User Online: 1 | Timeout: 11:59Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Was wird aus der Erblast GVZ?
Zwischenüberschrift:
Naturschutz wird zu teuer
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Der Traum Güterverkehrszentrum (GVZ) ist geplatzt, geblieben sind eine millionenschwere Erblast und die Frage, was aus den Flächen werden soll. Jetzt wird über eine teilweise Rückgabe an die Natur nachgedacht, was der stadteigenen Grundstücksgesellschaft OGE das Genick brechen könnte.

SPD, Grüne und UWG-Ratsmitglied Siegmar Mierke (UWG) haben die 68, 4 Hektar am Fürstenauer Weg wieder auf die Tagesordnung gebracht. Die Flächen sollen in Gewerbeflächen umgewandelt und ein Teil unter Landschaftsschutz gestellt werden.

Der Hintergrund: Die Osnabrücker Grundstücks- und ErschließungsgeselIschaft OGE, die 1993 eigens zur Vermarktung der GVZ-Flächen gegründet wurde, ächzt unter der schweren Erblast. Für 33 Millionen Mark( knapp 17Millionen Euro) kaufte die Stadt 1993 Freiherr Ostman von der Leye die GVZ-Flächen ab. Ein stolzer Preis, wie Experten schon damals meinten. Andere beurteilten ihn als " vertretbar", denn das Geld sollte durch den Verkauf zurückfließen. Daraus wurde nichts. DieOGE zahlt bis heute Zinsen. Sie dürften eine zweistellige Millionen-Euro-Summe erreicht haben.

In der OGE-Bilanz sind die Flächen wie Gewerbegebiete bewertet. Wenn jetzt ' Teile wieder unter Landschaftsschutz gestellt würden, stürzte der Wert dieser Flächen ab. Im Extremfall könnte das die Insolvenz der OGE bedeuten. Die Politik steht vor der Frage: Wie viel Landschaftsschutz kann sich die Stadt leisten?

Die Verwaltung hält eine Verringerung der Bauflächen wegen der finanziellen Folgen für die OGE für nicht vertretbar. Sie schlägt vor, die GVZ-Flächen in Gewerbeflächen umzuwandeln und zu vermarkten. Eile ist geboten, weil mit der Winkelhausenkaserne Konkurrenz erwächst. Die Briten räumen im nächsten Jahr die Kaserne, aus der ein attraktives Gewerbegebiet werden kann. Die Fläche gehört dem Bund. Und wenn der das Areal auf den Markt bringt, hätte die Stadt mit ihren Flächen am Fürstenauer Weg wohl das Nachsehen.

Aus ökologischer Sicht wäre eine Wiedereingliederung der gesamten Flächen nördlich des Fürstenauer Weges " sachlich vertretbar", wie es in der Vorlage für den Finanzausschuss heißt. Der Ausschuss wird sich am Dienstag, 22. Mai, mit der Frage befassen, ob ökologisch besonders hochwertige Zonen (wie der Übungsplatz der Briten) als Grünflächen im Bebauungsplan festgesetzt werden sollen. Möglich wäre auch eine Ausweitung des Landschaftsschutzgebietes um einen den Wäldern vorgelagerten 30 Meter breiten Streifen. Nach Berechnungen der Verwaltung würde die bebaubare Fläche um 40000 Quadratmeter verringert. Der finanzielle Verlust für die OGE durch die Abwertung der Flächen: 1, 35 Millionen Euro. Diese Summe müsste sich die OGE von der Stadt zurückholen.
Autor:
Wilfried Hinrichs


Anfang der Liste Ende der Liste