den Rücken kehren, um rechtzeitig zum neuen Schuljahr wieder in Großbritannien zu sein.

In der Stadtverwaltung wird hinter den Kulissen bereits an dem Problem gearbeitet. Dem Vernehmen nach ist man im Rathaus bemüht, ein sozialverträgliches Wohnumfeld zu schaffen. In Gesprächen mit den Eigentümern wird versucht auszuloten, in welche Richtung der Zug fahren kann. Allerdings, so ist auch zu hören, schafft die vorhandene Struktur Probleme, da die zur Verfügung stehenden Wohnungen durch ihren einheitlich schlichten Zuschnitt kaum eine gemischte Bevölkerungsstruktur am Fuße des Limbergs zulassen. Wünschenswert wäre es, wenn von den größeren Blocks einige durch zum Beispiel eine Einfamilien- oder Doppelhausbebauung ersetzt werden könnten.

Das wäre wohl auch im Sinne privater Vermieter, die anders als die großen Wohnungsbaugesellschaften bei einer großen Menge billigen Wohnraums um ihre Renditen fürchten müssen. " Wir werden Druck auf unsere Mieten bekommen", sagt denn auch Wolfgang Schaper, Vorsitzender des Vereins Haus und Grund. Vorrangig für die Bewertung einer Wohnung sei deren Lage, und dazu gehöre auch das soziale Umfeld.

Bis zum Herbst will die Stadt ein Konzept erstellt haben, wie das dann wohl schon fast ehemalige britische Quartier in der Dodesheide umgestaltet werden kann. Dazu sucht sie jetzt das Gespräch mit allen Vermietern.

KOMMENTAR

Kein Interesse

Von Dietmar Kröger

Es ist so weit: Die ersten Wohnungen der britischen Streitkräfte sind geräumt. Nachmieter werden gesucht - und die Stadt hat keinen Einfluss auf das, was sich jetzt zunächst einmal im Stadtteil Dodesheide entwickelt.

Ein Großteil der Wohnungen gehört der Gladbau, einem Unternehmen, das als Spielball im internationalen Immobiliengeschäft von einem Besitzer zum nächsten gepasst wird. Und bei denen ist schlicht kein Interesse an einer sozial verträglichen Umwandlung der ehemals britischen Quartiere vorhanden - so sie denn überhaupt wissen, wo Osnabrück liegt. Was kann die Stadt tun? Entweder tatenlos zusehen oder eine Menge Geld in die Hand nehmen und die Wohnungen kaufen. Denn das Einzige, was im Haifischbecken Immobilienbranche zählt, ist der Profit.

Dann wird allerdings zugunsten einer steuerbaren und positiv beeinflussbaren Stadtentwicklungspolitik weit weniger Geld für andere Projekte zur Verfügung stehen. Unter dem Strich aber wird Osnabrück attraktiver werden.

d.kroeger@ neue-oz.de

Bildunterschrift: Alles leer: Diese Blocks in der Dodesheide wurden bereits von den Briten geräumt.

Foto: Gert Westdörp
Autor:
dk


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