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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Lasst Blumen stinken
Zwischenüberschrift:
Blumenfreund freut sich über schönen, aber miefenden Exoten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
thb OSNABRÜCK. Damit hatte Christian Rannenberg nicht gerechnet. Der Pyer ist Freund exotischer Blumen, und in diesem Jahr blüht auf seiner Terrasse erstmals seit Jahren der Aronstab - in Mitteleuropa eine Seltenheit, wie er findet.

Auf dem Küchenschrank einer Freundin in Berlin-Kreuzberg hatte er unscheinbare Knollen gefunden, die es sofort als Aronstabgewächs erkannte. Seiner Faszination für die Gattung der Amorphophalli, von denen zirka 170 verschiedene Arten existieren, nahm der renommierte Bluespianist das Angebot seiner Bekannten gerne an, die Knollen mitzunehmen. Was der hier geborene Musiker, der zwischen seinen Wohnsitzen Berlin und Osnabrück pendelt, dann erlebte, überraschte ihn selbst: Intuitiv pflegte er die Knollen optimal, und nach Jahren stetigen Wachstums trieben sie zum ersten Mal riesige Blüten. Inklusive Stängel werden die Blüten knapp zwei Meter hoch, und jer violette, zungenartige Blütenkolben verbreitet einen bestialischen Gestank.

" Es stinkt nach Aas, als vürde eine Ratte verrotten", beschreibt Rannenberg. Der Geruch lockt zwecks Bestäubung diverse auf Aas speziali-lierte Kleinsttiere und Insek-en an: " Letztens habe ich einen Totengräber-Käfer beobachtet", so der passionierte Hobbybotaniker. Glücklicherweise wohnt Rannenberg in einer alten Villa.

Duft im engeren Sinne ist es nicht, was die Blüte der Teufelszunge verströmt. Christian Rannenberg rümpft die Nase, freut sich trotzdem über die Blütenpracht. Foto: Jörn Martens

Villa in der Nähe des Piesbergs, wo die stinkenden Gewächse auf einer vor Wind und Regen geschützten Terrasse stehen können.

Im botanischen Garten von Berlin hatte Rannenberg anhand der Blattform schnell herausgefunden, um welche Art des Aronstabs es sich bei seinen Exemplaren handelt: Es ist der " amorphophallus konjac", der ursprünglich aus Vietnam stammt, aber auch in China, Japan und Indonesien verbreitet ist. Und vielleicht demnächst auch in Deutschland, denn Rannenberg züchtet das wegen seiner Eigenschaften auch " Teufelszunge" genannte Gewächs mittlerweile. In Eimern und Kisten überwintern die aus Ablegern gewonnenen Knollen, die im Sommer ein einzelnes Blatt ausbilden und erst nach vier Jahren eine Blüte. Dafür müssen die Knollen immer gut gedüngt und im Winter etwa 20 Grad warm gelagert werden. " Zu Weihnachten kann man dann sehen, dass etwas passiert", so der Pianist. Dann treibt die Blüte aus und wächst bis zu zehn Zentimeter pro Tag. Und dann müsse man auch schon bald dafür sorgen, dass die Teufelszunge auf die Terrasse kommt, damit sie dort vor sich hin stinken kann.
Autor:
thb


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