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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Eisblockwette zeigt: Dämmung bringt viel
Zwischenüberschrift:
Nach zwei Monaten ein Drittel nicht geschmolzen
Artikel:
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Originaltext:
OSNABRÜCK. Von der Kühlbox und der Thermos-kanne kennen wir das Prinzip: Gut isoliert bleibt die Limo kalt und der Kaffee heiß. Das gilt auch für Räume. Gut gedämmt schwanken innen die Temperaturen weniger. Die so genannte Eisblockwette auf dem Gelände der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück hat das jetzt noch einmal veranschaulicht.

Nach zwei Monaten waren vom gefrorenen Kubikmeter Wasser (ein Würfel mit einer Kantenlänge von einem Meter) zwar nur noch ein paar größere Brocken übrig - aber immerhin. Zur Osnabrücker Energiemesse am 24. März hatte das Projektteam der Initiative " Haus sanieren - profitieren" (siehe auch den Kasten) den Versuch vorbereitet. Zum Auftakt der neuen Kampagne hatten Lehrlinge der Bauinnung zwei Minihäuser gebaut - das erste mit nicht isolierten Wänden und Decken. Das zweite hatten sie (entsprechend dem Passivhausstandard) dick mit 30 Zentimetern Mineralwolle, Schaumglas und einer luftdichten Folie eingepackt. In beiden Räumen deponierten sie einen Eisblock. Im nicht isolierten Häuschen war er unter der warmen Aprilsonne schnell geschmolzen. Doch wie viel blieb im gut gedämmten Raum übrig?

Gestern Morgen wurde die fensterlose Holzkonstruktion im Beisein der Wettpaten, Bürgermeister Burkhard Jasper und Stadtwerke-Chef Manfred Hülsmann, wieder geöffnet, um die spannende Frage zu beantworten. Mit Hilfe eines Radladers zog Thomas Boese die Metallwanne mit dem Eisblockresten aus dem Minihaus ins Freie, bohrte ein Loch in das Gefäß und ließ das geschmolzene Wasser ab. 884 Liter waren anfangs gefroren. 580 Liter wurden in einer großen Tonne aufgefangen, gut ein Drittel des Eises war also noch vorhanden.

In einem Gewinnspiel hatten rund 300 Teilnehmer das Ergebnis getippt. Richtig geschätzt haben Katherina Witte-Elixmann, Angela Evers (beide Hagen), Marita Wittenbrock, Jan Rathjin (beide Osnabrück), Erwin Frank (Lotte) und Tom Künne (Glandorf). Sie gewinnen Quartalsumweltabos für den öffentlichen Nahverkehr und Zooeintrittskarten.

Der Versuch habe gezeigt, wie wichtig es sei, seine Immobilie gut zu isolieren, damit Wärme nicht verloren gehe, sagte DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde. Er sprach von einer doppelten Gewinnsituation. Hausbesitzer könnten langfristig viel Geld sparen. Außerdem werde das Klima geschützt weil der Energieverbrauch sinke und dadurch weniger Kohlendioxid in die Atmosphäre ausgestoßen werde. Jeder Einzelne kann sehr viel tun, sagte Bürgermeister Jasper. Und Stadtwerke-Chef Hülsmann versprach, sein Unternehmen werde sich handfest daran beteiligen, dass Osnabrück Umwelthauptstadt werde.

Im gut gedämmten Minihaus haben diese Eisbrocken der Aprilsonne getrotzt (von links: Bürgermeister Burkhard Jasper, DBU-Generalsekretar Fritz Brickwedde und Stadtwerke-Vorstandsvorsitzender Manfred Hülsmann). Foto: Michael Hehmann

Privathaushalte in Deutschland verbrauchen mehr Energie als die Industrie oder der Verkehr. Und fast 80 Prozent davon gehen aufs Konto der Heizung. Ein riesiges Einsparpotenzial - zumal 12 Millionen der bundesweit 15 Millionen Ein- und Zweifamilienhauser vor 1984 gebaut und daher wenig isoliert sind. Hier setzt die neue Kampagne .. Haus sanieren - profitieren" an, die in Osnabrück gestartet ist und die die DBU demnächst in allen 55 Kammerbezirken des Handwerks auf die Beine stellen will. Hausbesitzer sollen auf Schwachstellen am Eigenheim aufmerksam gemacht werden. Nach einem kostenlosen Energiecheck macht das Handwerk Vorschlage für eine wirtschaftliche Sanierung. Die DBU wacht über die Qualität der Arbeit.
Autor:
jan


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