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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
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Überschrift:
Klare Luft nur im Hinterstübchen
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker Gastronomie stellt sich (nicht) auf Nichtraucher ein
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Ganz, halb oder gar nicht? Osnabrücker Gastronomen stehen vor der Wahl: Lassen sie den Zigarettenqualm In ihren Lokalen zu, oder muss der Glimmstängel künftig kalt bleiben? Mancherorts gehen die Wirte auch Kompromisse ein.

Die Traditionskneipe " Olle Use" und Zigarettenqualm gehören irgendwie zusammen. Wie Pech und Schwefel könnte man sagen. Für den Hausherrn des urigen Altstadtlokals aber noch lange kein Grund, nicht auch den Nichtrauchern unter seinen Gästen einen Rückzugsraum zu schaffen. Dafür soll künftig ein Hinterstübchen herhalten, das immerhin für 20 bis 25 Personen Platz bietet.

Klare Luft nur im Hinterstübchen

Osnabrücker Gastronomie stellt sich (nicht) auf Nichtraucher ein

" Hier können meine Gäste dann ihr Bier ohne Dampf trinken", sagt Dieter Willmann. Der 67-Jährige glaubt aber nicht daran, dass sich die neue Nichtraucherstube großer Beliebtheit erfreuen wird. " Wir sind nun mal ein Pro-Raucher-Lokal", sagt er und schätzt, dass lediglich etwa ein Drittel seiner Gäste dem Nikotin entsagt. Er wolle aber vielleicht bald eine Umfrage starten, um den genauen Wert festzustellen. Ein Nichtraucherlokal " Olle Use" werde es aber wohl auch bei einem höheren Nichtraucherwert nicht geben. " Das könnte ich mir wirtschaftlich nicht erlauben", sagt der Wirt. Er befürchtet, viele Raucher würden der " Olle Use" auf Dauer den Rücken kehren.

Solche Szenarien machen Andrea Fuhrmann und Sandra Werner vom Nil an der Lotter Straße keine Angst Bereits seit einiger Zeit haben ihre Gäste " die Wahl". Nichtraucherecke oder Rauchertisch? Spätestens ab Herbst dieses Jahres wollen die beiden Gastronominnen ihren Gästen diese Entscheidung abnehmen. Denn ab dann bleibt das Nil rauchfrei - paffen soll man nur noch im Biergarten dürfen. " Die Nachfrage nach rauchfreien Plätzen war groß", begründet Fuhrmann den geplanten Schritt Außerdem störe der giftige Nebel " unheimlich beim Essen", wie sie sagt. Fuhrmann und Werner - beide Raucher - bewegt aber noch ein anderer Punkt zu diesem Schritt " Es ist auch als Raucher gut, einen rauchfreien Arbeitsplatz zu haben", sind sie sich einig. Von einem rauchfreien Arbeitsplatz ist Pascal Rupp vom " Grünen Jäger" noch weit entfernt. " Solange es noch auf freiwilliger Basis läuft, kann und will ich mein Lokal nicht rauchfrei machen", sagt Rupp, der persönlich das Nichtraucherschutzgesetz für eine gute Sache hält. " Aber eben ohne Ausnahmen", sagt der 37-Jährige und schimpft auf " den Eiertanz, den die niedersächsische Regierung gerade mit ihrer Ausnahmeregelung veranstaltet".

Entweder ganz oder gar nicht, sagt Nichtraucher Rupp, der als Wirt bei einem strengen Nichtrauchergesetz sofort mitziehen würde. " Es muss aber dann für alle gelten, sonst macht das Ganze keinen Sinn." Bis es aber so weit ist darf im " Grünen Jäger" fleißig weiter geschmökt werden.

Dicke Luft: Im " Grünen Jager" wird das Paffen so schnell nicht verboten. Jedenfalls nicht, solange es kein Gesetz ohne Ausnahmen gibt, sagt Wirt Pascal Rupp (rechts). Fotos: Daniel Hopkins

Von Katharine Hügelmeyer

OSNABRÜCK. Wir haben in der Osnabrücker Gastro-Szene nachgefragt. Wo darf in Zukunft geraucht werden, wo nicht? Wo werden Raucher und Nichtraucher säuberlich getrennt?

Diese Liste erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Wirte aus 116 Gaststätten und gastronomischen Einrichtungen haben uns geantwortet. Einige wollten nicht in der Zeitung stehen, andere fühlten sich nicht ausreichend informiert und lehnten deshalb eine Stellungnahme zu diesem Zeitpunkt ab. In einigen Fällen - vor allem bei chinesischen Restaurants - scheiterte die Anfrage schlicht an der Sprachbarriere. Die Antworten ließen eine Tendenz erkennen: Die meisten Wirte würden am liebsten auf Vorschriften verzichten und ihren Gästen die Entscheidung über das Rauchen überlassen.
Autor:
Daniel Hopkins


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