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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Die Stadtwerke bekommen Feuer
Zwischenüberschrift:
E.ON-Tochter "E wie Einfach" unterbietet Tarife für Strom und Gas
Artikel:
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Originaltext:
rll OSNABRÜCK. Die Konkurrenz macht den Stadtwerken Feuer unterm Sessel. E.ON-Tochter " E wie Einfach" unterbietet die Osnabrücker Tarife ganz gezielt um 1 Cent für die Kilowattstunde Strom und um 2 Cent für den Kubikmeter Gas. Die Stadtwerke seien auf den Wettbewerb gut vorbereitet, vermerkt deren Sprecher Marco Hörmeyer.

Vor fünf Journalisten gab " E wie Einfach"- Geschäftsführerin Dr. Marie-Luise Wolff am Mittwoch eine Pressekonferenz im Hotel Walhalla, um mit dem Slogan " Osnabrück wechselt jetzt" ihr Produkt vorzustellen. Damit bekommen die Stadtwerke erstmals Konkurrenz auf dem Gasmarkt. Aber auch Stromkunden will das Unternehmen mit einem Kampfpreis gewinnen.

" E wie Einfach" ist eine in München ansässige Vertriebsgesellschaft, die ihre Preisgestaltung von den gängigen Tarifen der örtlichen Grundversorger abhängig macht. Beim Gas garantiert der Herausforderer 2 Cent weniger pro m3, beim Strom einen Cent pro kWh.

Senken die Stadtwerke ihren Preis, zieht " E wie Einfach" nach - und zwar " simultan", wie Marie-Luise Wolff betont. Nach oben gebe es den " Preisdeckel". Auch bei einer Tariferhöhung der Stadtwerke bleibe der Preis für die E-Kunden unverändert - zwei Jahre beim Strom, ein Jahr beim Gas. Und wer wieder aussteigen wolle, müsse sich nicht langfristig binden. Bei " E wie Einfach" betrage die Kündigungsfrist nur einen Monat.

Ihr Gas bezieht die Vertriebsgesellschaft bei der Ruhrgas AG, den Strom beim Mutterkonzern. Kein Ökostrom, sondern entsprechend dem E.ON-Mix mit einem großen Anteil an Atomkraft (50 Prozent) und einer vergleichsweise hohen Rate regenerativer Energien (16 Prozent).

Ein Büro oder eine Niederlassung will " E wie Einfach" nicht in Osnabrück einrichten. Geschäftsführerin Wolff begründet die günstigen Tarife mit dem " schlanken Geschäftsmodell". Für die Kunden gebe es ja ein Callcenter und das Internet.

Was aber, wenn der Strom einmal ausfällt? Dann sei der lokale Netzbetreiber zuständig, heißt es bei der E-Gesellschaft aus München. Und das sind in Osnabrück nun einmal die Stadtwerke.

Die Stadtwcrke begegnen der Herausforderung mit demonstrativer Gelassenheit. " Wir begrüßen den Wettbewerb", sagt Sprecher Marco Hörneyer. " einen Preiskampf machen wir aber nicht mit". Noch vor wenigen Monaten habe das Bundeskartellamt den Osnabrücker Stadtwerken bescheinigt, dass sie zu den günstigsten Gasanbietern bundesweit gehörten.

Wer einen Wechsel erwäge, solle die Tarife genau unter die Lupe nehmen. " E wie Einfach" orientiere sich am Standardtarif " Easy2". Wer für sein Einfamilienhaus jährlich 3500 kWh Gas verbraucht, schneide mit " Easy3" günstiger ab - und bezahle bei den Stadtwerken pro Jahr 30 Euro weniger als bei " E wie Einfach", rechnet Hörmeyer vor. Beim Strompreis könnten die Stadtwerke allerdings nicht mithalten.

Es gehe aber nicht nur um den Preis. Die Stadtwerke seien ein Osnabrücker Unternehmen, " wir tun viel für die Region", wie Hörmeyer betont. Dazu gehörten Förderprogramme, zum Beispiel für Solaranlagen, Aktionen wie der Umwelt- und Energieunterricht an Grundschulen und eine umfassende Beratung vor Ort.

Darauflegten manche Kunden zwar keinen Wert, merkt Hörmeyer an, für sie gebe es aber den Tarif " Easy-Online", der sich über das Internet abwickeln lasse. Als Belohnung gebe es dafür eine Prämie oder einen Bonus.

Zum Vergleich

www.e-wie-einfach.de

www stadtwerke-osnabrueck.de

Bildunterschrift:
Kampfansage: " E wie Einfach" will den Markt der Stadtwerke für Strom und Gas kräftig aufmischen.Fotomontage: Gert Westdorp

KOMMENTAR

Tut' s gar nicht weh?

Von Rainer Lahmann-Lammert

Abschied tut ja gar nicht weh, und Wechseln ist so einfach wie noch nie. Wer sich für einen neuen Strom- oder Gasanbieter entscheidet, braucht nur fünf Minuten am Telefon oder am Computer. So funktioniert der Wettbewerb, den viele vermisst haben, als der Gaspreis immer neue Schmerzgrenzen überschritt.

Schmerzlich könnte es für die Stadtwerke werden, wenn mehr und mehr Kunden zur Billigkonkurrenz wechseln. Vorstand Manfred Hülsmann verkündet zwar, " Wir sind fit für den Wettbewerb!" Aber es ist vorgezeichnet, dass ein ruinöser Preiskampf in Osnabrück Spuren hinterlassen würde.

Wir haben uns daran gewöhnt, dass die Stadtwerke mit ihren Überschüssen aus dem Strom-und Gasgeschäft Bus-und Bädertickets subventionieren. Nebenbei fällt jedes Jahr noch ein hübsches Sümmchen für die Stadt ab, 2006 waren es 3, 8 Millionen Euro. Für solche Wohltaten gibt es keine Bestandsgarantie. Vielleicht tut der Abschied ja doch noch weh.

rll@ neue-oz.de
Autor:
rll


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