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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Wasser Marsch: April so trocken wie noch nie
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Viele Pflanzen blühen drei Wochen früher als normal - Stadt gibt Waldbrandwarnung heraus
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Originaltext:
Nothilfe Im Heger Holz: Die Jugendfeuerwehr Eversburg wassert die frisch angepflanzten Bäume.

Foto: Elvira Parton

Wasser Marsch: April so trocken wie noch nie

Viele Pflanzen blühen drei Wochen früher als normal - Stadt gibt Waldbrandwarnung heraus

fhv/ swa/ mac OSNABRÜCK. Von sieben Uhr morgens an bis in den Nachmittag hinein gießt Fjodor Held die Blumen und Bäume der Stadt - und das im April. Der Monat ist bis jetzt ungewöhnlich trocken. Laut Deutschem Wetterdienst fielen bislang lediglich zwei Millimeter Wasser vom Himmel über Osnabrück. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es im gesamten April 52, 6 Millimeter, was ungefähr dem langjährigen Mittelwert entspricht.

Der Trochodendron blüht.

Mit Fässern, gefüllt mit 3 000 bis 5 000 Litern Wasser, rücken die Stadtgärtner derzeit jeden Morgen aus. Die Aufgabe der circa 25 Mann starken Truppe: die städtischen Grünflächen vor dem Vertrocknen zu bewahren. Allein Fjodor Held muss sein 3000-Liter-Fass fünf bis sechsmal am Tag neu auffüllen, denn vor allem Jungbäume und Blumen brauchen jetzt viel Wasser.

Ebenfalls wegen der anhaltenden Trockenheit hat die Stadt im Schnellverfahren jetzt bereits eine Waldbrandwarnung herausgegeben: Grillen (auch auf ausgewiesenen Grillplätzen), Rauchen und Feuer sind ab sofort in Wäldern, Mooren und Heidegebieten verboten. Außerdem darf in diesen Gebieten auch kein Auto mehr fahren. Wer diese Verbote missachtet, muss mit bis zu 5000 Euro Strafe rechnen.

Hilfe in der Not: Die Jugendfeuerwehr aus Eversburg rückte aus, um der Heger Laischaft zu helfen. Die Jugendlichen wässerten mit dem Tanklöschfahrzeug eine . 3000 Quadratmeter große Kulturfläche im Heger Holz, auf der vor fünf Wochen junge Buchen und Lärchen gesetzt worden sind.

Hochsommerliche Temperaturen lassen die Zistrose früher blühen. Dr. Nikolai Friesen zeigt im Botanischen Garten die Blüten. Fotos: Gert Westdörp

" Die jungen Pflanzen stehen hier auf relativ sandigem Boden und zeigen jetzt langsam Trockenstress", sagte Laischafts-Buchhalter Frank Henrichvark dazu, " ohne eine solche Aktion wäre die Aufforstung jetzt langsam gefährdet." Die Kleingärtner müssen selbst für ausreichende Bewässerung ihrer Jungpflanzen sorgen. Heinz Beßmann, Vorsitzender des Kleingartenvereins Süd, klagt: " Die Regenfässer sind alle leer." Das sei ungewöhnlich für diese Jahreszeit. Er und seine Gartenfreunde müssen auf Leitungswasser zurückgreifen.

Neben der Trockenheit machen auch die warmen Temperaturen der Natur zu schaffen: Sämtliche Pflanzen blühen um zwei bis drei Wochen früher, stellt Nikolai Friesen, Kustos des botanischen Gartens, fest. Selbst der Judasbaum, der sonst um den 20. Mai herum zu blühen beginnt, steht in voller Pracht - sowohl in Osnabrück als auch in Rom. Deutschland steht dem 1000 Kilometer entfernten Italien also in nichts nach, wie Friesen zu berichten weiß. Erst vor ein paar Tagen war er dienstlich in der Ewigen Stadt und hatte so den direkten Vergleich.

Durch die sommerlichen Temperaturen zeigt auch der tropische Trochodendron bereits Blüten. " Das ist eine botanischeSensation", schwärmt Friesen. Und das, obwohl die Pflanze den Winter im Freien verbracht hat. Der war ja aber auch schon ungewöhnlich mild. Zu mild für Pflanzen, die Frost brauchen: Einige Steppenpflanzen sind mangels Frost eingegangen, so Friesen.

Auf eine nasse Abkühlung im Freien hoffen bei dem Sommerwetter viele Osnabrücker. Wie Roland Kettler von der Bäderabteilung der Stadtwerkf mitteilte, wird das Nettebad vorgezogen am 7. Mai draußen seinen Badebetrieb aufnehmen, das Moskaubad folgt dann am 13. Mai. Hier sind die Wartungsarbeiten noch nicht ganz abgeschlossen. Zum kommenden Wochenende hin soll bereits die Liegewiese im Schinkelbad öffnen - samt Beachvolleyballfeld.

Fjodor Held im Einsatz.

Der Judasbaum blüht 2007 zeitgleich in Rom und Osnabrück.
Autor:
fhv, swa, mac


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