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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Gefangen im "eisernen Ring"
Zwischenüberschrift:
Kapitel 8: Die Stadt benötigt neue Straßen und Verkehrsmittel
Artikel:
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Originaltext:
Gefangen im " eisernen Ring"

Kapitel 8: Die Stadt benötigt neue Straßen und Verkehrsmittel

Von Rolf Spilker

OSNABRÜCK. Nach der Eröffnung der Hamburg-Venloer Bahn zeichnete sich infolge des zunehmenden Verkehrsaufkommens ab, dass die auf Straßenniveau verlaufenden Eisenbahngleise - der " Eiserne Ring" - den innerstädtischen Verkehr erheblich behinderten. Wichtige Zufahrtstraßen, die Buersche, Iburger oder Bramscher Straße etwa, wurden von der Bahn geschnitten. Die größten Schwierigkeiten bereiteten die Bahnübergänge an der Schillerstraße und auf der Klus, da neben dem normalen Eisenbahnbetrieb dort der Rangierbetrieb dazu beitrug, dass die Schranken häufig geschlossen werden mussten.

Das Ergebnis einer Verkehrserhebung am Bahnübergang Schillerstraße, durchgeführt im Jahre 1895, zeigte, dass dessen Sperrung zwischen 5 Uhr morgens und 8 Uhr abends, 4 Stunden und 25 Minuten, mithin rund 30 Prozent der Tageszeit, betrug. Den Bahnübergang passierten 10763 Personen und 942 Fuhrwerke.

Überlegungen seitens der Stadt, im Zuge der Errichtung des Zentralbahnhofes diese Hindernisse beseitigen zu können, ließen sich nicht realisieren, da entsprechende Übereinkommen mit der Bahnverwaltung nicht zu treffen waren. Langwierige Verhandlungen zwischen Stadt und Eisenbahnverwaltung, begleitet von einem jahrelangen Planungsstillstand und den parallel verlaufenden Bemühungen um die Errichtung des Zentralbahnhofes, führten schließlich dazu, dass die prekäre Verkehrssituation sich zum Teil noch bis 1919 hinzog.

Zudem war die Beseitigung der Niveauübergänge nicht ohne die Bereitschaft der Stadt zu haben, " sich zu schweren finanziellen Opfern zu entschließen". Der ganze Unmut, der sich in den Jahren infolge der leidigen Auseinandersetzungen angesammelt hatte, kam in einem Artikel der Osnabrücker Volkszeitung (2. November 1905) zum Ausdruck, in dem es hieß: " Man weiß wirklich nicht, was man mehr bewundern soll, die Eleganz, mit der sich die Bahn über die Lebensinteressen der Stadt hinwegsetzt, oder die Unverfrorenheit, mit der sie einem Gemeinwesen wie Osnabrück ihre Pläne vorlegt."

Mit Erleichterung registrierte die Stadt daher den Beginn der Umgestaltung an der Eisenbahnstrecke Osnabrück-Münster im Jahre 1907, in deren Verlauf die " Planübergänge" an der Meller, Iburger und Sutthauser Straße in den folgenden drei Jahren beseitigt wurden. [... ]

Durch das Absenken des Straßenniveaus bei gleichzeitigem Anheben des Gleiskörpers erfolgte ab 1913 auch am Hasetor die Beseitigung des " Eisernen Rings". Im Frühjahr 1915 ließen sich Eisenbahnstrecke und Straßenverbindungen dort wieder uneingeschränkt nutzen, und auch die Weiterführung der Straßenbahnlinie 2 zum Hasefriedhof konnte daraufhin vorgenommen werden. Im Rahmen dieser Umgestaltung erfolgte auch der Anschluss des im gleichen Jahr in Betrieb genommenen Hafens an das Eisenbahnnetz. Nach weiteren Unstimmigkeiten waren Stadt und Eisenbahnverwaltung im Falle des Bahnübergangs Schillerstraße schließlich übereingekommen, dass direkt im Verlauf der Schillerstraße lediglich eine Fußgängerunterführung hergestellt und unmittelbar am Hannoverschen Bahnhof eine 20 m breite Unterführung gebaut werden sollte. Die durch den Ersten Weltkrieg verursachten Schwierigkeiten brachten es mit sich, dass die Arbeiten an dem Projekt, das die Bürger und die Gremien der Stadt nahezu vier Jahrzehnte bewegt hatte, erst 1919 abgeschlossen werden konnten.

Verkehrswege als Hindernis: Stundenlang waren die Schranken geschlossen wie hier am Bahnübergang Schillerstraße um 1910.
Autor:
Rolf Spilker


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