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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Fluchtburg im Zentrum der Stadt
Zwischenüberschrift:
Das Steinwerk in der Bierstraße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Marie-Luise Braun

OSNABRÜCK. Eine feste Fluchtburg waren die Steinwerke Im Mittelalter. Sie schützten ihre Bewohner mit bis zu zwei Meter dicken Mauern vor Feuer. Erbaut wurden sie im 13. Jahrhundert aus Westerberger Bruchstein. Wie auch das Haus an der Bierstraße 23. Die Fotos zeigen es von der Kleinen Gildewart aus.

Direkt an ihren Häusern aus Fachwerk errichteten sich die Bürger eine Privatfestung zum Schutz für sich und ihren Besitz: Nur wohlhabende Bürger konnten sich den Bau eines Steinwerks leisten. Ebenfalls aus Schutzgründen waren lediglich kleine Fenster in die

Stekiwerke eingebaut. Sie sollten das Übergreifen von Flammen verhindern. Wie der Vergleich der Rückfront des Hauses zeigt, wurden sie inzwischen vergrößert, um mehr Licht ins Innere des Gebäudes einzulassen.

Das ist sicher angenehm für die derzeitigen Nutzer:

Zeitreise: Unter Putz verborgen ist das Steinwerk

Foto: Gert Westdörp

Im Erdgeschoss ist die Tourist-Information untergebracht. Während im Vorderhaus an der Bierstraße Besuchern Auskunft erteilt wird, liegen im hinteren Teil die Büros der Mitarbeiter.

Heute ist der Bau durchgehend verputzt und gelb gestrichen. Der Übergang zwischen den Gebäuden ist nicht mehr zu erkennen. Ein vorsichtiger Blick durch die Fenster des Steinwerks zeigt, wie dick seine Wände sind. Die Tür in der Mauer führt in einen kleinen Hof und zum Eingang der Wohnungen, die über der Tourist-Information liegen. Lange Zeit war nicht bekannt, dass das Gebäude in direkter Nachbarschaft des Rathauses ein Stein werk ist. Erst vor etwa zwei Jahren kam das ans Tageslicht.

Das Besondere an der in Deutschland einmaligen Bauform ist, dass die Häuser komplett aus Stein gebaut und das obere Stockwerk nicht mit Balken, sondern mit einem frei tragenden Tonnengewölbe gesichert ist. Steinwerke sind so mächtig, dass sie auch den Bomben des Zweiten Weltkriegs standhielten.

Aus Westerberger Bruchstein gebaut ist das Steinwerk an der Bierstraße 23, wie die Aufnahme von 1910 zeigt. Im Hintergrund ist das Rathaus zu sehen.Foto: Lichtenberg

Auf der Aufnahme aus dem Jahr 1910 ist eine Transportkutsche des Boten Josef Dierkes aus Glandorf zu sehen Sie beliefert vermutlich gerade das Lager der Maschinenhandlung Heinrich Starke und Sohn, das sich im linken Gebäude befand.
Autor:
Marie-Luise Braun


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