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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Eine Insel mitten im Baugebiet
Zwischenüberschrift:
Voxtrup: Kalksandsteinplatte im Untergrund - Nachbarn fürchten überschwemmte Keller
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
dh OSNABRÜCK. Die Anwohner rings um das Voxtruper Baugebiet Molenseten staunen. Vor ihrer Tür wird eine Insel aufgeschüttet. Nun befürchten sie, dass ihnen schon bald das Wasser bis zum Hals steht.

Zunächst schien es sich im Plangebiet 493 - westlich Molenseten - um eine ganz normale Baustelle zu handeln. Doch als die Stadtwerke eines Tages die Gullyschächte installierten, bekamen die Nachbarn große Augen. Die Lage der Schächte lässt erkennen, dass die Straße ungewöhnlich hoch gebaut wird. Grund dafür ist eine Kalksandsteinplatte, die sich nur wenige Meter unterhalb der neuen Siedlung befindet. Sie darf auf keinen Fall aufgebrochen werden. Das hat seinen Grund: In Voxtrup wird rund ein Drittel des städtischen ' Trinkwassers gewonnen. Um die Platte nicht zu beschädigen, werden die Kanäle nicht wie sonst üblich in Gräben verlegt, sondern zu ebener Erde. Der Baugrund wird dann aufgeschüttet.

" Wir glauben, dass das dadurch künstlich geschaffene Gefalle künftig das Wasser von der neuen Fläche auf unsere Grundstücke fließen lässt", befürchtet eine Anwohnerin. " Ich bezweifle, dass unsere Grundstücke die Wassermassen verkraften", sagt sie und malt sich aus, wie die Wiesen überschwemmt werden und die Keller volllaufen.

Ungewöhnlich hoch wird die neue Straße im Baugebiet Molenseten aufgeschüttet Das liegt an den besonderen Bodenverhältnissen

Foto: Jörn Martens

Detlef Gerdts, Leiter des städtischen Fachbereichs Umwelt, entwarnt jedoch: " Für das Gebiet ist ein Regenrückhaltebecken geplant, das das Oberflächenwasser aufnehmen wird." Allerdings könne auch er nicht abschätzen, wie und wohin der Niederschlag aus den Gärten abgeführt wird. Angesichts der vielen Auflagen, die für das Baugebiet gelten, halte er es aber schon für " fragwürdig, warum man dort überhaupt bauen will". Das städtische Trinkwasser sei aber nicht gefährdet, betont Dr. Mareike Weinert vom Fachbereich Grün und Umwelt.

Rechtlich sei mit dem Bauvorhaben alles in Ordnung, versichert Thomas Rolf vom Fachbereich Städtebau und fügt hinzu: " Wie schon oft, mussten wir abwägen, inwieweit eine Bebauung an diesem Standort Sinn macht." Dabei gelte es auch, Kompromisse zu machen. Denn die Möglichkeiten, Bauflächen im Außenbereich der Stadt zu schaffen, gebe es kaum noch.

Unabhängig von solchen Zwängen gilt für die Grundstückseigentümer: Sie müssen selbst dafür sorgen, dass es künftig nicht zu Überschwemmungen kommt. Nachbarschaftsschutz nennt sich das. " Wenn sich jeder an die Regeln hält, darf da eigentlich nichts passieren", sagt ein Mitarbeiter des Bauamts.
Autor:
dh


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