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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein Geschenk für 25 000 Goldmark
Zwischenüberschrift:
Das Haus von der Forst
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ein Geschenk für 25 000 Goldmark

Das Haus von der Forst

Von Marie-Luise Braun

OSNABRÜCK. Optimal eingepasst in die Grenzen eines Eckgrundstücks ist das Gebäude an der Bismarckstraße 27. Der Entwurf für das im klassizistischen Stil erbaute Haus stammt von den Architekten Justus Haarmann und Fritz Ham-ersen. Errichtet wurde es im Jahr 1921.

Nur Details wurden seither an der Gebäudehülle verändert: Das mit Schiefer gedeckte Haus erstrahlt heute in freundlichem Gelb, die Butzenfenster wurden ersetzt, und das Geländer des Treppenaufgangs ist neu.

Augenfällig ist, dass das Haus keine deutlich betonte Schauseite zur Straße hat, sondern schlicht gestaltet ist. Das ist neu für die damalige Zeit, in der die Architekten sich noch stark an der klassizistischen Formensprache orientierten. Dies spiegelt sich beispielsweise in den volutengekrönten Dachfenstern wider.

Der Eingang des organisch wirkenden Hauses ist genau auf die Ecke zwischen Bismarckstraße (rechts) und Goebenstraße (links) ausgerichtet. Zum Garten hin öffnet es sich in Richtung Süden als Flügelbau, dessen Enden jeweils einen eigenen Giebel haben.

Verbunden sind diese Flügel durch eine bogenförmig gestaltete Terrasse im Erdgeschoss und ebenso konstruierte Balkone in den oberen Etagen. Im Dachgeschoss ist in den Bauplänen ein " Luftbad" verzeichnet. Dort konnten die Bewohner, abgeschirmt vor neugierigen Blicken, die Sonne genießen.

Seinen Namen hat das Gebäude vom Bauherrn: Hier wohnten der Unternehmer Hermann von der Forst und seine Frau Ernie mit ihrer jungen Familie. Das Haus war ein Geschenk des Vaters von Hermann von der Forst zur Hochzeit am 12. Juni 1920. " Es kostete 25 000 Goldmark", sagt Dr. Klaus Zöller, seit 1970 Eigentümer des Hauses.

Bereits viel früher, nämlich 1925, ist die Familie von der Forst aus dem Haus wieder ausgezogen. " Aus Bequemlichkeit", meint Tochter Barbara Oldermann. Denn die Familie besaß in Wester-hausen eine Firma für Treibriemen - sie war der Vorläufer der Westland Gummi-Werke. Es war damals umständlich, täglich von Osnabrück dorthin zu fahren. Um Zeit zu sparen, zog die Familie um nach Meile.

" Meine Eltern führten ein großes Haus mit vielen Festen", erzählt Barbara Oldermann. Sie selbst hat das Gebäude nie betreten, sie kam nach dem Auszug zur Welt.

Einige Osnabrücker dürften das Haus von der Forst als Patienten betreten haben: Seit 1970 betrieb der Kieferorthopäde Dr. Klaus Zöller im Keller seine Praxis. Mit seiner Familie bewohnt er bis heute die oberen Etagen.

Er hat sich intensiv mit der Geschichte des Hauses befasst. Umso mehr stört ihn ein Rondell, das in den Bürgersteig vor dem Eingang eingelassen wurde. " Die Stadt hat da einfach eine Hainbuche hingesetzt. Wenn sie größer ist, ist von der schönen Fassade nichts mehr zu sehen", ärgert er sich.

In freundlichem Gelb erstrahlt die Fassade des Hauses heute. Verändert hat es sich äußerlich sonst kaum. Foto: Jörn Martens

An der Bismarckstraße 27 steht dieses Haus seit 1921. Gestaltet wurde es von den Architekten Justus Haarmann und Fritz Hammersen. Foto: Rudolf Lichtenberg
Autor:
Marie-Luise Braun


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