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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Erweiterte Schule glänzte wie noch nie
Zwischenüberschrift:
Mai 1907: Wiedereröffnung mit neuer Turnhalle
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Am 16. Mai 1907 eröffnete die Höhere Töchterschule ihren Erweiterungsbau. Eine Turnhalle war dazugekommen, und die Schule glänzte wie noch nie. Der Haupteingang lag nun an der Ecke Kanzlerwall / Katharinenstraße und wies ein Türgitter mit Kunstschmiedearbeit auf.

Innen war eine Pausen-und Eingangshalle entstanden, die den Schülerinnen auch bei Regen Schutz bot. Umbauten waren notwendig geworden, weil sich die Schule großen Zuspruchs erfreute. Die Frage nach der Ausbildung von Mädchen bestimmte die Ansprachen der Festredner bei der Eröffnung der Schule. Es sei dem ganzen Volk daran gelegen, " Mädchen zu tüchtigen Frauen zu erziehen", hieß es etwa.

Gegen Alkoholkonsum bei Jugendlichen wandte sich eine Initiative, die von Berlin aus verbreitet wurde. Aus gegebenem Anlass griff das Ratsgymnasium das Thema auf. Aufklärung der Schüler und Eltern sollte dem Alkoholmissbrauch entgegenwirken, der schon im Jugendalter zu beobachten war und der, wie es wörtlich hieß, " am besten Marke unseres Volkes zehrt".

" Wahlausschreitungen im Osnabrücker Land!" lautete Anfang Mai eine Schlagzeile in der Tageszeitung. Während der Wahlen zum Reichstag war es in Glane, Laer und Glandorf zu Ausschreitungen gekommen. Bürger dieser Ortschaften im Südkreis, wurden tätlich, als die nationalliberale Partei aus Osnabrück Kontrolleure in die ländlichen Wahllokale entsandte. Das Ganze hatte ein Nachspiel: Die Randalierer wurden mit Namen, Beruf und Alter der Zeitung genannt und mussten sich vor Gericht wegen " Landfriedensbruchs" verantworten.

Einer Neuerung sah die Gesellschaft der preußischhessischen Eisenbahnen entgegen. Gasglühlicht sollte in den Waggons für die richtige Beleuchtung sorgen. Man hatte lange experimentiert und nun eine preiswerte Lösung gefunden, die mit der Stärke von " 50 bis 100 Kerzen" auch auf den letzten Sitzplätzen das Lesen ermöglichen sollte. Eine Besonderheit war zudem, dass man die Lichter vom Abteil aus an-und ausmachen konnte. So entfiel das Begehen der Wagendächer durch den Lampenanzünder. 35000 Wagen wurden vorerst mit den neuen Lampen bestückt.

Ein Kuriosum für Osnabrück waren die ersten Damen-Ringkämpfe im " Bierpalast". Sämtliche Kämpfe liefen bis zur Entscheidung, hieß es in einer Annonce. Als Favoritinnen galten Fräulein Mary Mirquet aus Paris und Fräulein Käthe Geier aus Prag.

Nur wenige Tage lang gastierte " der größte wandernde zoologische Garten der Welt" in der Hasestadt. Geworben wurde mit " aquarischen Tieren der kalten Zonen", Raubtieren vom Nordpol, " Ungeheuern aus afrikanischen Urwäldern" sowie einer Riesenschlangen-Sammlung.

Die Höhere Töchterschule am Kanzlerwall (jetzt Heger-Tor-Wall) auf einem Foto von 1911. Heute befindet sich das Juridicum der Uni in dem Gebäude. Das Foto haben wir dem Buch " Alt-Osnabrück". Band 1. entnommen, erschienen bei H. Th. Wenner.

Unter der Anzeige fand sich der Hinweis, dass der Zoo-Zirkus Pferde, Ferkel und allerlei Geflügel zum Schlachten ankaufte, denn die " internationalen Bestien" hatten großen Hunger.

Auch um ein Flussbad an der Hase wurde gerungen.

Mit dem Argument, die Arbeiterbevölkerung brauche Freibäder, forderten die Stadtteilvertreter die Wiedereröffnung der Klus-Bade-anstalt in der Nähe des Hauptbahnhofs. Zwar war die Hase durch das Schmutzwasser stark belastet, aber darin sahen die Befürworter kein Hindernis.

Dass der Mai schon immer die Zeit der Liebe war, lassen die vermehrten Heiratsgesuche in den Tageszeitungen vor 100 Jahren erkennen. Ein Beispiel für damalige Anzeigen ist dieser Text: " Strebsamer, solider Konditor, evangelisch, von schlanker Statur, mit eigenem Geschäft und gutem Gemüt, vermögend, wünscht mit einem tugendhaften, ca. 30-jährigen Fräulein in Verkehr zu treten, zwecks baldiger Heirat. Auf Vermögen wird nicht gesehen, jedoch aber gesund, freundlich und tüchtig erwünscht."
Autor:
Christiana Keller


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