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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Unentdeckte Ecken und rustikale Romantik
Zwischenüberschrift:
Vom Haseschachtgebäude zum Steinbruch: Eine besondere Führung durch das Gelände am Piesberg
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Originaltext:
Einzigartig in Norddeutschland ist diese Attraktion: Durch den ehemaligen Steinbruchbetrieb sind die Kohleflöze am Piesberg sichtbar

Vom Haseschachtgebäude zum Steinbruch: Eine besondere Führung durch das Gelände am Piesberg

Vom Nancy Gorylla (Text) und Michael Hehmann( Foto)

OSNABRÜCK. " Man kann diesem Berg Gewalt antun, aber man darf ihn nicht Iächerlich machen." Diesem Zitat von Gerd Mäscher, dem Naturschutzbeauftragten der Stadt Osnabrück, kann Rolf Spilker nur zustimmen. Der Leiter des Museums Industriekultur Osnabrück zeigte bei einer besonderen Führung durch das Gelände am Piesberg unentdeckte und rustikale Orte, die mit wenigen Mitteln reizvoll für die Öffentlichkeit gemacht werden könnten.

Rolf Spilker findet es wichtig, nicht nur vorhandene Bauten wie das Haseschachtgebäude zu zeigen. Auch der industriekulturelle Zusammenhang soll deutlich gemacht werden, dessen Verlauf die Landschaft überlege deutlich geprägt hat Dazu gehöre unter anderem auch, Bereiche zu zeigen, in denen die Kohle, die früher aus dem Schacht gefördert wurde, direkt zu betrachten ist: " Die Kohleflöze wurden durch den Steinbruchbetrieb sichtbar und das ist eine einzigartige Attraktion in Norddeutschland", sagt Spilker.

Der Museumsdirektor plant unter anderem einen kleinen Wanderweg rund um das Museum Industriekultur, auf dem die Besucherdie Gegend selbstständig erforschen können. Über diesen Weg würden sie Orte erreichen, die bedeutend für die industrielle Entwicklung am Piesberg sind und inmitten einer wunderschönen Naturlandschaft liegen. Ausgangspunkt dieses Wanderwegs wäre das Haseschachtgebäude. Von dort aus führt der Weg dann zur imposanten Steinbrechanlage. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Gesteinsreste, die bei der Herstellung von Pflaster- und Bordsteinen anfielen, in einem Brecherwerk zu Schotter und Splittmaterial verarbeitet.

Die riesigen StahIgerüste sind von einer nahezu idyllischen Landschaft umgeben, in der sich die Natur über Jahrzehnte hinweg ungehindert entwickeln konnte. " Gerade diese Bereiche sollten so belassen werden, wie sie sind da sie einen besonderen Reiz ausmachen", findet der Museumsleiter. Reizvoll ist auch der Stollen auf der anderen Seite der Steinbrechanlage. Er ist damals angelegt worden, damit die Bergleute dort mit den Wagen rangieren konnten. Mittlerweile hat er sich zu einem wildromantischen Ort entwickelt, der demnächst auch für Besucher begehbar gemacht werden soll. Eine Vision hat Rolf Spilker für den Steinbruch des Piesberges. Der Leiter des Museums Industriekultur Osnabrück plant einen Wanderweg rund um das Gelände.

Vom Brecherwerk aus führt der Weg durch einen Tunnel der 1958 für Lkw gebaut wurde. Weiter geht es in Richtung der alten Abwurfstelle, von der aus die Steine über eine Bandstraße zum Brecher gefahren wurden. Dieser Ort ist vor allem deshalb von großer Bedeutung für den Piesberg, da dort mit dem industriellen Steinabbruch begonnen wurde. Auch dieses Gelände ist von einer einzigartigen natürlichen Kulisse umgeben. Der Steinbruch ist wild bewachsen und von Schlammteichen umgeben. Unterstrichen wird die Romantik des Ortes von einer Wassergrube.

Mit einer Spindeltreppe könnten die Besucher weiter auf das obere Gelände und zur Abwurfstelle kommen.

Wer mutig genug ist, das alte, stellenweise rostige und mit Stacheldraht umspannte Förderband zu erklimmen, kann von dort oben einen wunderschönen Ausblick über Teile von Osnabrück und das Gelände der Piesberger Steinindustrie genießen. Bei strahlendem Sonnenschein reicht der Blick bis Ibbenbüren. Um aus der Abwurfstelle einen Aussichtspunkt zu machen, bedarf es lediglich einer Prüfung der Statik und etwas Beleuchtung.

