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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Drei Fahrspuren auf dem Neumarkt
Zwischenüberschrift:
Eine Idee findet immer mehr Freunde - Bussteig vor Landgericht soll weg
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Zwei Spuren sind zu wenig, vier Spuren zu viel. Also drei Spuren: Für den Neumarkt wird an einem Verkehrskonzept gearbeitet, das Experten für gut machbar halten.

Der nichtöffentlich tagende Lenkungsausschuss Neumarkt hat in seiner jüngsten Sitzung die Verkehrsplanung mit drei Spurenernsthaft erörtert, wie die Ausschussvorsitzende Annette Meyer zu Strohen auf Nachfrage sagte.

Die Idee kompakt zusammengefasst: Die Bussteige vor dem Landgericht verschwinden. Sie werden vor das ehemalige Wöhrl-Gebäude auf Höhe des heutigen Eingngs verlagert. Der Autoverkehr fließt in Richtung Berliner Platz einspurig, in Richtung Stadthalle zweispurig.

Die Verlagerung des Bussteiges wäre ein erheblicher Eingriff in den Busverkehr. Die Stadtwerke sehen darin aber kein Problem. Im Gegenteil: Die Bussteige am heutigen Wöhrl-Komplex würrden die Wege beim Umsteigen verkürzen. Der Busknotenpunkt würde sich nicht mehr über den gesamten Neumarkt erstrecken, sondern sich im Bereich Johannisstraße konzentrieren.

Erklärungsversuch mit einer einfachen Skizze: Vor dem Eingang des Ex-Wöhrl-Hauses (Standort) entsteht ein Bussteig (rot schraffiert). Ein Fahrstreifen fällt dadurch in Richtung Berliner Platz weg. Der Busbahnhof gegenüber am Grünen Brink bleibt erhalten. Fußganger haben zwei Überquerungsmöglichkeiten. Vor dem Landgericht entsteht ein freier Platz (grün umrandete Fläche). Vor dem H & M-Gebäude kann ein neues Eckhaus (blau) gebaut werden. Foto: Michael Hehmann

Harald Schulte, Nahverkehrsexperte bei den Stadtwerken kann der Idee gute Seiten abgewinnen: " Das Konzept würde funktionieren and zu einer engeren Vernetzung der Linien führen." allerdings einige Umleitungen nötig. Busse, die heute aus Süden (Iburger Straße) einfahren, müssten dann schon vor dem Neumarkt links in die Seminarstraße einbiegen (Ecke Ihr Platz), einmal um den Block fahren und an der Kreuzung Lyrastraße / Neuer Graben wieder Richtung Neumarkt einschwenken. Die Linien Richtung Süden würden wie bisher vom Neumarkt in die Johannisstraße einbiegen. Die Bussteige an der Johannisstraße blieben erhalten.

Vor dem Wöhrl-Komplex sollen dem Konzept zufolge die Busse" hintereinander halten. Der Bussteig wäre zweigeteilt, unterbrochen von einem Fußgängerüberweg.

Damit sind wir bei einem weiteren Kernpunkt des Entwurfs: Fußgänger sollen den Neumarkt an zwei Stellen bequem überqueren können - an der heutigen Stelle in der direkten Linie Große Straße / Johannisstraße und zusätzlich am neuen Bussteig (am Wöhrl-Eingang).

Das Verkehrskonzept findet immer mehr Freunde.

Der Handel könne damit " gut leben", sagte Dieter Rauschen, L + T-Chef und Vorsitzender des City-Marketings (OCM), während der OCM-Mitgliederversammlung. Damit würde auch eine alte Forderung des Landgerichtspräsidiums erfüllt, dem der Bussteig und die betonierten Sitzecken vor der Tür seit Langem ein Ärgernis sind.

Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer könnten sich den Platz nach Meinung der Verkehrsexperten störungsfrei teilen. Auch würde der Wall nicht über Gebühr zusätzlich belastet. Und: Mit der Drei-spurigkeit wäre auch der Bau eines Eckgebäudes vor dem heutigen Neumarkt-Carree (H& M) möglich, wie es der Masterplan von Gewers, Kühn und Kühn vorsieht. Das Konzept, das bislang nur nichtöffentlich im Lenkungsausschuss erörtert wurde, soll Mitte April den Ratsfraktionen in einer gemeinsamen Sitzung vorgestellt werden.

Der Verkehr

1973: Die Bussteige am Grünen Brink werden gebaut. Zuvor hielten die Busse auf den Fahrstreifen.

1990: Erstmals schlägt ein Verkehrsplaner vor. zwei Spuren für Autos und Busse einzurichten und eine oberirdische Que-rung für Fußgänger zu ermöglichen.

1995: Die IHK bringt einen Tunnel für den Autoverkehr ins Gespräch: Fußgänger oben, Autos unten.

1996: Die Stadt nimmt Abschied vom Autotunnel-Plan. Der Bau wäre schwierig und mit 100 Mio. Mark zu teuer. 1998: Dr. Theodor Bergmann stößt die Autotunnel-Diskussion neu an und lässt ein Gutachten anfertigen.

1999: Der Tunnelplan wird verworfen.

2000: Das Institut Gevas bringt einen Zebrastreifen ms Gespräch. Die FDP fordert einen autofreien Neumarkt.

2001: Im Bürgergutachten sprechen sich 150 repräsentativ ausgewählte Bürger für eine Sperrung aus. Der Handel ist dagegen. 2002: Die CDU rückt vom Bürgergutachten ab. Ein Gutachter stellt fest: Eine Sperrung würde den Wall sehr belasten. 2003: Gevas konzipiert den Busbahnhof neu. Eine Variante sieht Busstetge vor dem Wöhrl-Haus und zwei Autospuren vor. 2004: Der Masterplan schlägt zwei Spuren und die Verkleinerung des Busbahnhofs vor.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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