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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Gefüttert wird mit der Haarnadel
Zwischenüberschrift:
Familie zieht Rotkehlchen-Küken groß
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Anne Reinert

OSNABRÜCK. Robby hat sich prächtig entwickelt. Munter fliegt und hüpft er durch den Wintergarten der McCaws, lässt sich auf die Hand von Tochter Madeleine nehmen und flattert dann weiter. Als die Familie ihn aufnahm, konnte Robby noch nicht fliegen.

Das Rotkehlchen war ein kleines, flauschiges Küken, als Sohn Billy es am 1. Mai vor der Haustür fand. " Billy ist der Vogelretter", lobt ihn seine Mutter Sabine McCaw. Das neue Familienmitglied bekam einen alten Vogelkäfig, den Sabine McCaw noch besaß, und einen Namen: Robby. Auf die Idee kam die Familie, weil Rotkehlchen im Englischen " Robin" heißt.

Am Anfang, berichtet Andrew McCaw, sei es viel Arbeit gewesen, den kleinen Vogel durchzufüttern. " Alle fünf bis zehn Minuten hat er gepiepst, weil er etwas haben wollte." Inzwischen ist aus dem kleinen Küken ein braun gefiederter Jungvogel geworden. 30 Mehlwürmer pro Tag verspeist Robby. Die verabreicht die Familie ihm mit einer Haarnadel.

Rotkehlchen Robby hat es gut bei den McCaws. Jeden Tag kann er seine Runden im Wintergarten der McCaws fliegen. Natürlich nur bei geschlossener Tür. Denn auf der anderen Seite der Glasscheibe beobachten ihn die beiden Hauskatzen, für die er eine leckere Mahlzeit abgäbe, bekämen sie ihn zwischen ihre Pfoten.

Bevor Menschen einen jungen Singvogel in Pflege nehmen, sollten sie sich allerdings vergewissern, ob das die letzte Überlebensmöglichkeit für ihn ist. Relativ häufig finden sich fast flugfähige und nahezu vollständig gefiederte Jungvögel am Boden, die durch Bettelrufe Kontakt zu ihren Eltern halten. Manche Menschen halten diese Vögel für Waisen. Doch das ist falsch, wie auf der Internetseite des Naturschutzbundes (NABU) zu erfahren ist. Wer diese jungen Vögel findet, sollte sie besser in Ruhe lassen oder sie vorsichtig hochheben und an einen geschützten Ort wie eine Hecke setzen.

Mitnehmen sollten Menschen nur ganz kleine Küken, die aus dem Nest gefallen sind. Wer weiß, wo das Nest ist, sollte das Tier zurückbringen. Denn anders als manche Säugetiere nehmen Vogeleltern ein Küken, das von Menschen angefasst wurde, wieder an. Der beste Aufzuchtsort für einen Vogel ist immer das elterliche Nest.

Wenn es keine andere Überlebensmöglichkeit für das Junge gibt, können Menschen es bei sich aufnehmen. Dann sollten sie sich aber auch erkundigen, um welche Art es sich handelt und welches Futter der Vogel braucht. Für Rotkehlchen Robby sind Würmer und Insekten genau das Richtige.

Eine Weile wird das kleine Rotkehlchen noch bei den McCaws bleiben. Zuerst einmal muss es richtig fliegen lernen und allein fressen können. Denn da ähneln sich Mensch und Vogel: Bevor sie ihr Nest endgültig verlassen, müssen sie flügge werden.

30 Mehlwürmer verputzt der kleine Robby derzeit. Der zutrauliche Jungvogel nimmt auf der Schulter der neunjährigen Madeleine Platz und lässt sich von ihr sogar in die Hand nehmen. Foto: Michael Hehmann
Autor:
Anne Reinert


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