Am Betriebsgelände der Piesberger Steinindustrie vorbei führt der Weg zu den riesigen runden und eckigen Wasserhochbehältern, in denen das Gestein gewaschen wurde. Auf diesem Gelände plant Rolf Spilker ein Themenspielfeld Wasser, das vor allem Kinder und Schulklassen ansprechen soll: " Man könnte hier viel mit Beweglichkeit machen."

Licht am Ernte des Tunnels: Vom Brecherwerk aus führt der Weg durch einen Tunnel, der 1958 für Lkw gebaut wurde

Ein guter Überblick bietet sich vom Förderband aus.

Feuchtfröhlich könnte es bald an den Wasserhochbehältern zugehen. Ein Themenspielfeld Wasser ist hier geplant.

Die letzte Station des geplanten kleinen Rundwanderwegs um das Museum wären die kleinen Absatzbecken unterhalb der Wasserhochbehälter. Künstler haben dort schon verschiedene Projekte umgesetzt, um die ruhige Atmosphäre zu unterstreichen.

Dort könnte ein Plateau hergerichtet werden, an dem sich die Besucher aufhalten und beim ruhigen Plätschern des Wassers entspannen können. Auch an einen Platz für Veranstaltungen hat das Museum Industriekultur gedacht: Die Haidon am Piesberg, die durch die Mülldeponie entstanden sind, werden heute mit dem Abraum, dem tauben Gestein der Steinindustrie, zugekippt.

Mittlerweile wird das Gestein so in das Loch des Steinbruchs gekippt, dass eine Landschaft entsteht, die wie ein Amphitheater aussieht. So ergeben sich verschiedene Ebenen, die später für Veranstaltungen genutzt werden können.

Verträumt blickt Rolf Spilker in den Steinbruch des Piesberges und macht Pläne für die Zukunft. Auch nach zwanzig Jahren übt dieser Berg noch eine unglaubliche Faszination auf ihn aus.

Bei all diesen Ideen ist ihm deshalb besonders wichtig dass das Potenzial des Piesberges genutzt wird und die Landschaft weitgehend so belassen wird, wie sie ist. Von Planungen wie einem Center Park oder der längsten Fußgängerbrücke der Welt hält der Museumsleiter dagegen nichts: " Man sollte dem Berg seine Seele belassen, sonst wirkt er irgendwann einmal banal." Durch die Stollen zum Steinbruch spazieren und danach im Hotel am Stüveschacht übernachten.

Ganz groß rauskommen soll auch der Stüveschacht.

Der geplante Wanderweg ist nicht die einzige Attraktion, die in Zukunft Besucher an den Piesberg locken könnte. Zu einem großen Publikumsmagneten könnte auch der Stüveschacht werden. Der Stüveschacht wurde 1873 errichtet und ist 207 Meter tief. Auf einer Ebene von 30 Metern ist er durch den Hasestollen mit dem Haseschacht verbunden. Von den Gebäuden an der Stüveschachtanlage ist heute nur eine Ruine erhalten, in der sich früher die Wasserhaltungsmaschine befand Dieses Gebäude soll restauriert werden. Mehrere Vorschlage. was genau mit dem Gebäude passieren soll wurden schon gemacht- Rolf Spilker beispielsweise hatte dort gerne ein Archiv über die Industriearchitektur in Niedersachsen errichtet. Zwei Studenten aus Oldenburg haben ebenfalls eine originelle Idee: Für ihre Diplomarbeit haben sie ein modernes Hotel neben der Ruine geplant. Spilker hat noch mehr attraktive Einfälle parat: .. Wenn es gelänge, das Wasser aus dem Hasestollen wegzubekommen. könnten Besucher an dieser Stelle in die Tiefe fahren und durch die Stollen laufen", erzählt der Museumsleiter Es besteht die Möglichkeit, dass an dieser Stelle noch weitere Stollen verborgen sind, in die die Besucher dann hineingehen könnten. Durch diese Stollen gelängen die Wanderer unterlag in den Steinbruch und könnten dort dann ein unglaubliches Panorama genießen.

Ein Archiv über die Industriearchftektur in Niedersachsen konnte hier entstehen.
Autor:
Nancy Gorylla


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