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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Einfach und zweckmäßig
Zwischenüberschrift:
Die ehemalige Privatklinik Dr. Heinsius in der Herderstraße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Mit ihm trat ein wirklicher Helfer der Menschheit aus dem Kreis der Lebenden", schrieb das Osnabrücker Tageblatt am 28, Oktober 1964 zum Tod von Medizinalrat Dr. Alexander Heinsius. Der Frauenarzt Bauherr des Hauses an Herderstraße 8 in dem Ober Jahrzehnte seine Privatklinik untergebracht war.

Von 1928 bis 1929 ließ Heinsius das Haus erbauen

Er richtete sich in ihm eine Klinik ein. Zuvor hatte er mit Hilfe seiner Frau in der Schillerstraße 31 ein kleineres Krankenhaus betrieben.

Der Architekt des Gebäudes an der Herderstraße war Otto Schneider. Er war Anhänger des Internationalen Stils, der seinen Ursprung im Bauhaus hatte. Architektonischer Grundsatz dieser Bauweise ist eine große Einfachheit im Äußeren und die Verbindung von Zweckmäßigkeit und Form.

In der Front des Hauses Herderstraße 8 ist die Mittelachse betont. Der Eingang liegt in einem aus der Wand gezogenen Kasten. Über einer rundlichen Kragplatte wölbt sich ein Treppenhauserker nach außen, der von einem Rundbogenfenster im Dachgeschoss abgeschlossen wird.

Die Dachform, wie sie auf dem historischen Bild zu sehen ist, war für damalige Zeit sehr ungewöhnlich: Üblich waren Satteldächer. Hierüber entbrannte an einem anderen Haus in der Herderstraße ein Streit um die Baugenehmigung. Ein paarJahre zuvor hatte die Stadt Schneider für das Haus mit der Hausnummer drei die Genehmigung entzogen, da statt eines steilen Daches mit unvollkommen ausbaubarer Etage ein Vollgeschoss entstünde. Später wurde die Genehmigung jedoch erteilt.

Otto Schneider war nicht der einzige Architekt in Osnabrück, der den Internalen Stil umsetzte. Auch Wilhelm Nietmann verwirklichten diese Bauweise hier. Im Zweiten Weltkrieg blieb die Privatklinik von Bomben verschont, auch die Nachbarhäuser stehen noch. Später wurde das Dach ausgebaut und mit schwarzen Schindeln belegt, wie das aktuelle Foto zeigt. Ergänzt wurde das Haus, in dem sich heute Wohnungen befinden, auf der linken Seite durch einen Anbau. Ursprünglich waren hier Balkone angebracht. Dr. Alexander Heinsius war kein gebürtiger Osnabrücker. Das Licht der Welt hatte er 1878 auf einem Rittergut in der preußischen Provinz Brandenburg erblickt. Der spätere Medizinalrat wurde zunächst als Militärarzt ausgebildet, seine frauenärztliche Qualifikation erhielt er im Danziger Stadtkrankenhaus. Im Ersten Weltkrieg arbeitete er als Facharzt in Lazaretten.

Nach Osnabrück war Heinsius nach dem Krieg gekommen, um die Leitung des in der Schule am Herrenteichswall eingerichteten Reservelazaretts zu übernehmen. Die leitende Schwester dieses Lazaretts heiratete Heinsius später und betrieb mit ihr seine erste Klinik. Für sein Engagement für das Rote Kreuz erhielt der Arzt 1953 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.

Zeitreise

Privatwohnungen sind heute in dem Haus im Katharinenviertel untergebracht, das sich äußerlich kaum verändert hat.

Die Privatklinik für Frauen von Dr. Alexander Heinsius befand sich ab 1929 in diesem Haus in der Herderstraße 8. Das Foto wurde um 1930 aufgenommen. Foto: Rudolf Lichtenberg

Foto: Gert Westdörp
Autor:
Marie-Luise Braun


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