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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Studenten statt Hotelgäste
Zwischenüberschrift:
Neues vom DGB-Haus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
fhv/ dk OSNABRÜCK. Überraschende Wende am Neuen Graben: Fast sieben Jahre nachdem erstmals Pläne für einen Hotelneubau vorgestellt wurden und fünf Monate nach dem Verkauf der Gewerkschaftsimmobilie an das Bauunternehmen MBN wurde jetzt eine neue Nutzung verabredet. Für zunächst zwei Jahre wird die Fachhochschule das Gebäude mieten. Als Außenstelle für das aufstrebende Fach Wirtschaftsrecht, wie FH-Präsident Prof. Erhard Mielenhausen bestätigte.

Die Entscheidung ist direkte Folge einer Strukturentscheidung des Bundes: Mit 586 Millionen Euro soll der " Hochschulpakt 2010" zusätzliche Studienkapazitäten im Lande schaffen. In der Folge weitet die Stiftung Fachhochschule Osnabrück ihre Studienangebote um 210 Plätze zum kommenden Wintersemester aus. Konkret bedeutet dies für den stark gefragten Studiengang Wirtschaftsrecht eine Verdoppelung der Plätze.

Deshalb habe die FH zunächst übergangsweise nach zusätzlichen Räumen gesucht und sei am Neuen Graben fündig geworden, so berichtete Mielenhausen: " Der Zuschnitt der Räume ist gut, die Anbindung an die übrigen Hochschuleinrichtungen hervorragend." lediglich die Decken-traglasten im Obergeschoss hätten Probleme bereitet: " Die Statik ist auf 350 Kilogramm pro Quadratmeter ausgelegt, neuere Verordnungen würden 500 Kilo erfordern." Derzeit würden Verhandlungen mit der Bauaufsicht geführt. Auch wegen der erforderlichen Renovierungsarbeiten rechne er dennoch mit einem termingerechten Bezug des Hauses. " Vorerst" sei der M ieWertrag über zwei Jahre abgeschlossen worden. Wenn es bei dieser Befristung bleibe, so berichtete Mielenhausen weiter, habe auch die Universität keine Einwände dagegen erhoben, dass nunmehr eine FH-Einrichtung für die Juristenausbildung in direkter Nachbarschaft entstehe.

Und was wird nun aus den Hotelplänen? Die würden weiterverfolgt, so Ulrich Hagemann, MBN-Aufsichtsrats-svorsittender. Allerdings sei jetzt die Stadt am Zug. " Ein potenzieller Hotelbetreiber braucht ein Konzept, aus dem er ersehen kann, wie es mit der Stadthalle weitergehen kann." Nach Ansicht von MBN muss die Stadt nun einen Schritt nach vorn tun. Er nennt vier Punkte, die für ein Gelingen des Projekts fundamental sind: die Parksituation, die Abstimmung von Gastronomie in Stadthalle und Hotel, ein Veranstaltungskonzept und die Verbindung zwischen beiden Gebäuden. Nur wenn diese Punkte geklärt seien, könne er erfolgreich auf Betreibersuche gehen.

" Wahlen, Wind und Wasser sind die größten Feinde des Bauens", sagt Hagemann, der den Kaufvertrag für die Immobilie am Neuen Graben im Oktober vergangenen Jahres, mithin während der Hochphase des Wahlkampfes, unterschrieben hat. Ex-Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip hatte noch bei der offiziellen Bekanntgabe MBNs als neuer Eigentümer betont, dass die Stadt ein veritablcs Interesse habe, die Stadthalle zu modernisieren und den veränderten Marktverhältnissen anzupassen. Nun allerdings ruht der See. MBN ist die klamme Finanzsituation der Stadt durchaus bekannt. Das Unternehmen signalisiert daher Bereitschaft, zum Beispiel mittels eines Private Public Partnership den Stein wieder ins Rollen zu bringen.

KOMMENTAR

Was nun?

Von Dietmar Kroger

Wenn die Stadt ein Hotel am Neuen Graben haben will, muss sie endlich sagen, welche Vorstellungen sie von der Zukunft ihrer Stadthalle hat. Hotelbau und Veranstaltungshalle sind nun einmal voneinander abhängig. Ex-OB Fip hat seinen Erben ein dickes Ei ins Nest gelegt. Er hat sich stark für das Projekt engagiert, im Interesse der Stadt als Tagungs- und Kongressstandort. Und nun? Die MBN-Verantwortlichen fragen sich zu Recht, ob sie jetzt alleingelassen werden. Bange sind sie deswegen nicht. Sie werden ihre Immobilie schon vermarkten können. Die Stadthalle aber wird sich ohne eine umfassende Renovierung, aber auch ohne ein Hotel schwertun und irgendwann in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

d.kroeger@ neue-oz.de
Autor:
fhv, dk


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