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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
6,7 Millionen Euro für den Flughafen - Der FMO in Zahlen
Zwischenüberschrift:
Grüne: Betriebswirtschaftlicher Irrsinn
Artikel:
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Originaltext:
Der FMO in Zahlen

Gewinn und Verlust: 1999 und 2000 hat der Klughafen Münster/ Osnabrück Gewinne von jeweils über drei Millionen Euro erwirtschaftet. Dann kam der Einbruch nach den Anschlägen vom 11. September 2001. 2006 blieb ein Minus von 1, 65 Millionen Euro.

Fluggäste: 1, 55 Millionen Passagiere nutzten 2006 den FMO. Die Zahl der Fluggäste stieg damit um 0, 6 Prozent im Vergleich zu 2005. Im Januar dieses Jahres wurde ein Zuwachs von 0, 2 Prozent registriert, im Februar von 4, 5 Prozent und im März von 9 Prozent.

Prognosen: Das Gutachten zum Flughafenausbau geht von drei Szenarien aus. Die optimistische Annahme für das Jahr 2015: 900 000 Fluggäste auf Langstrecken, 3, 2 Millionen im Kontinentalverkehr. Die mittlere Prognose geht von einer halben Wachstumsrate aus. Die vier Millionen Fluggäste würde erst 2026 erreicht. So lange schriebe der FMO rote Zahlen. Die pessimistische Prognose: Werden die vier Millionen nicht erreicht, bleibt der FMO auf Dauer im Minus. Arbeitsplätze: Der FMO selbst bietet 500 Arbeitsplätze. Am Standort FMO gibt es 1600. Deren Zahl würde sich bei einem Ausbau und der vorausgesagten Fluggastentwicklung bis 2015 auf 3500 mehr als verdoppeln. Zuschüsse: Seit 1966 hat die Stadt mit rund fünf Millionen Euro den Flughafenausbau gefördert. Das entspricht einem jährlichen Zuschuss von 125 000 Euro. Der Höhenflug des Flughafens Münster/ Osnabrück soll anhalten. Deshalb wird für 60 Millionen Euro eine neue Startbahn gebaut. Die Stadt muss dafür 6.7 Millionen aufbringen.

6, 7 Millionen Euro für den Flughafen

Grüne: Betriebswirtschaftlicher Irrsinn

hin OSNABRÜCK. Mit 6, 7 Millionen Euro werden sich Stadt und Stadtwerke Osnabrück am Ausbau des Flughafens Münster/ Osnabrück (FMO) beteiligen. Der Finanzausschuss signalisierte grundsätzlich Zustimmung - gegen den Widerstand der Grünen.

Nein sagen kann die Stadt eigentlich nicht. Denn eine erste Tranche von 1, 7 Millionen Euro ist schon 2006 überwiesen worden. In den kommenden zwei Jahren sind weitere 6, 7 Millionen fällig, die sich Stadt und Stadtwerke teilen werden. Die Stadtwerke, die die Anteile am Flughafen halten, zahlen im Herbst dieses Jahres 2, 15 Millionen Euro. 2008 folgt eine weitere Million. Aus dem städtischen Haushalt werden im kommenden Jahr 3, 55 Millionen zur Verfügung gestellt. Das Geld wird der allgemeinen Rücklage entnommen - es kommt also aus der Spardose.

Die Start- und Landebahn soll auf 3000 Meter ausgebaut werden, damit Langstreckenjets den FMO anfliegen können. 60 Millionen Kuro kostet der Ausbau. Elf Millionen Euro hat das Land Nordrhein-Westfalen zugesagt. Die restlichen 49 Millionen Euro werden von den FMO-Gesellschaftern durch eine Kapitalerhöhung aufgebracht. Die 6, 7 Millionen für Osnabrück entsprechen dem Gesellschafteranteil.

Besonders für die Stadtwerke ist die Investition ein finanzieller Kraftakt, der aus eigenen Mitteln nicht zu bewältigen ist. Die Zahlungen

und der Kapitaldienst werden auch das Betriebsergebnis " deutlich negativ beeinflussen", wie es in der Vorlage der Verwaltung heißt. Die Folge: Die Ausschüttungen, die die Stadt jedes Jahr mit Freude von ihrer Tochtergesellschaft einstreicht, werden nicht die erhofften Summen erreichen. Eingeplant sind rund zwei Millionen Euro.

Außerdem tun sich die Stadtwerke als Aktiengesellschaft schwer, einer Investition zuzustimmen, die betriebswirtschaftlich keinen Gewinn verspricht. Ein Gutachten über die Entwicklung der Fluggastzahlen zeigt, dass im günstigsten Fall ab 2013 wieder mit Überschüssen beim FMO zu rechnen wäre. Wenn es schlecht läuft, bleibt der FMO auf Dauer ein Zuschussgeschäft für die Gesellschafter.

Schwimmbad teurer?

Das ist der Grund für die " entschiedene Ablehnung" der Grünen. Fraktionschef Michael Hagedorn sagte in der Sitzung des Finanzausschusses, die Osnabrücker würden auf Dauer mit höheren Bäderpreisen und schlechterem Busverkehr die Zeche zahlen. Auf Antrag Hagedorns wurde die FMO-Finanzierung im öffentlichen Teil der Sitzung behandelt, " weil die Öffentlichkeit Anspruch hat zu erfahren, wofür die Ratsmehrheit so viel Geld ausgeben will". Es gehe nicht um die Existenz des Flughafens, sondern allein um den Ausbau der Startbahn. Auch angesichts eines " ruinösen Wettbewerbs" mit den Flughäfen Paderborn und Dortmund sei der Ausbau " betriebswirtschaftlicher Irrsinn". Er warnte, den optimistischen Fluggastzahlen des Gutachters blind zu vertrauen. Das Gutachten lange vor der Klimadebatte entstanden und berücksichtige nicht, wie sich die Flugpreise entwickeln.

Firmen brauchen FMO

Fritz Brickwedde (CDU), Thomas Thiele (FDP) und Burkhard Jasper (CDU, Mitglied des FMO-Aufsichtsrates) wiesen auf die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens für die Region hin. Viele Firmen seien auf dem Flughafen angewiesen und hätten die Region längst verlassen, wenn es den Flughäfen nicht gäbe, sagte Jasper. Brickwedde ergänzte: " Die Umweltstiftung wäre ohne Flughafen niemals nach Osnabrück gekommen." Am Standort FMO gibt es zurzeit 1600 Arbeitsplätze. Ulrich Hus( SPD) unterstrich die strukturpolitische Bedeutung des FMO für die Region. Die Stadt könne nach der Grundsatzentscheidung für den Ausbau im Jahr 2005 ohnehin nicht mehr aussteigen. " Wir müssen uns aber darauf einstellen, dass es uns in den nächsten Jahren einiges kosten wird", sagte Hus.

Er verhehlte nicht, dass es in der SPD-Fraktion unterschiedliche Meinungen gibt. Oberbürgermeister Boris Pis-torius, vehementer Befürworter des Ausbaus, will in der nächsten Fraktionssitzung Überzeugungsarbeit leisten. Das letzte Wort hat jetzt der Stadtrat am 12. Juni.
Autor:
hin


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