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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Jeder hat zehn Tonnen CO2 auf seinem Konto
Zwischenüberschrift:
5,6 Tonnen sind das erklärte Ziel - Schoeller macht's möglich, dass der Ausstoß zurückgeht
Artikel:
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Originaltext:
OSNABRÜCK. Schoeller sei Dank ist der CO2-Ausstoß in Osnabrück zurückgegangen: Von 1990 bis 2005 sanken die Kohlendioxid-Emissionen um 10, 4 Prozent. Und das, obwohl der Energieverbrauch zugleich gestiegen ist. Ist das Ziel von 50 Prozent bis 2030überhaupt zu erreichen?

Das Treibhausgas CO2 entsteht bei der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas. 1, 7 Millionen Tonnen CO2 gehen auf das Konto der Stadt Osnabrück und ihrer Einwohner. Das sind mehr als zehn Tonnen pro Einwohner, Kleinkinder und Bettlägerige mitgerechnet.

Keine andere Stadt in Deutschland habe bislang eine solche Bilanz aufgestellt, sagt Detlef Gerdts vom Fachbereich Grün und Umwelt. Die Energiespezialistin Ute Fritsch-Riepe aus seinem Fachbereich hat die Zahlen für die Jahre 1990 bis 2005 zusammengetragen, um die Entwicklung hochzurechnen.

Eingeflossen ist, was in Osnabrück an Strom und Gas, Kohle und Heizöl, Benzin und Diesel verbraucht wurde. Und zwar nicht nur in Privathaushalten, sondern auch in Betrieben und Verwaltungen. Beim Spritverbrauch musste Ute Fritsch-Riepe die Zahlen vom Bundesdurchschnitt auf Osnabrück herunterrechnen, sodass örtliche Besonderheiten wie häufige oder spärliche Autobenutzung nicht in die Bilanz eingegangen sind. Und das Kerosin, das die Osnabrücker bei ihren Flugreisen verbrannt haben, bleibt in der Berechnung ebenfalls außen vor.

Immerhin lässt sich aus dem Zahlenwerk von Ute Fritsch-Riepe ablesen, dass der stärkste Anstieg - nämlich 34, 6 Prozent - beim Stromverbrauch festzustellen ist. In Gewerbe und Industrie sogar um 39 Prozent. Der Hunger der Betriebe auf elektrische Energie ist in Osnabrück viermal höher als der von den privaten Haushalten. Dass die Stromzähler im privaten Sektor mehr rotieren, wird auf den Trend zu Ein- und Zweipersonenhaushalten zurückgeführt. " Der Energieverbrauch pro Haushaltsmitglied ist in einem Single-Haushalt nahezu doppelt so hoch wie in einem Drei- oder Mehrpersonenhaushalt", heißt es im Bericht des Fachbereichs Grün und Umwelt.

Bei der Raumwärme gab es nach der Berechnung keine CO2-Reduzierung seit 1990. Zwar arbeiten die Heizungen effizienter, aber dieser Effekt geht durch die größere Wohnfläche verloren, die in den 15 Jahren zum Standard geworden ist.

Um 10 Prozent rückläufig ist dem Bericht zufolge der Energieverbrauch und damit der CO2-Ausstoß auf dem Verkehrssektor. Ute Fritsch-Riepe konstatiert, dass zwar mehr Kilometer zurückgelegt werden, aber dass zugleich der Durchschnittsverbrauch der Fahrzeuge gesunken ist.

Dass die Osnabrücker CO2-Kurve trotz dieser Entwicklungen nach unten zeigt, verdankt die Stadt einem Industriebetrieb, der Ende der 90er-Jahre in eine effizientere Technik investiert hat: Die Papierfabrik Schoeller baute ein neues Kraftwerk, das statt mit Braunkohle mit Erdgas betrieben wird. Ute Fritsch-Riepe hat ausgerechnet, dass der CO2-Effekt dadurch viermal höher ist als die Einsparungen durch erneuerbare Energien.

Für die Stadt geht es jetzt darum, Energieverbrauch und CO2-Ausstoß weiter zu entkoppeln. Das ursprünglich formulierte Ziel ist eine Halbierung der freigesetzten Treibhausgase bis 2030. In Zahlen bedeutet das 5, 6 Tonnen CO' 2 pro Einwohner. Ist dasüberhaupt zu schaffen?

Wenn überhaupt, dann nur durch mehr Eigenstromerzeugung mit Blockheizkraftwerken und Biogasanlagen, zugleich durch den Ausbau regenerativer Energien, sagt Ute Fritsch-Riepe. Eine wesentliche Rolle spiele die Stromeinkaufspolitik der Stadtwerke. Das allergrößte Potenzial sei aber weiterhin das Energiesparen - beim Strom ebenso wie bei der Raumwärme. In der Vergangenheit habe sich allerdings gezeigt, dass die wirksamsten Effekte erst dann eintreten, wenn die Energiepreise deutlich steigen.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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