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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Stirb langsam: Tunnel müsste Neubauten weichen
Zwischenüberschrift:
SPD und Grüne nehmen Ende der Neumarkt-Passage in Kauf KOMMENTAR: Erst planen, dann handeln
Artikel:
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Originaltext:
dk OSNABRÜCK. SPD und Grüne wollen die Schlagzahl am Neumarkt erhöhen. Gemeinsam stellten sie jetzt ihre Vision eines " Einstiegs in die Aufwertung" des Neumarktes vor. Das rot-grüne Konzept basiert auf dem jüngst vorgestellten Verwaltungsvorschlag.

Die Fraktionsvorsitzcnden beider Parteien, Ulrich Hus (SPD) und Michael Hagedorn (Grüne), sehen in dem auch von CDU und FDP mitgetragenen Verwaltungsvorschlag erst den Beginn einer Entwicklung, an deren Ende möglichst eine Verkehrsdrehscheibe für denöffentlichen Personennahverkehr ohne Individualverkehr stehen soll.

" Wir glauben an die Zukunft des Neumarktes und der südlichen Innenstadt." Einem Glaubensbekenntnis gleich, beschwört die von Nils Peters (SPD) vorgetragene Powerpoint-Präsentation die Hoffnung auf eine bessere Zukunft des Dauerzankapfels im Herzen der Stadt.

Der Neubau an der Großen Straße wäre das Ende des Tunnels

Und die Chancen stehen günstig, dass die Fraktionen mit ihrem Antrag, der einige - auf den ersten Blick konsensfähige - Änderungen der Verwaltungsvorschläge vorsieht, im Stadtentwicklungsausschuss auf offene Ohren stoßen. Denn quer durch die Parteien herrscht Einigkeit darüber, dass das Planen und Diskutieren langsam ein Ende haben muss.

Das wird auch potenzielle Investoren freuen, von denen nach Aussage der rotgrünen Fraktionsvorsteher zumindest einer schon ungeduldig mit den Füßen scharrt. " Die wollen wissen, wann sie loslegen können", sagt Peters. Dringend müsse ein Bebauungsplan aufgestellt werden, der die notwendige Planungssicherheit schaffe, um Grundstücke erwerben und konkrete Planungen vorantreiben zu können.

Dies betrifft das Gebäude vor H& M, insbesondere aber auch die gegenüberliegende Straßenseite mit dem Wöhrl-Haus und der gekachelten Immobilie an der Johannisstraße. Auf dieser Fläche nebst einigen anderen Häusern soll die Neumarkt-Galerie entstehen, ein Center mit bis zu 15 000 Quadratmetern Verkaufsfläche.

Würden die Planungen so umgesetzt, würde dies das endgültige Aus für die Neumarktpassage, den Tunnel, bedeuten, da er zum Teil den Neubauten und ihren Fundamenten zum Opfer fallen würde. Für SPD und Grüne ein hinnehmbarer Verlust. " Wir werden das Ende nicht forcieren, wir werden es aber auch nicht aufhalten", lassen Hus und Hagedorn den blanken Pragmatismus walten. Nils Peters sekundiert mit den Worten, dass es mit ihm keine Mietnachlässe für die Tunnelmieter geben werde.

Die aber wollen demnächst beim Eigentümer Osnabrücker Parkstättenbetriebsgesellschaft in eben dieser Sache vorstellig werden. Das bestätigt Reinhard Coppenrath. Zwar behauptet Coppenrath, die Besucherfrequenz im Tunnel sei gut, gleichzeitig treibt ihn aber die Angst vor einem schönen Sommer um, der noch mehr Leute überirdisch über den Neumarkt treiben könnte. Die Folge wären rückläufige Umsätze unter der Erde. Hinzu kommen die nicht gerade verkaufsförderlichen Spekulationen über die Zukunft der Passage. Auch in Osnabrücks teuerstem Keller drängt man auf Klarheit.

" Wir werden ja schon angesprochen, ob wir denn überhaupt noch hier seien", sagt Coppenrath. Im Moment offensichtlich noch. Wie schnell sich das ändert, hängt jetzt auch vom Tempo der Beschlussfassungen ab.

Neue Verkehrsführung

Neue Gebäude

Geänderte Busroute

KOMMENTAR: Erst planen, dann handeln

Von Dietmar Kroger

Man möchte ja fast aufatmen, wie bei einem kühlenden Gewitterregen nach einem schwülen Sommertag. Der Knoten, der der Entwicklung am Neumarkt die Luft abdrückte, löst sich. Die Parteien suchen den Konsens - und scheinen ihn zu finden.

Dass dabei wahrscheinlich ein paar Ladenbetreiber in der Neumarktpassage auf der Strecke bleiben, ist bitter. Zumal es einfach gewesen wäre, eben dieses zu verhindern. Erst zu Ende planen, dann handeln - diese andernorts durchaus übliche Vor-gehensweisc hätte Enttäuschungen verhindern können.

Nun lernen wir alle, was uns eigentlich von Anfang an klar war: Mit saisonalem Obst- und Gemüseverkauf ist der Tunnel nicht zu retten. Ganz zu schweigen von dem vielen schönen Geld, das in der Neumarkt-Passage verbuddelt wurde. Die könnte der Bund der Steuerzahler in seine jährliche Hitliste der größten Steuerverschwendungen aufnehmen.

d.kroeger@ neue-oz.de
Autor:
dk


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