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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Am Ende dem Verkehr im Weg
Zwischenüberschrift:
Die Eisengießerei Carl Weymann am Petersburger Wall
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Am Ende dem Verkehr im Weg

Die Eisengießerei Carl Weymann am Petersburger Wall

Von Marie-Luise Braun

OSNABRÜCK. Die 1899 erbaute Halle der Eisengießerei Carl Weymann prägte lange Zeit den Petersburger Wall. 1991 wurde ein Teil abgerissen, damit die Straße verbreitert werden konnte. Heute ist nur noch die Salzmarkthalle zu sehen, früher die Gießerei-Halle.

Die letzte Stunde des Fabrikgebäudes mit der Jugendstil-Fassade schlug am 13. März 1991: Dann begann der Abriss. Die Entscheidung dafür hatte der Stadtrat im Februar des Jahres mit 29 zu 17 Stimmen getroffen.

Zeitreise

Das Gebäude stand nicht unter Denkmalschutz, dennoch hatte die Weymann-Initiativeheftiggegen den Abriss protestiert. Sie wollte das Gebäude erhalten und für kulturelle Veranstaltungen nutzen. Schützenhilfe gab der Initiative der Architekt Werner Hülsmeier. Er schrieb in einer Untersuchung über die " große Bedeutung" des Gebäudekomplexes für die Industriearchitektur und die Stadtgeschichte Osnabrücks.

Es half nichts: Das Gebäude musste wegen der Verbreiterung des Petersburger Walles weichen. Die Straße sollte schon seit 1954 von zwei auf insgesamt vier Spuren mit Radwegen und Mittelinsel erweitert werden.

Das historische Foto entstand zum 75-jährigen Fir-menbestehcn. Im März 1837 hatten Conrad Carl Weymann und Friedrich Borgmann das Unternehmen als Eisenschmel/ hütte und Eisenwarenfabrik gegründet. Die Produktpalette umfasste zunächst gusseiserne Töpfe, Stielpfannen, Gewichte und Pflugeisen. Vor dem ersten Weltkrieg wurden Herde und Maschinenteile produziert. 1899 wurde die Halle auf dem 7700 Quadratmeter großen Gelände am Petersburger Wall errichtet. Sie diente als Mechanische Werkstatt und Lagerhaus. Kurz vor ihrem Abriss bauten hier 20 Mitarbeiter Aufzüge und Sonderanfertigungen.

Die dahinter liegende Gießerei, die spätere Salzmarkthalle, wurde 1880 erbaut. 1986 zog die Gießerei an die Liebigstraße um. Die Maschinen- und Aufzugtechnik ging nach Sutthausen an die Industriestraße.

Nach dem Auszug der Firma sollte in der Gießerei ein Veranstaltungszentrum eingerichtet werden. Erfolgreich war das nicht. Heute befindet sich hier ein Geschäft für Ledermöbel.

Ledermöbel gibt es heute in der ehemaligen Salzmarkthalle zu kaufen. Auch dieses Gebäude war ein Teil der Weymann' schen Eisengießerei. Foto: Gert Westdörp

Eine Jugendstil-Fassade zierte das Gebäude der Eisengießerei Carl Weymann am Petersburger Wall. Das Bild stammt aus dem Jahr 1911. Foto: Rudolf Lichtenberg
Autor:
Marie-Luise Braun


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