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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Bombe im Garten: Das wird teuer
Zwischenüberschrift:
Streit um Kostenübernahme
Artikel:
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Originaltext:
Bombe im Garten: Das wird teuer

Streit um Kostenübernahme

swa/ hin OSNABRÜCK. DI« Rechtsexperten der Stadt sind dagegen, Bürgern alle Kosten einer Bombenräumung abzunehmen.

Der jüngste Einsatz der Bombenräumer im Garten von Hans-Hermann Berens hatte die Debatte im Stadtrat angestoßen. Auf seinem Grundstück an der Straße In der Dodesheide wurde schon ein Blindgänger geborgen. Dabei wurde Berens Garten gewaltig in Mitleidenschaft gezogen. Was die Sache für den Rentner und seine Frau verschlimmert: Direkt am Haus liegt ein zweiter Blindgänger, der noch gehoben werden muss.

Die größte Sorge konnte Familie Berens inzwischen genommen werden. Der Sprengkörper liegt nicht unter dem später gebauten Wintergarten, sondern haarscharf daneben. So bleibt den beiden der Abriss des Gebäudeteils erspart. Aber der Garten kann bis zur Räumung nicht wiederhergestellt werden. Deshalb hofft Berens auf einen möglichst frühen Räumungstermin.

Vor diesem Hintergrund hatten CDU/ FDP und SPD jeweils eine Initiative gestartet: Die Stadt solle in Zukunft die Betroffenen verschonen und die Kosten einer Kampfmittelbeseitigung übernehmen, schlägt die SPD vor. Die CDU und FDP wollen dies auf besondere Härtefälle beschränkt wissen. DerVerwaltungsausschuss solle " nach billigem Ermessen" jeweils im Einzelfall entscheiden. Josef Thöle (CDU) sprach von " vier bis fünf Härtefällen pro Jahr". Wulf Siegmar Mierke (UWG) sagte, die Bomben seien eine unmittelbare Folge des Weltkrieges. Daher müsse die Allgemeinheit alle Lasten tragen.

Erster Stadtrat Karl-Josef Leyendecker hält das für " höchst fragwürdig". Er verwies auf die klare Regelung im Niedersächsischen Gefahrenabweh rgesetz. Demnach müssen Eigentümer für Altlast-Entsorgungen auf ihren Grundstücken haften, wenn der ursprüngliche Verursacher nicht feststellbar ist. Leyendecker und Oberbürgermeister Boris Pistorius warnten vor unklaren Grenzziehungen und einer möglichen Kostenexplosion. " Wann ist ein Fall ein Härtefall?", fragte Leyendecker. Auf Vorschlag der Grünen wird sich der Ausschuss für Feuerwehr und Ordnung mit dem Thema befassen.

Hans-Hermann Berens braucht also noch Geduld. Er verfolgte die Diskussion im Rat und war über die Haltung der Verwaltung enttäuscht. " Die haben das Problem nicht verstanden."

Ratsvorsitzender Josef Thöle hat sich auf dem Grundstück umgeschaut und mit dem betroffenen Ehepaar vor Ort gesprochen. " Den Wunsch nach einem möglichst frühen Termin für die Räumung des zweiten Blindgängers kann ich sehr gut nachvollziehen", sagt Thöle und hat Berens zugesagt, sich für dieses Anliegen einzusetzen.Berons erhofft sich von der Stadt auch noch etwas technische Hilfe bei der Beseitigung der Räumungsspuren im Garten. Die Handarbeiten kann er in Eigenleistung verrichten. Ob und was an weiterer Unterstützung möglich ist, wird derzeit von den zuständigen Ämtern geprüft.

Haarscharf neben dem Wintergarten: Hans-Hermann Berens zeigt, wo der zweite Blindgänger liegt.

Foto: Michael Hehmann
Autor:
swa, hin


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