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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
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Inhalt:
Überschrift:
Für "Mädchen mit gutem Betragen"
Zwischenüberschrift:
Die Weberei F. H. Hammersen AG an der Iburger Straße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zeitreise

OSNABRÜCK

Vom Turm der Lutherkirche wurde dieses Bild nach 1906 aufgenommen. Es zeigt die Weberei Hammersen mit ihrem markanten Schornstein. Foto: unbekannt

Für " Mädchen mit gutem Betragen"

Die Weberei F. H. Hammersen AG an der Iburger Straße

Von Marie-Luise Braun

OSNABRÜCK. Spinnereiweg, Baumwollweg und Legge-weg - nur noch Straßennamen erinnern heute in der Nähe der Iburger Straße daran, dass hier einmal die Weberei F. H. Hammersen AG gegeben hat. 1982 war damit Schluss. Heute stehen hier Wohnhäuser.

Einen ganzen Stadtteil prägte die Textilfabrik, die von den Hammersen-Brüdern 1869 mit 45 Webstühlen und 50 Mitarbeitern gegründet worden war. " Mädchen und Frauen, die im Weben nicht unerfahren sind und über ihr Betragen gute Zeugnisse bringen", suchte die Mechanische Weberei und Färberei damals in einer Anzeige. Später war sie die größte Baumwollspinnerei Europas.

1935 fusionierte das Unternehmen mit der schlesischen Dierig-Gruppe. Die F. H. Hammersen AG blieb mit dem Stammwerk Osnabrückund ihren Zweigbetrieben in Rheine, Bocholt, Rheydt und Riesa/ Sachsen jedoch weitgehend selbstständig. Etwa 3500 bis 3800 Mitarbeiter gehörten dazu.

Im zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb in Osnabrück fast vollständig zerstört und anschließend wieder aufgebaut. Auch in sozialer Hinsicht sorgte der Betrieb für seine Mitarbeiter: Es gab Werkswohnungen, Kinderkrippen, eine Werkssparkasse, einen Werkschor, Sportgruppen, Mädchenheime und eine Gewinnbeteiligung für die Mitarbeiter. Von den sozialen Leistungen hat die ganze Neustadt profitiert. Doch es sollte nicht lange halten. Der Betrieb ging Pleite. " Ein Betrieb stirbt langsam aus", titelte die Neue Osnabrücker Zeitung am 14. Mai 1981 und schilderte, dass zahlreiche Mitarbeiter der Fabrik nach dem Konkurs in die Arbeitslosigkeit entlassen wurden.

Den westlichen Teil des Geländes kaufte der Landkreis Osnabrück, um seine gewerblichen Schulen zu erweitern. Das übrige Gelände erwarb die Niedersächsische Landesentwicklungsgesellschaft Nileg. Im Juli 1982 begann der Abriss der Fabrikhallen. Der 85 Meter hohe Schlot - einst Wahrzeichen des Unternehmens - wurde am 1. Oktober 1982 gesprengt.

Wohnhäuser wurden auf dem Hammersen-Gelände errichtet, nachdem die Fabrik 1982 abgerissen worden war. Im Hintergrund: der Turm der Katharinenkirche. Foto Egmont Seiler
Autor:
Marie-Luise Braun


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