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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Aufgewertet durch Mogelei
Zwischenüberschrift:
Die Bahnhofsgaststätte in Lüstringen ist heute ein Wohnhaus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Aufgewertet durch Mogelei

Die Bahnhofsgaststätte in Lüstringen ist heute ein Wohnhaus

Belebt und beliebt? Der Schein trügt. Fahrzeuge und Passanten im Vordergrund sind nachträglich in das Bild von der Restauration Franz Heuer montiert worden (aus " Alt-Osnabrück", Band 2, erschienen bei H. Th. Wenner).

Die einstige Gaststätte ist seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ein Wohnhaus am Stadtrand.
Foto: Jörn Martens
Eine Postkarte von 1905 zeigt eine, durch Fotomontage aufgewertete Szene von Betriebsamkeit vor der " Restauration am Lüstringer Bahnhof".
Ein aktuelles Bild vom jetzigen Wohnhaus an der Sandforter Straße.

Von Marie-Luise Braun

OSNABRÜCK. Die Zeiten sind lange vorbei, in denen Reisende in das Restaurant und Kaffeehaus Franz Heuer einkehrten, um sich zu stärken: Heute ist die ehemalige Gaststätte an der Sandforter Straße ein schlichtes Wohnhaus.

Zeitreise

Aber auch Bahnreisende kommen hier nicht mehr vorbei. Denn seit den achtziger Jahren halten am benachbarten Lüstringer Bahnhof keine Personenzüge mehr. 1983 wurde auch das Bahnhofsgebäude verkauft.

Leute ins Bild montiert

Keine Frage, das historische Foto ist ein Mogelbild. Die Szene auf der Ansichtskarte aus dem Jahr 1905 hat es so, wie sie abgebildet ist, sicher nicht gegeben. Bis auf die Spaziergänger und die Radfahrer, die direkt vor dem Haus zu sehen sind, sind alle Fahrzeuge und Personen als Staffagefiguren in das Bild hineinmontiert.
Unschwer zu erkennen ist das am nicht vorhandenen Schattenwurf der Droschke links im Bild. Und auch die Spaziergänger sind schnell als aufgeklebt zu entlarven, fallen ihre Schatten doch in eine ganz andere Richtung als die der Büsche. Das Fahrzeug rechts schließlich erscheint doch etwas klein im Verhältnis zu den echten Personen.

Plätze auch draußen

Womöglich dienten die in das Bild montierten Personen und Gefährte tatsächlich der Mogelei: Ob die " Restauration am Lüstringer Bahnhof" tatsächlich sehr beliebt war, darf bezweifelt werden, denn kaum etwas ist über das Haus in Büchern zur Osnabrücker Stadtgeschichte herauszufinden. Nach dem letzten Krieg führten dann lange Zeit Agnes und Heinrich Struck bis ins Jahr 1970 die Bahnhofsgaststätte Lüstringen.

Gesichert ist aber, dass Reisende und Ausflügler hier um die Jahrhundertwende nicht nur im Hausinneren, sondern auch draußen Platz nehmen und an kleinen, mit weißem Tuch gedeckten Tischen die Sonne genießen konnten.

Es waren damals beschauliche Zeiten: Vor allem sonntags machten die Osnabrücker in der Jahrhundertwende Ausflüge in die umliegenden Kaffeehäuser. Neben einem Mittags- und einem Abendtisch gab es hier Butterbrote mit Fleisch oder Käse und das so genannte " Präbendbrot" - ein Brot, dessen Korn nicht nur geschrotet, sondern besonders fein gemahlen war. Neben dem Essen standen auch Getränke auf der Speisekarte: vom Kaffee über Bouillon bis hin zum hochprozentigen Branntwein.

Der Bahnhof im Osnabrücker Stadtteil Lüstringen wird vielleicht wieder seine alte Funktion wahrnehmen, denn die Stadtwerke arbeiten an den Plänen für eine OS-Bahn. Ein möglicher Haltepunkt ist der Lüstringer Bahnhof. Der bildet in dem dreistufigen Plan der Stadtwerke allerdings das Schlusslicht.

Belebt und beliebt? Der Schein trügt. Fahrzeuge und Passanten im Vordergrund sind nachträglich in das Bild von der Restauration Franz Heuer montiert worden (aus " Alt-Osnabrück", Band 2, erschienen bei H. Th. Wenner).

Die einstige Gaststätte ist seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ein Wohnhaus am Stadtrand.

Foto: Jörn Martens
Autor:
Marie-Luise Braun


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